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| Culloden - die Schlacht |
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Die Ereignisse der Schlacht sind schnell erzählt:
Die von dem vergeblichen Angriffsversuch und dem nachfolgenden Eilmarsch müde und hungrige Truppe der Jakobiten formierte sich in zwei Linien aus rund 3.200 und 1.300 Mann (einschließlich der teilweise zurückgekehrten Einheiten des Duke of Perth). Hinter den Linien stand das Corps de Reserve aus etwa 700 Mann. Die Kavallerie aus ganzen 150 Reitern deckte überwiegend den rechten Flügel, die kleine Artillerieabteilung, die insgesamt nur über 12 Kanonen verfügte (2 weitere standen bei Culloden House und wurden nie eingesetzt), deckte in drei Gruppen zu je 4 Kanonen die beiden Flügel und die Mitte der ersten Linie.
Wahrscheinlich haben nicht alle Einheiten der jakobitischen Armee in voller, regulärer Kampfstärke antreten können. Aber selbst wenn man dies unterstellt (wofür es nach den Soldlisten keine gesicherten Anhaltspunkte gibt), hätten dem Pretender zu keinem Zeitpunkt der Schlacht mehr als 6.000 Mann zur Verfügung gestanden.
Auf der anderen Seite formierten sich 15 Regimenter zu Fuß in voller Kampfstärke von mehr als 6.400 Mann in drei Linien zu 6, 5 und 4 Regimentern. Hinzu kamen ein Dragoner- und ein Husarenregiment, die die erste und dritte Linie flankierten sowie ein kompletter Zug der Royal Artillery unter Col. Belfort, der mit seinen Kanonen die Mitte der ersten Linie deckte und seine Mörser dahinter in der zweiten Linie in Stellung brachte.
Alles in allem standen auf der Regierungsseite und einschließlich der Nachschubtruppen des 'baggage camps' und der 'Argyll Militia' (Hilfstruppen der Campbells außerhalb der Linien) deutlich mehr als 10.000 Mann zur Verfügung.
Linien und Kommandeure der beiden Armeen
Government Army
The Duke of Cumberland |
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| 1. Linie |
Albemarle, Sempell |
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Bland, Hawell |
| 2. Linie |
Huske |
| 3. Linie |
Mordaunt |
| Camp |
Montagnard |
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Jakobite Army
The Prince Charles Edward Stuart |
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| 1. Linie |
Murray, Drummond |
|
Perth |
| 2. Linie |
Stapleton |
| Reserve |
Ogilvie |
normal = Kommandeure der Infantrie kursiv = Kommandeure der Kavallerie
Die Schlacht wurde mit einem kurzen, aber heftigen Artilleriegefecht eröffnet. Die Jakobitenarmee feuerte zwar zuerst, der Befehl an die Fußtruppen, im Schutze des Artilleriefeuers vorzurücken, blieb jedoch aus. Die bewegungslos verharrenden Fußtruppen wurden zu wahren Zielscheiben für die Kanonen der Regierungsarmee und ihre hervorragend ausgebildeten Kanoniere. Binnen Minuten wurde die jakobitische Artillerie ausgeschaltet und unter den Fußtruppen im Zentrum der ersten Linie kam es zu schwersten Verlusten. Sie wurden insbesondere von den Schrapnell-Granaten der britischen Mörser regelrecht zerfetzt.
Während die Linien der Regierungsarmee in breiter Front vorrückten, stürmte auf dem rechten schottischen Flügel die Atholl Brigade, gefolgt von den Camerons, den Stewarts of Appin, den Frasers und den McIntoshes vor. Es blieb gerade die Zeit für eine Salve auf die Highlander bevor, es zu massiven Kämpfen Mann gegen Mann kam. Die Highlander wichen dabei dem Feuer der Campbell- und Price-Regimenter nach rechts aus und stürzten sich auf die Regimenter von Barrel und Munro. Diese beiden Regimenter erlitten die schwersten Verluste auf britischer Seite, doch alles zusammengenommen geringere als alleine die Camerons zu beklagen hatten.
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| zum Vergrößern auf das Bild klicken |
Gleichzeitig rückten die englischen Dragoner vor. Sie passierten ein umfriedetes Gelände der Culwhiniac Enclosure, dessen Mauern teilweise extra zu diesem Zweck von den Argyll Militia niedergerissen worden waren. Sie fielen in den Rücken der rechten Flanke der Jakobiten, die inzwischen völlig schutzlos war, weil alle verfügbaren Kräfte der 2. Linie und die Kräfte des Corps de Reserve abgezogen waren, um die Mitte und den linken Flügel der 1. Linie gegen die vorrückenden Briten zu halten bzw. um die durch den Sturmangriff entstandenen Lücken in der ersten Linie zu schließen.
Die Jakobitenarmee war dem Dauerfeuer und dem stetig wachsenden Druck der vorrückenden Fußtruppen der professionell agierenden Regierungsarme nicht mehr gewachsen. Nach nur 45 Minuten brachen die jakobitischen Linien zusammen und die Soldaten suchten wie ihre Kommandeure ihr Heil in wilder Flucht.
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Das Kampfgeschehen der Schlacht aus der Sicht der Government Army
im Vordergrund: Cumberland zu Pferd auf Höhe des Baggage Camps (links)
vorderer Mittelgrund: die linken Flügel der drei Linien der Government Army mit Dragonern als Flankenschutz der 1. und Husaren als Flankenschutz der 3. Linie; links die Richtung Culwhiniac Enclosure abrückende Kavallerie
hinterer Mittelgrund: Die Kavallerie fällt aus der Mauer-Deckung des Culwhiniac Enclosures in den Rücken der einzigen noch zu erkennenden Linie der Jakobitenarmee; einzelne Reiter stürmen dem geschlossenen Verband entgegen. Die bei Kampferöffnung gefallenen Jakobiten liegen bereits zwischen der vorgerückten Linie und den gerade noch erkennbaren letzten Reservetruppen
Bildhintergrund: Die Stadt Inverness |
Zum Ende der eigentlichen Schlacht zählte man auf Seiten der Regierungstruppen 249 Gefallene und 54 Verwundete. Jeweils zwei Drittel der Verwundeten und Gefallenen entfielen allein auf die beiden Regimenter von Barrel und Munro, Munro selbst war der einzige britische Kommandeur, der in der Schlacht fiel. Die Verluste auf Seiten der Jakobitenarmee sind weniger exakt festgehalten. Konservative Schätzungen gehen zu diesem Zeitpunkt aber von etwa 1.000 Gefallenen aus.
(tsp/ws/mf)
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