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Geschichte Berühmtheiten |
[ zurück ] |
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| Robert Adam |
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Robert Adam war der bedeutendste britische Architekt und Innenarchitekt des späten 18. Jahrhunderts zwischen Klassizismus und Neogotik. Der zu jener Zeit bei den wohlhabenden Schichten beliebteste Baustil war der sogenannte "Palladionismus", benannt nach dem italienischen Renaissancearchitekt Andrea Palladio. Dabei wurden klassische römische Linien kopiert. Adam entwickelte diesen Baustil weiter, gab ihm offenere und leichtere Formen und erreichte somit einen eigenen Stil. |
| Robert Adam 1728-1792 |
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Robert Adam wurde am 03.07.1728 in Kirkcaldy als zweiter Sohn von William Adam geboren. Im Alter von elf Jahren zog die Familie nach Edinburgh, wo sein Vater einer der herausragenden Architekten Schottlands wurde. Robert wurde - ebenso wie seine Brüder John (1721-1792) und James (1731-1794) - zunächst im Büro seines Vaters ausgebildet. Robert studierte zwar an der Universität von Edinburgh, graduierte aber aufgrund von zwei Krankheiten und der Jakobitenaufstände nicht. Nach dem Tode seines Vater übernahm er 1748 im Alter von 20 Jahren den väterlichen Betrieb. Noch im gleichen Jahr sehen wir die Brüder als Beteiligte an den Um- und Ausbaumaßnahmen von Braemar Castle beteiligt.
Nach einigen Praxisjahren bereiste Robert von 1754 bis 1758 den europäischen Kontinent (Frankreich und Italien), studierte zum größten Teil die klassischen römischen Ruinen. Im Eigenstudium erlernte er das Technische Zeichnen und eignete sich malerische Fertigkeiten an. Hätte er sich nicht endgültig für die Architektur entschieden, so hätte er Dank seines Talents jederzeit ein Auskommen als Landschafts- und Architekturmaler finden können.
In Italien erarbeitete er sich durch das Studium der römischen Antike ein breites Repertoire antiker Schmuckmotive, mit denen er in späteren Jahren alle seine Bauten ausgestaltete. Gemeinsam mit dem französischen Zeichner und Architekten Charles-Louis Clérrisseau (1721-1820) vermaß er den Palast des Kaisers Diokletian in Spalato (Split, Kroatien). Die Ergebnisse veröffentlichte er 1764 in einem aufwendig gestalteten und extrem präzise ausgeführten Kupferstichwerk, das bis heute als eines der kunsthistorisch herausragenden Werke seiner Art gilt.
Nach seiner Rückkehr im Jahr 1758 zog er nach London und eröffnete dort mit seinem Bruder James ein Büro. Die unterschiedlichen Talente der beiden Brüder ergänzten sich dabei in zuvor kaum gekannter Art und Weise: Robert agierte als der theoretisch fundierte Kreative, als Entwurfsarchitekt und Designer, James als der auf die Realisierung bedachte, handwerkliche "Tüftler" und eigentliche Baumeister. Schon nach kurzer Zeit war Robert der "In-Architekt" in London. Bei all seinen Arbeiten legte er besonderen Wert auf eine sorgfältige Durchgestaltung der Innenräume und entwickelte sich mit seinem eleganten klassizistischen Stil zum bedeutendsten Vertreter des Zeitalters des Empfindsamkeit. Sein Einfluss verbreitete sich rasch über England hinaus.
Seine frühesten Werke, in denen er sich hauptsächlich mit der Umgestaltung älterer Gebäude befasste, ließen schon zeitig sein besonderes Talent für die Innenarchitektur zutage treten. Er gestaltete nicht nur die Gebäude als solche und die bauseitigen Dekors, sondern auch alle wesentlichen Teile des Interieurs: Kaminfassungen und Öfen, Spiegel und Beleuchtungskörper, Tapeten, Vorhänge, Möbel und selbst Geschirre. Er schenkte der Gesamtwirkung der Räume als auch den einzelnen Dekorationselementen gleichermaßen seine Aufmerksamkeit.
Von 1761 bis 1768 arbeitete Robert Adam im Dienst des britischen Königshauses als "Architect of the King's Works" Georgs III. Dabei stand er noch neben Sir William Chambers, der die britische Architektur bis etwa 1770 dominieren sollte, bevor sein Schaffen endgültig in den Schatten der Adams-Brüder rückte. Als Robert das Hofamt 1768 aufgab, folgte ihm sein Bruder James in dieser Funktion nach. Robert wechselte als MP für Kinross-shire in die Politik und nahm von dort aus wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung öffentlicher Bauten und Großprojekte.
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| Die einzige erhaltene Deckengestaltung aus dem einstigen Adelphi Komplex (teilrekonstruiert) |
Einer seiner ehrgeizigsten Entwürfe, den er zusammen mit seinem Bruder James in Angriff nahm, war das Adelphi (1768-1772, 1936 weitgehend zerstört), ein spekulatives und spektakuläres Projekt mehrerer Mietshausbauten am Themseufer, das ihn später an den Rand des Bankrotts brachte; beide Brüder hatten die Finanzierungsschwierigkeiten aber auch technische Probleme, die der Baugrund mit sich brachte, vollkommen unterschätzt. Wesentlich mehr Glück hatten sie mit dem Bau des Somerset House (1776-86). Es beherbergt als einer der markantesten Gebäudekomplexe Londons bis heute die Royal Society, die Royal Academy und die Society of Antiquaries. Somerset House gilt nach der Zerstörung des Adelphi heute als das wichtigste Werk der Adams-Brüder auf englischem Boden.
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| Somerset House - Zustand etwa Ende der 1980er Jahre |
Weitere Aufträge beinhalteten die Umgestaltung großer Landsitze in der Umgebung von London - Osterley Park (1761-1780) und Syon House (1762-1769), beide Middelessex - und den Entwurf für Kedleston Hall (um 1765 bis 1770) in Derbyshire, Kennwood House (The Iveagh Bequest, Umbau von 1767) und Luton Hoo, Bedfordshire (1768-75).
Da die Adams-Brüder ihre wesentlichen Erfolge von ihrem Londoner Büro aus erzielten, wird vor allem Robert in der Literatur oftmals als britischer Architekt oder gar englischer Designer beschrieben. Tatsächlich war er aber zeitlebens auch in seiner schottischen Heimat aktiv, wenngleich die schottischen Bauten weniger im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert sind.
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| Culzean Castle - Gartenansicht |
So zeichnet Robert Adams für das mächtige Culzean Castle verantwortlich, das von 1777-92 für den 10th Earl of Cassilis als Ersatz für ein über 200 Jahre altes Gebäude errichtet wurde. Der große Salon ist wohl der schönste von ihm entworfene Raum und die ovale Prunktreppe ist eines seiner Meisterwerke.
Culzean Castle zeigt Robert Adams zugleich aber auch von einer ganz anderen Seite seines Schaffens, die in der Literatur so gut wie keine Beachtung findet. Mit dem Entwurf der Culzean Castle Home Farm, die er als großen Vierseithof gestaltete und in dem Gestaltungs- und Funktionselemente von den römischen 'villae' bis zu den toskanischen Gütern einflossen, entwickelte er einen neuen, für die schottische und britische Agrarwirtschaft geradezu revolutionären Hoftyp, der für die nachfolgende Zeit der 'merchant lairds' und des 'industrial farming' richtungsweisend werden sollte.
Weitere wichtige Gebäude von Robert Adam in seiner schottischen Heimat sind:
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Mellerstaine House, Berwickshire (1725, Umbau eines Vorgänger- |
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baus von George Baillie of Jerriswoode, 1692) |
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(Old) Register House, Princes Street, Edinburgh, 1774 |
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Old College, University of Edinburgh, 1789, beendet im Entwurf von |
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W.H.Playfair. |
Robert Adam starb am 03.03.1792 in London und erhielt ein Ehrengrab in der Westminster Abbey.
Wie kaum ein zweiter Architekt und Designer wirkte Adams über den Tod hinaus nach. Besonders durch seine gemeinsam mit seinem Bruder herausgegebene illustrierte Publikation Works in Architecture of Robert and James Adam in drei Bänden (1778, 1779 und 1822) wurde der Adam-Stil propagiert, eine graziösere, elegantere Variante des Neoklassizismus, die mit offeneren und leichteren Formen und mit ausgewogenen Proportionen ein Gefühl von Heiterkeit und Weite vermittelt.
(tsp/sr/ws)
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