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Charles Rennie Mackintosh
copyright tsp/ws Charles Rennie Mackintosh wurde am 07. Juni 1868 in Glasgow, als zweites von elf Kindern, geboren und an der dortigen Kunstakademie ausgebildet.
Dieser sehr vielseitige schottische Künstler spielte eine herausragende Rolle in der "Arts and Crafts" - Bewegung in Großbritannien. Sein Name wurde zu einem Synonym für die eigensinnige nordeuropäische Variante der Kunstrichtung "Art Nouveau".

Mackintosh kann als ein dekorativ orientierter Architekt bezeichnet werden, der sich inspirieren ließ durch den Symbolismus und den raffinierten Stil der japanischen Zeichenkunst. Er kombinierte wie kein anderer eine streng architektonische Formenlehre mit spielerischen lyrischen Elementen, die auf die Präraffaeliten und keltische Ornamentik zurückgreifen.

Gemeinsam mit seiner Frau Margaret Macdonald Mackintosh, deren Schwester Frances und Herbert McNair, zeichnet Mackintosh verantwortlich für die Grundlagen des "Glasgow Style". Die Gruppe, welche als "Spook School" bekannt war, erfreute sich großer kritischer Anerkennung, hauptsächlich auf dem europäischen Festland und war Anfang des zwanzigsten Jahrhundert weithin auf internationalen Ausstellungen vertreten.

Zwischen 1899 und 1910 entwarf er verschiedene Häuser rund um Glasgow, wie zum Beispiel das herrschaftliche Hill House, in Helensburgh, für den Verleger Walter W. Blackie, welches sich heute im Besitz des National Trust for Scotland befindet. Sein Ruhm begründet sich jedoch hauptsächlich auf seine Entwürfe für die Glasgow School of Art (1897 - 1899), deren nüchternes rechteckiges Gebäude er mit einer betont schmucklosen Fassade gestaltete und welche bis heute als Kunsthochschule fungiert. Der Aufbau der später angebauten Bibliothek mit ihren rhythmisch gesetzten Quer- und Längsbalken (1907 - 1909) basiert vollständig auf geraden Linien und rechten Winkeln.

Weitere Bauten von Mackintosh:

Herald Building (1895) in der Mitchell Street, welches bis 1999 zum
Architektur- und Designmuseum The Lighthouse umgebaut wurde,
Queen's Cross Church (1897), heute Hauptsitz der Charles Rennie
Mackintosh Society,
Daily Record Building (1901) in der Renfield Lane
und das Gebäude des Scotland Street School Museum of Education
(1904 - 1906) südlich des River Clyde in Kingston.

Als Innenarchitekt entwarf Mackintosh zwischen 1897 und 1912 die Einrichtung der Glasgower Cranston - Teestuben - Kette. Seine Möbel, welche meist weiß gestrichen und mit einem dezent - stilisierten Blumenmustern bemalt sind, gehören zu Meisterwerken des Jugendstils. Sie fanden bei den Architekten und Künstlern der Wiener Secession bei einer Ausstellung im Wiener Secessionsgebäude 1900 großen Anklang. Mackintoshs Entwürfe trugen dazu bei, dass die bisweilen überbordende Ornamentik des Wiener Jugendstils in der Folge zurückgenommen wurde.
Seine einzigartigen Möbel sind an verschiedenen Orten zu sehen, unter anderem:

im House for an Art Lover,
in der Hunterian Art Gallery,
in der Martyr's School,
in der Queen's Cross Church,
im Scotland Street School Museum,
in der Glasgow School of Art,
in The Hill House,
in The Lighthouse,
in The Mackintosh House und
in The Willow Tea Rooms.

Nachdem es Anfang 1913 zum Bruch mit der Firma Honeyman & Keppie gekommen war, an der Mackintosh seit 1904 Beteiligungen hielt und wenig später konservative Engstirnigkeit und Anfeindungen ihm das
Leben in seiner Heimatstadt schließlich unerträglich machten, zog er mit seiner Frau nach London, aber auch dort fanden sich kaum neue Auftraggeber. Während seiner Exiljahre kam es nur zu einem Umbau in Northampton. 1920 siedelte er ins französische Port Vendres über, wo eine Reihe bemerkenswerter Aquarelle entstand.

Mackintosh starb am 10. Dezember 1928 verarmt und vereinsamt in London.

Ende der siebziger Jahre wurde seine Atelierwohnung in Glasgow rekonstruiert und als Museum eingerichtet.


(tsp/ws/sr)
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