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| Scapa Flow - Lage und Natur |
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Scapa Flow - so wird die große Bucht im Süden des Orkney Archipels genannt. Nach Norden und Nordosten wird sie von Orkney Mainland begrenzt, die Insel Hoy riegelt sie nach Westen zum Nordatlantik hin ab, im Osten trennt sie ein Riegel aus den Inseln Lamb Holm, Glims Holm, Burray und South Ronaldsay von der in diesen Breiten oftmals sehr stürmischen Nordsee. Innerhalb der Bucht liegen eine Reihe weiterer Inseln, von denen Flotta im Süden und Graemsay im Norden die größten sind.
Die Bucht verfügte über zwei unter normalen Bedingungen relativ gut passierbare Zufahrten. Im Süden ist es der Sound of Hoxa zwischen der Insel Flotta und Hoxa Head auf South Ronaldsay, der schon deutlich außerhalb der gefährlichen Strömungszone des Pentland Firth liegt. Im Nordwesten ist es die Passage durch die Bring Deeps, den Clestrain Sound und den Hoy Sound zwischen Mainland einerseits, den Inseln Graemsay und Hoy andererseits. Im Hoy Sound selbst können aber ähnlich wie im südlich vorgelagerten Pentland Firth je nach Windverhältnissen und Tide sehr starke Strömungen entstehen, die dann eine Passage (zumal für die Segelschiffe früherer Tage) nahezu unmöglich macht.
Scapa Flow ist ein relativ flaches Gewässer mit maximaler Tiefe um die 200 Meter im Bereich einer tertiären Schmelzwassertales, das etwa vom Sound of Hoxa nach Nordnordost Richtung Scapa Bay/Kirkwall verläuft. In Verbindung mit der vergleichsweise geringen Ausdehnung von maximal 18 mal 23 Kilometern führt dies dazu, dass sich unter normalen Bedingungen innerhalb der Bucht keine hohen Wellen entstehen, sich kein schwerer Seegang entwickeln kann. Besonders der Westteil der Bucht bot und bietet im Windschatten der Berge von Hoy und geschützt durch kleinere Inseln wie Cava und Fara selbst bei schwersten Sturmwetterlagen ausgesprochen ruhige Ankerplätze.
Aus früheren Tagen
Scapa Flow ist insgesamt ein großer natürlicher Hafen, der seit den Tagen der Wikinger über Jahrhunderte hinweg von allen seefahrenden Nationen als sicherer Zufluchtsort genutzt wurde.
Die Orkneyinga Saga kennt mehrere bedeutende Schauplätze rund um Scapa Flow. An den Buchten Hamnavoe und St Margaret's Hope unterhielten die Wikinger Siedlungen, die ersten Anlaufstellen auf der Atlantikfahrt von den Western Isles bzw. der Nordseefahrt aus Norwegen und nach Dänemark bzw. Ostschottland und England. In North Bay und Longhope sammelten die Norse Earls of Orkney und die norwegischen Könige ihre Flotten für die Züge nach Irland und zu den Western Isles. Bei einer solchen Gelegenheit "bekehrte" der nachmals Heilige Olav von Norwegen in der Bucht von Kirk Hope Earl Sigurd zum Christentum. In Orphir an der gleichnamigen Bay baute Earl Rognvald seinen bis heute als Ruine erhaltenen Herzogssitz, irgendwo in Scapa Bay unweit der Stelle, an der Jahrhunderte später die Royal Oak sank, lagerte die Flotte König Haakons auf dem Rückzug nach der Schlacht von Largs. In St Margaret's Hope starb nach einer stürmischen Überfahrt die kleine norwegische Prinzessin Magaret auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Gemahl James, dem König von Schottland.
Das Zeitalter der Entdeckungen machte den Ort Stromness, das Hamnavoe der Wikinger, zum zentralen Ort des Geschehens an der Bucht. Alles, was Rang und Namen hatte machte hier Station - entweder bei der Ausfahrt, um ein letztes Mal Frischwasser und Proviant an Bord zu nehmen, oder bei der Rückkehr, um die Schiffe und Besatzungen fit zu machen für die Empfänge in Portsmouth, Southampton oder London. Personen die Geschichte machten: Sir Francis Drake, Captain Bligh, Franklin, Schiffe wie die Bounty, die Erebus und Terror. In den Tagen der Hudson Bay Company war Stromness der Stützpunkt aller heimatlichen Stützpunkt, der Ort, an dem Orkadier und Shetländer zu Tausenden für den Dienst in den nordamerikanischen Kolonien rekrutiert wurden.
Während der napoleonischen Kriege verlagerte sich die Szene in den Süden von Scapa Flow. Long Hope wurde mit den Wehrtürmen von Longhope und Hackness befestigt. In ihrem Schutz sammelten sich Schiffe aller Nationen und Parteien: Englische Handelsschiffe auf der Flucht vor französischen Piraten im Nordatlantik, Walfänger der Hansestädte auf der Flucht von kurbrandenburgischen Piraten in der Nordsee, Handelsschiffe aus aller Welt, die ihr Glück als Blockadebrecher durch die Kontinentalsperre versuchen wollten.
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(tsp/ws)
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