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| Culloden - nach der Schlacht |
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Dennoch wurden etwa 1.500 Gefangene gemacht, nachdem sich insbesondere die führenden Kommandeure geweigert hatten, den unmenschlichen Befehlen weiter nachzukommen. Anekdotisch überliefert ist insbesondere die Reaktion des Regimentsführers Major James Wolfe: Cumberlands Befehl, einen verwundet vor ihnen liegenden Offizier der Jakobitenarmee zu töten, soll er damit quittiert haben, dass zwar sein Rang und seine Funktion zu Cumberlands Disposition stünden, nicht aber seine Ehre als Soldat. Der Verwundete, bei dem es sich um Charles Fraser of Inverallochy, dem Lt. Col. des Fraser-Regimentes gehandelt haben soll, wurde auf Cumberlands Befehl hin dann von einem Gemeinen erschossen.
Von den Gefangenen wurden rund 120 als Rebellen abgeurteilt und zur Abschreckung öffentlich gehängt: Deserteure aus der Regierungsarmee in Edinburgh, die übrigen in London, Brampton, Carlisle und Penrith; die letzten von ihnen 1754 nach mehr als 8 Jahren Gefangenschaft. Fünf Adligen wurde der Prozess wegen Hoch- und Landesverrat gemacht; auch sie wurden exekutiert - als letzter Simon Fraser of Lovat 1747.
936 gefangene Unteroffiziere und Gemeine wurden in die Kolonien deportiert, 222 weitere verbannt. Vom Rest kam nur ein sehr kleiner Teil gegen Lösegeld frei, die meisten starben in den Gefängnissen, wo ihnen als Verrätern alles andere, nur keine halbwegs humane Behandlung zukam. Glück im Unglück hatte lediglich eine Handvoll Franzosen, denen als einzigen der Kombatanten-Status zugestanden wurde. Als kämpfende Angehörige einer feindlichen Nation wurden sie als Kriegsgefangene behandelt und nach geraumer Zeit in Haft an Frankreich überstellt.
Etwa 2.000 bis 2.500 Mann entkamen dem anfänglichen Inferno und sammelten sich bei den Ruthven Barracks. Wieviele von ihnen den nachfolgenden, tage- und wochenlang andauernden Verfolgungen und überfallartigen Razzien der Regierungsarmee zum Opfer fielen, ist nicht einmal ansatzweise überliefert.
Cumberland wurde bei seiner Rückkehr nach London als großer Kriegsherr gefeiert. Händel komponierte zu seinem Empfang das Oratorium 'Judas Maccabeaus' mit der Arie "See how the conquering hero comes", das er Cumberland widmete. Der dritte Sohn Georgs II starb nur 44-jährig 1765 an den Folgen seiner Fettsucht, an der er seit früher Jugend litt.
Prince Charles Edward wurde von den Regierungstruppen durch ganz Schottland gejagt und verließ das Land schließlich am 20. September 1746. Seine wiederholten Versuche, Ludwig XV von Frankreich zu einer neuerlichen Invasion in Schottland zu bewegen, scheiterten ebenso kläglich wie einige wenige Versuche der entkommenen Jakobiten, einen neuerlichen Aufstand anzuzetteln. Charles Edward verstarb schließlich ohne legitimen Erben am 31. Januar 1788 in Rom als ein frustrierter Alkoholiker. Sein jüngerer Bruder, Kardinal und Nachfolger als Henry IX starb 1807, nachdem er Georg III und dessen Nachkommen als rechtmäßige Könige des United Kingdom anerkannt hatte.
Culloden Battlefield Interpretation Centre
Im Bereich des Schlachtfeldes unterhält der National Trust for Scotland ein Informationszentrum und einen Open Air Bereich, in dem die Positionen der kämpfenden Einheiten, die Gräber der Gefallenen verschiedener Clans und etliche Gedenksteine zugänglich sind.
Die Darstellung der Situation erklärt sich aus den Kenntnissen zur Zeit der Anlage des Komplexes und steht teilweise im Widerspruch zu neueren Erkenntnissen.
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(tsp/ws/mf)
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