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Deutsche Übersetzung der Declaration
Hinweise:
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Durch / getrennte Wortlaute stehen für ggf. alternative Übersetzungsmöglichkeiten.
Angaben in runden Klammern (x) beziehen sich auf die nachstehenden Anmerkungen zum Text bzw. der Übersetzung.

>>> Ihm, dem Allerheiligsten Vater und Herrn in Christus, seiner Heiligkeit Johannes (1), durch göttliche Vorhersehung Oberster Hirte der Heiligen Römisch Katholischen Kirche, entbieten seine demütigen und ergebenen Söhne Duncan, Earl of Fife (2), Thomas Randolph, Earl of Moray (3), Lord of Man and of Annandale (4), Patrick Dunbar, Earl of March, Malise, Earl of Strathearn (5), Malcolm, Earl of Lennox, William, Earl of Ross, Magnus (6), Earl of Caithness and Orkney und William, Earl of Sutherland [sowie] Walter, Steward of Scotland (7), William Soules, Butler of Scotland (8), James, Lord of Douglas (9), Roger Mowbray, David, Lord of Brechin, David Graham, Ingram Umfraville, John Menteith, guardian of the Earldom of Menteith (10), Alexander Fraser (11), Gilbert Hay, Constable of Scotland (12), Robert Keith, Marischal of Scotland (13), Henry St Clair (14) (15), John Graham, Davis Lindsay, William Oliphant (16), Patrick Graham, John Fenton, William Abernethy, Davis Wemyss, William Mushet, Fergus of Ardrossan, Eustace Maxwell, William Ramsay, William Mowat, Alan Murray, Donald Campbell, John Cameron, Reginald Cheyne, Alexander Seton (17), Andrew Leslie und Alexander Straiton sowie weitere Barone und Freiherren [zugleich stellvertretend für] die gesamte Gemeinschaft der Herrlichkeit Schottland untertänigste Referenz [in dem] sie ergebenst seine gesegneten Füße küssen. (18, 19, 20)

Allerheiligster Vater und Herr, wir wissen und finden so in den Chroniken und altüberkommenen Büchern geschrieben, dass unter/neben anderen berühmten Nationen auch unsere eigene, die Schottische, mit weitreichender Anerkennung ausgezeichnet ist. [Unsere Vorfahren] zogen vom Großreich der Skythen (21) durch das Mittelmeer und vorbei an den Säulen des Herkules und siedelten für lange Jahre unter höchst berüchtigten Stämmen in Spanien, ohne je irgendwo oder von welchem Volk auch immer, mag es noch so barbarisch gewesen sein, unterworfen worden zu sein. Schließlich kamen sie, zwölfhundert Jahre nachdem das Volk Israel durch das Rote Meer gezogen war, in ihre [jetzige] Heimat im Westen, wo sie bis heute leben. Zuerst warfen sie die Bretonen hinaus, schlugen die Pikten vernichtend und nahmen dann, obwohl sie oftmals von Norwegern, Dänen und Engländern bedrängt wurden, nach zahllosen Siegen und unsäglichen Anstregungen Besitz von dieser Heimat; und hielten das Land, wie die Historiker früherer Tage bezeugen, seitdem frei von allen Abhängigkeiten. In ihrem Königreich regierten einhundertdreizehn Könige ihres eigenen königlichen Geschlechts, ohne dass die diese Reihe auch nur von einem einzigen Ausländer unterbrochen worden wäre.

Der vornehme Stand und Rang dieser Menschen, wäre er nicht [schon] anderweitig belegt, gewönnen [allein] hierdurch genügend Anerkennung: [Dadurch nämlich], dass der König der Könige, der Allmächtige, unser Herr Jesus Christus, nach seinem Leiden und [seiner] Auferstehung, sie, die sie in den entlegensten Winkeln der Welt lebten, zu den Vornehmsten in seinem heiligen Glauben zählte. Auch würde er sie nicht durch irgendeinen Unwichtigen sondern durch die vornehmsten seiner Apostel in ihrem Glauben bestärkt haben - in dem er, obwohl nur zweiter oder dritter in der Rangfolge - den allerfrömmsten St Andrew, den Bruder des Sg Peter, berufen und sie für immer seinem Schutz als Patron anbefohlen hätte.

Allerheiligster Vater, Eure Vorgänger schenkten diesen Dingen höchste Aufmerksamkeit (22) und zeigten [gegenüber] diesem Königreich und seinen Menschen/seinem Volk viel Wohlwollen und verliehen ihm zahlreiche Privilegien wie das einzigartige Wappenschild des Bruders [unseres] Sg Peter (23). So lebte denn unter ihrem Schutz unsere Nation (24) in Freiheit und Friede bis zu jenen Tagen, da der mächtige Prinz, Edward, der König der Engländer und Vater desjenigen, der [da] heute herrscht, [zu einer Zeit also] da unser Königreich ohne Kopf war und unser Volk weder Übles noch Verrat hegte und dem Krieg und [allem] Vorwärtsdrängen entwöhnt war, da kam er in der Maske des Freundes und Verbündeten, um sie als Feinde zu quälen. Die Greueltaten, die Massacker und Gewalttaten, die Plünderungen und Brandschatzungen, die Verhaftung der Geistlichkeiten, das Niederbrennen der Klöster, Raub und Mord an Mönchen und Nonnen und noch andere zahllose Gewalttaten, die er gegen unser Volk beging und [dabei] weder Alter noch Geschlecht, Religion oder Stand verschonte, [dies alles] kann keiner [mit Worten] beschreiben noch sich wirklich/vollständig vorstellen, wenn er es/sie nicht mit eigenen Augen gesehen hat.

Aber von diesen zahllosen Übeln wurden wir mit seiner Hilfe, [der Hilfe dessen] der noch mit Qualen heilt und erneuert, befreit durch unseren höchst unermüdlichen Prinzen, [unseren] König und Herrn, den Lord Robert. Er stellte sich, damit sein Volk und sein Erbe aus den Händen/Klauen unserer Feinde befreit würde, Niederlagen und Strapazen, Hunger und Gefahr, gleich einem zweiten Macabeus oder Joshua (25) und ertrug alles mit Freuden. Auch haben ihn göttliche Vorhersehung, sein Recht auf Thronfolge entsprechend unseren Gesetzen und Gebräuchen, die wir bis zu [unserem] Tode pflegen werden, und der gebührende Zuspruch und die Zustimmung von uns allen (26) zu unserem Prinzen und König gemacht. Ihm sind wir, wie dem Mann, durch den das Heil über unser Volk ausgeschüttet wurde, sowohl aufgrund unserer Gesetze als auch wegen seiner Verdienste [dahingehend] verpflichtet (27), unsere Freiheit zu erhalten und zu ihm werden wir stehen, komme da, was da wolle.

Doch sollte er aufgeben, was er begonnen hat und billigen, dass man uns oder unser Königreich dem König von England oder den Engländern unterwirft, so würden wir sofort alles Aufwenden, um ihn als unseren Feind und Zerstörer seiner eigenen Rechte wie der unsrigen zu vertreiben und würden einen anderen Mann, der uns geeignet scheint, uns zu verteidigen, zu unserem König machen; niemals, solange auch nur einhundert von uns überleben, wird man uns zu welchen Bedingungen auch immer unter englische Herrschaft bringen/zwingen. Wahrlich [und wahrhaftig], wir kämpfen weder für Ruhm, Reichtum oder Ehren, [wir kämpfen] für die Freiheit - das Einzige, das ein ehrenhafter Mann nicht [einmal] um seines Lebens Willen aufgibt.

Darum, Ehrwürdiger Vater und Herr, flehen wir Eure Heiligkeit mit unseren ernsthaftesten Gebeten und demütig bittenden Herzen an, auf dass Ihr in/mit all Eurer Offenheit und Güte bedenken mögt, und dass [Ihr] gleich Ihm, dessen Stellvertreter auf Erden Ihr seid, [keinen Unterschied macht] weder in der Wertschätzung noch im Ansehen, [sei es] Jude und Grieche, Schotte oder Engländer, [sondern] mit den Augen eines Vater (28) schauen werdet auf die Sorgen und Nöte, die von den Englischen auf uns und die Kirche Gottes kamen. Möge es Euch gefallen, den König der Engländer zu ermahnen und ihn zu ermuntern, mit dem zufrieden zu sein, was ihm seit den Tagen gehört, da England genug für sieben und mehr Könige (29) bot, dass [er aber] uns Schotten in Frieden lasse, leben wir [doch] in diesem armen Schottland und begehren nichts als dieses unser eigen [Schottland], jenseits dessen es wahrhaftig keinen anderen Siedlungsraum mehr gibt. Wir sind ernsthaft gewillt, alles für ihn zu tun, was wir mit Blick auf unsere Möglichkeiten tun können, um für uns Frieden zu erreichen.

Dies ist gewisslich auch für Euch von Bedeutung, Heiliger Vater, habt ihr doch die Barbarei der gegen die Christenheit wütenden Heiden gesehen, welche die Sünden der Christenheit wahrlich verdienten, und wie dadurch die Grenzen der Christlichen Welt Tag für Tag zurückgedrängt wurden; und wie sehr wird es das Gedenken an Eure Heiligkeit trüben, wenn Ihr (was Gott verhüte) wahrnehmen/erfahren müßtet, wie die Kirche während Eurer Zeit ihren Glanz verliert oder in all ihren Zweigen zum öffentlichen Ärgernis wird. Dann schrecken [sie] auf, die christlichen Prinzen, die falsche Gründe vortäuschen, [wenn sie sagen] sie könnten dem Heiligen Land nicht zu Hilfe kommen (30), weil sie gerade mit ihren Nachbarn Kriege führen [müssen]. Der wahre Grund, der sie abhält, [ist/liegt darin], dass sie im Bekriegen ihrer kleineren Nachbarn schnelleren Profit bei geringerem Wiederstand erzielen. Wie fröhlich aber würden unser Herr der König und wir selbst dorthin gehen, würde uns der König der Engländer [nur] in Frieden lassen. Er, vor dem nichts verborgen bleibt, weiß es zu gut; und wir bekennen öffentlich und bekunden dies vor Euch als Stellvertreter Christi und vor der ganzen Christenheit.

Wenn aber Eure Heiligkeit zu sehr den Geschichten vertraut, die von den Engländern verbreitet werden, statt ernsthaft all dies hier zu glauben oder [Ihr] nicht aufhört, sie zu unserem Nachteil zu bevorzugen, dann wird - das glauben wir - das Hinschlachten der Körper, die ewige Verdammnis/das Verwirken der Seelen und all dass andere Unglück, das folgen wird und das sie uns wie auch wir ihnen zufügen werden, vom Allerhöchsten gewisslich Euch zur Last gelegt werden. (31)

Abschließend [stellen wir fest], wir sind bereit und werden, so man uns in die Pflicht nimmt, immer bereit sein (32), Euren Willen in diesen Angelegenheiten als gehorsame Söhne Seines Sachwalters auf Erden zu erfüllen; und Ihm als [unserem] Höchsten König und Richter empfehlen wir den Fortgang unserer Sache an, begeben uns in Seine Obhut und vertrauen fest darauf, dass Er uns den [nötigen] Mut verleiht und unsere Feinde vernichtet.

Möge der Allerhöchste Euch seiner heiligen Kirche im Glauben und bei Gesundheit erhalten und Dir ein langes Leben schenken.

Ausgefertigt im Kloster von Arbroath (33) in Schottland am 6. Tag im Monat April im Jahre des Herrn dreizehnhundertzwanzig, dem fünfzehnten Regierungsjahr unseres zuvor genannten Königs. <<<


Anmerkungen
Die Anmerkungen sollen einige historische Zusammenhänge erläutern, die vielleicht nicht jederman geläufig sind.
(1) auf der Rückseite gezeichnet mit: "Brief der schottischen Gemeinde (comunitas, nicht nobilitas oder gar nacio) gerichtet an unseren Herrn den Pontifex Maximus"; Johannes XXII befand sich zu der Zeit in Avignon. Die Urkunde, die dem Papst übermittelt wurde, hat sich nicht erhalten. Bekannt ist aber, dass die Urkunde den Papst erreichte, denn auf sie erfolgte ein Antwortschreiben an Edward II, in dem dieser nahezu ultimativ aufgefordert wird, die feindlichen Handlungen gegenüber Schottland einzustellen.
(2) Der Tradition nach hätte es ihm zugestanden, den König zu krönen; darum auch steht er hier an erster Stelle. Duncan saß bei Roberts Krönung aber noch in englischer Gefangenschaft. Seine ältere Schwester hatte darum - nach jenem sagenumwobenen, nächtlichen Ritt durch ganz Schottland - im Namen ihres Bruders den traditionellen Krönungsritus an Robert I in Scone vollzogen.
(3) durch Robert I an Thomas Randolph verliehen
(4) Lordship Annandale durch David I ca. 1124 an Robert de Brus verliehen, durch Robert I nach dessen Krönung an Thomas Randolph gegeben
(5) später Nachfolger des gleichfalls hier unterzeichnenden Magnus als Earl of Caithness and Orkney
(6) Magnus V, letzter Earl of Caithness und Orkney aus dem Hause Angus. Bei seinem Tod hinterließ er zwei Töchter. Über die ältere Tochter gelangte das Erbe von Caithness (schottisch) und Orkney (norwegisch) an die Strathearns, die jüngere heiratete Sir Simon Fraser of Brotherton; von ihnen stammen die Lovats ab.
(7) Reichsamt (ursprünglich cupbearer, Mundschenk, aber mit erweiterten Funktionen im Vergleich zu den Amtsinhabern im deutschen Reich ) seit der Mitte des 12.Jh. in Händen einer Familie anglo-bretonischer Abstammung (FitzAllan/Steward); nachdem der letzte Amtsinhaber Robert (1328-1390) König geworden war (Robert II), verblieb das Amt als High Steward of Scotland (nunmehr bedingt vergleichbar dem Pfalzgrafenamt) bei der Krone und in Händen des jeweiligen Thronfolgers; Prince Charles ist der 29. High Steward of Scotland
(8) erbliches Hofamt (Kellermeister, Mundschenk im engeren Sinne) der Familie Soules, später der Hays
(9) Sir James Douglas war einer der treuesten Anhänger von Robert I. Er führte das Herz des Bruce nach Spanien und in die Kämpfe mit den ungläubigen Sarazenen, um so dessen Kreuzzugsgelübde zu erfüllen (vgl. Anm.30), das implizit mit der Declaration ausgesprochen worden war. Douglas fiel am 25. März 1330. Erst später wurde dann Bruce's Herz von Sir William Keith nach Schottland zurückgebracht und (wohl entsprechend Bruce's ursprünglichem Willen) in Melrose beigesetzt.
(10) Mentieth ist eines der alten Reichsgebiete (Auld Earldoms), seit 1164 Earldom; Sir John ist eine der schillerndsten Figuren seiner Zeit und in der Gefolgschaft Roberts I: Erst Parteigänger von Wallace gegen Balliol, Gefangener der Engländer (1296), dann nach der Freilassung 1297 zeitweise Parteigänger der Engländer. Sir John Mentieth setzte in seiner Eigenschaft als Sheriff von Dumbarton und govener des dortigen Castles William Wallace fest und lieferte ihn 1305 den Engländern aus, wofür er zum Earl of Lennox ernannt wurde. 1307 schloss sich dann Sir John als Gefolgsmann Robert I an.
(11) Sir Alexander Fraser of Touchfraser, Great Chamberlain of Scotland (Oberhofmeister)
(12) Hofamt seit der Zeit Alexander I, seit etwa 1300 in den Händen der Hays; teils militärische Aufgaben, teils zuständig für die innere Sicherheit am Hof
(13) Reichsamt (Marschall) seit dem 12. Jh.; unter Robert I erbliches Amt der Familie Keith, den späteren Earl Marischal (ab 1458). Sir Robert kommandierte in Bannockburn die Kavallerie der bruceschen Armee.
(14) Sir Henry St Clair of Roslyn; ab 1379 stellen die Sinclairs in der Erbnachfolge der Strathearns mit Henry I die Earls of Caithness and Orkney
(15) Unter den nachfolgenden Baronen und Edelherren sind auffallend viele, die mit der Abwesenheit Roberts I vom schottischen Reich nach seiner Krönung am 25. März 1306 und bis etwa Mitte 1307 in Verbindung gebracht werden (St Clair, beide Grahams, Mowat, Murray und Cheyne). Sie alle waren wie die Bruce selbst im hohen Norden, insbesondere in Caithness, Orkney und Shetland reich begütert und wurden in der Folgezeit mit weiteren Gütern in der Region sowie mit Handelsprivilegien ausgestattet.
(16) Sir William Oliphant verteidigte Stirling Castle 1304 mehrere Monate gegen die Engländer und wurde nach mehrjähriger englischer Gefangenschaft von Robert I mit Ländereien in Garsk und Aberdalgie belohnt.
(17) Engländer; desertierte am Vorabend von Bannockburn und lief zu den Schotten über
(18) Insgesamt interessant ist die Reihenfolge des Erscheinens der Adligen: Zuerst stehen die Vertreter der alten Reichgebiete. Von den 15 Auld Earldoms sind 6 nicht vertreten: Atholl und Angus waren eingezogen, Buchan: John Comyn war wohl schon verstorben, seine Frau Isabella, die Schwester Duncans of Fife saß in englischer Haft, Galloway und Carrick waren in der Hand der königlichen Familie (bis zu seinem Tod 1318 gehalten von Edward, dem jüngeren Bruder von Robert I) und Mar (Donald Earl of Mar, ein Neffe von Robert I zog es vor, nach seiner Freilassung aus englischer Gefangenschaft (1306/07) freiwillig in England zu bleiben, wo er 1327 starb). [Das 16. Auld Earldom, The Lordship of the Isles wurde erst 1386 begründet]. Von den Seven Earls, die 1290 im "Protest of the Seven Earls" quasi als Kurfürsten das Recht zur Königswahl reklamiert hatten, waren immerhin vier (Strathearne, Fife, Moray und Caithness neben Atholl, Angus und Mar) vertreten. Dann folgen die Inhaber der hohen Reichsämter, danach der übrige Adel. Ausnahmen bestätigen die Regel: Ingram Umfraville, der zu der Zeit ohne Titel ist, erfuhr z.B ein "upgrading" und erscheint unter den Amtsinhabern (weil vermutlich Guardian of Angus; seine Familie hielt ursprünglich den Titel der Earls of Angus, der aber von Robert I wg. Untreue eingezogen worden war) wie Magnus V, der erstmals mitsamt Orkney unter die "alten schottischen Reichsfürsten" einsortiert wurde. Wegen seiner Verpflichtungen als Earl of Orkney gegenüber Norwegen trat er erst nach etlichem Überzeugungsaufwand und nachweislich als letzter den Unterzeichnern bei. John Mentieth steht dagegen nicht unter den "Reichsfürsten" sondern (wie Umfraville) nur unter den Amtsinhabern, weil er zu der Zeit nur Guardian of Mentieth war.
(19) Weitere (tatsächliche) Unterzeichner, die selbst nicht gesiegelt haben, sind: Alexander Lamberton, Edward Keith, John Inchmartin, Thomas Menzies, John Durrent, Thomas Morham (und einmal unleserlich). Diese Unterschriften befinden sich auf den Streifen, an denen die Siegel der anderen Adligen befestigt sind. Mit Edward Kieth und Thomas Menzies sind mindestens zwei weitere Führer aus dem Norden des Reichsgebietes vertreten.
(20) Zum Begriff Unterzeichner: Dem Zeitgebrauch entsprechend haben fast alle "Unterzeichner" nicht eigenhändig "unterschrieben", sondern nur gesiegelt; ihre Namen dagegen wurden vom Urkundsbeamten bzw. seinem Schreiber hinzugefügt.
(21) einer der prominentesten Belege für die behauptete Abstammung der Schotten von den Skythen
(22) Der ganze Absatz ist eine Anspielung auf die Bulle von Papst Bonifaz VIII aus dem Jahre 1299 und soll in Erinnerung rufen, dass dieser Edward I von England aufgefordert hatte, er solle von Schottland ablassen, da das Land nicht dem englischen Reich untertänig sei, sondern der Kirche Roms - eine Schlüsselstelle für das schottische Unabhängigkeitsbewusstsein.
(23) die nicht bewiesene Behauptung, das schottische Wappen, das Andreaskreuz, sei Kraft päpstlicher Autorität verliehen; tatsächlich taucht der gekreuzigte Andreas erstmals auf dem Siegel des späteren Erzbischofs Gamelin von St Andrews (++ 1255, …1271) auf. Auf einem hoheitlichen Siegel Schottlands erscheint er erstmals 1292 auf einem Siegel der Guardians of Scotland, zu denen zu der Zeit der Nachfolger Gamelins gehörte.
(24) eines der ältesten Vorkommen des Begriffs nacio (im Sinne von nacio scottorum) in schottischen Urkunden und zugleich eine der Schlüsselstellen zum politischen Selbstverständnis der sich bis zum Ende des 14. Jh. herausbildenden nacio scottorum: ... entstanden im Schutz der Kirche ...
(25) Durch die Parallele zu diesen beiden biblischen Helden werden sowohl die Inbesitznahme des Landes (Josuas Eroberung Palästinas) als auch der Kampf gegen England (Abwerfung des syrischen Jochs durch die Juden unter Judas Makkabäus) gleichsam als gottgewollt dargestellt und legitimiert.
(26) und
(27) Beide Formulierungen machen eines deutlich: Es geht hier zu Beginn des 14. Jh. (noch) nicht um die Nacio Scottorum; vielmehr sind die Unterzeichner noch einem archaischen, tribalen Denken verhaftet, das sie als agierende Gefolgsleute eines Königs erscheinen läßt, den sie aufgrund seiner Verdienste um das Gemeinwohl quasi zum "Ersten unter Gleichen" erhoben haben.
(28) ... das ist im mittelalterlichen Kontext immer der Blick eines "strengen" Vaters ...
(29) ... sieben und mehr Königreiche - dies ist der dezente Hinweis darauf, dass England ohnehin ja auf der Insel den größeren Teil besitzt, nämlich mehr Königreiche als die sieben (piktischen/postpiktischen) Königreiche (mormaers/auld earldoms) des alten Schottlands, die hinter diesem Vergleich stehen
(30) Im Jahr der Erklärung (1320) hatte - ausgenommen vielleicht Johannes XXII selbst und dem König von Frankreich - keine europäischer Herrscher ernsthaft mehr ein Interesse an einem Kreuzzug gehabt. Die Bereitschaftserklärung hier hat darum ausschließlich deklamatorischen Charakter, bzw. sie entspringt dem diplomatischen Kalkül, dass sich kein Papst dieser Bereitschaftserklärung entziehen kann. Angesichts des zu der Zeit relativ abgekühlten Verhältnisses zwischen dem Papsttum und den Schotten ist dies ein geschickter politischer Schachzug, zwingt er doch den Papst - um der Möglichkeit eines neuerlichen Kreuzzugs Willen - Partei für die schottische Seite zu ergreifen.
(31) Dieser ganze Absatz ist eine für die Zeit unglaubliche Provokation nach dem Motto "Alles oder Nichts". Er ist aber weniger Ausdruck einer Verzweifelung als vielmehr Ausdruck eines ungeheueren Selbstbewusstseins der Männer, die hinter Bruce stehen. Nur sie konnten so drastisch aus der zweiten Reihe heraus formulieren, Bruce selbst, als regierendem König, wäre dies unmöglich gewesen.
(32) Zur Ehrenrettung der schottischen Edelleute sei aber eines angemerkt: Sie hielten das gegebene Wort und stellten 1365, beim letzten, großen kriegerischen Akt der Kreuzzugsgeschichte, beim Zug König Peters von Zypern und Jerusalem, der mit der Vernichtung Alexandrias endete, das einzig nennenswerte Truppenkontingent aus Westeuropa. s.a. Anm. 9
(33) Bernard, Abbot of Arbroath, hatte zu der Zeit das Reichsamt des Chancellor of Scotland (Kanzler) inne, unter den schreibkundigen Mönchen seines Klosters ist auch der Schreiber der Urkunde zu suchen.


(tsp/ws)

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