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The Battle of Stirling Bridge - Literatur und Anmerkungen
Literatur
Quellen und militärhistorische Fachliteratur:

Fordun, John of: Chronicle - from: Scottish Independence (1100-
1329). An Archive Teaching Unit, (S.C.S.S.)
Guisborough, Walter of: Chronicle - from: Scottish Independence
(1100-1329). An Archive Teaching Unit, (S.C.S.S.)
Innes, Ewan J., MA (Hons Scot. Hist.) FSA Scot: The Strategy and
Tactics of the Scottish Armies 1296-1314 (Dissertation 1989)
Irvine-Robertson, James: War of Independence, 2002 (SM 5/2002)
Oman, Sir C.: Art of war in the middle ages (Cornell University
Press), 1961.
Stevenson, J.: Documents Illustrative of the History of Scotland.
1286-1306, (H.M.R.H.) Edinburgh 1870 Vol ii, no. 26

das deutschsprachige Standardwerk zum Verständnis des politisch-kulturellen Hintergrundes der Zeit:

Kalckhoff, Andreas: Nacio Scottorum - Schottischer Regionalismus
im Spätmittelalter (1991)

frühe literarische Behandlungen des Themas:

John Barbour: The Bruce (1375)
Andrew of Wyntoun: The orygynal Chronikil of Scotland (1420)
Harry (The Blind Bard): The Actis and Deidis of the illuster and
vailzeand Campioun, schir William Wallace knicht of Ellerslie (1488)

sowie einige leicht verfügbare aktuelle Titel zur schottischen Geschichte der betreffenden Zeit:

Barron, Ewen MacLeod: The Scottish War of Independence
Barrow, G. W. S.: Kingship and Unity: Scotland 1000-1306 (New
History of Scotland)
Duncan, A.A.M.: Scotland - The making of the kingdom
MacKay, James: William Wallace, Brave Heart
Lynch, Michael: Scotland - A New History
Nicholson, Ranald: The Edinburgh History of Scotland (Ser.): The
Later Middle Ages

(1) Hinweise zum topographischen Namen und zum Objekt "Stirling Bridge"

Zum Namen
Der Ortsname Stirling (Strivlin 1124, Estriuelin um 1250, Striviling 1445, Sterling 1470) wird allgemein abgeleitet von Sruth (scot.gael.) = Bach, (kleiner) Fluss und lann (scot.gael.) = eingezäuntes, abgeschlossenes Land und könnte also in etwa übersetzt werden mit "Land, das von einem Fluss umschlossen wird", "Land in einer Flussschleife". Ob es sich dabei um eine konkrete Flussschleife gehandelt hat und um welche, läßt sich aus heutiger Sicht keinesfalls klären, da der Fluss in historischer Zeit seinen Lauf mehrfach verlagert hat.

Es gibt daneben in Schottland viele Orts- und Gemarkungsnamen mit dem Namensbestandteil Bridge (auch Brig), die seit dem Mittelalter bekannt sind, aber nachweislich erst im 19. und 20. Jahrhundert Brücken erhielten, um Furten (teils früher schon ausgebaut mit stepping stones) zu queren: Brig o' Waithe (frühes 19. Jh.), Brig o' Waas (frühes 20. Jh.) u.a.

Nun gibt es die berühmte Karte Schottlands aus der Abtei St Albans, wahrscheinlich die älteste erhaltene Darstellung Schottlands überhaupt. Auf ihr ist Schottland zweigeteilt, der ganze Norden ist fast eine Insel, mit nur einem ganz schmalen Übergang zwischen den Landesteilen an genau der Stelle, wo die Stadt Stirling liegt.

Fasst man alle drei Aspekte zusammen, wird eine sehr früh gebräuchliche Bezeichnung "Stirling Bridge" für genau diese topographische Situation plausibel, ohne dass zwingend ein Brückenbauwerk vorhanden gewesen sein muss.

Zur Brücke
Das Foto auf der oftmals zitierten History-Seite der BBC zeigt keine Brücke des 14. Jh., sondern die heute noch existente und unter Denkmalschutz stehende Brücke aus dem Straßenbauprogramm Wade's und seiner Nachfolger. In der heutigen Form erbaut zwischen 1724/26 ist es eine der ältesten, großen Steinbrücken Schottlands überhaupt.

Die darüber führende Straße trägt den Namen Causeway Road, führt zum Causeway Head und trägt ihren Namen wohl in Anlehnung an einen alten Causeway, d.h. einen Übergang, der nicht zwangsläufig über eine Brücke geführt haben muss, sondern nur eine passsierbare Furt im o.g. Sinne markierte.


Der sehr oft im Netz abgebildete Stich einer Holzbrücke mit Kampfszenen, der die Existenz einer Brücke belegen soll, ist gleichfalls neuzeitlichen Datums. Er entstand im Rahmen der historisierenden Geschichtsschreibung (Wallace, Rob Roy, Balfour Stories) in der schottischen Romantik. Im Übrigen ergibt sich aus dem Begleittext der Graphik der ganze Unsinn der Darstellung: Unbehelligt von allem Kampfgetümmel um ihn herum soll Wallace abgebildet sein, der aber in der Niederung mit dem Hauptheer gekämpft hat. Laut Text soll es um die Verteidigung der Brücke durch die Schotten gehen, gezeigt wird aber ein vorrückendes schottisches Heer, das die das Gegenufer haltenden Engländer angreift. Darum wohl wird - zumal in Veröffentlichungen im Internet - die Graphik auch nur in Ausschnitten gezeigt.

1990 fand man unweit der steinernen Brücke Holzfundamente, bei denen es sich um die Reste von Brückenfundamenten gehandelt haben kann; es fehlen allerdings Pfeilerfundamente in Flussmitte und/oder am Nordufer. Die Hölzer stammen z.T aus der Zeit vor der Schlacht, zum Teil sind sie jüngeren Datums. Da Elemente der aufgehenden Konstruktion fehlen (an ihnen ließe sich leicht rekonstruieren, wann was verbaut wurde), darf in beide Richtungen spekuliert werden: Es können ältere Fundamente sein, in die bei späteren Reparaturen entsprechend jüngere Hölzer verbaut wurden, es kann eine jüngere Anlage sein (durchaus auch etwa eine Art Schiffslände/"Kaimauer"), bei deren Reparatur ältere Hölzer verbaut wurden, die z.B. aus wiederholten Umbauten von Stirling Castle gewonnen wurden. Für die letztere Version spricht, dass es sich bei Teilen um Hölzer handelt, die nicht aus der Region stammen - gerade aber für den Ausbau von Stirling Castle, wurde noch von Wallace Holz aus den baltischen Hanseniederlassungen geordert (in dem Zusammenhang: Erneuerung des Hanseprivilegs für Lübeck und Königsberg durch Wallace 1297).


(tsp/rh)

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