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| The Battle of Bannockburn - Nach der Schlacht |
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Vor der Schlacht galt das Treffen am Bannock Burn als eine Schlacht um Stirling Castle, sicherlich das wichtigste Castle Schottlands in jenen Tagen, aber eben nur ein Castle. Als die Schlacht geschlagen war, zeichnet sich sehr bald ab, dass es die wohl wichtigste Schlacht der schottischen Freiheitskämpfe sein würde, obwohl die Freiheit noch längst nicht gesichert, geschweige denn von den Engländern anerkannt war.
Nachdem Edward II das Schlachtfeld verlassen hatte, wandte er sich nach Stirling, um in "seiner" Burg Schutz zu suchen. Doch Mowbray verweigerte ihm den Zutritt - sicherlich ein couragiertes Auftreten gegenüber seinem König, aber ein absolut regelkonformes Verhalten in dieser Zeit. Edward und seine Eskorte flohen weiter und umgingen im Schutze der Dunkelheit weiträumig das Schlachtfeld. Es gelang ihnen, die Verfolger unter dem zögerlichen James Douglas abzuhängen, die eigentlich ausgeritten waren, um den König tot oder lebendig in die Hände der Schotten zu bringen. Edward erreichte Dunbar, wo er ein Schiff nach Süden bestieg; seine Leibwache musste sich auf dem Landwege nach England durchschlagen, das nur von wenigen erreicht wurde.
Edward hatte nicht nur den Anspruch Englands auf Schottland verspielt, er hat auch durch die Aktion letztlich seine englische Krone verspielt. Es war schon auffällig, dass ihn - anders als das noch bei seinem Vater der Fall gewesen wäre - nur sehr wenige Ritter aus dem englischen Hochadel auf diesem Zug nach Norden begleitet hatten: Gloucester, Hereford und Pembroke waren die einzigen von Rang.
Als er jetzt aber praktisch ohne einen Mann zurückkehrte, war sein Schicksal so gut wie besiegelt. Der unbeliebte König wurde bald gezwungen, zu Gunsten seines noch unmündigen Sohnes abzudanken. Er wurde gefangengesetzt, verbrachte den Rest seiner Tage in diversen Gefängnissen bzw. unter Hausarrest auf diversen Schlössern, bevor er 1327 ermordet wurde. Sein Ende war so unrühmlich wie seine ganze Herrschaft: Um ihn äußerlich unversehrt erscheinen zu lassen, trieben ihm seine Widersacher eine glühende Eisenstange durch den Anus ins Gedärm. Es sind englische Chronisten, die zu seinem Ende sinngemäß anmerken: Die Schmerzen werden enorm gewesen sein, aber wohl nichts im Vergleich mit den Schmerzen der Ohrfeigen, die er von seinem Vater erhalten haben wird - egal, wo er ihn getroffen hat: im Himmel oder in der Hölle.
Robert The Bruce verließ das Schlachtfeld nicht nur als Sieger, sondern zugleich als unangefochtener Herrscher Schottlands. Er starb 1329 nachdem eine päpstliche Bulle seine Exkommunikation aufgehoben hatte und nur wenige Tage vor dem Eintreffen einer zweiten Bulle, die ihn und seine Erben im Nachgang der Declaration of Arbroath zu den rechtmäßigen Königen Schottlands bestimmte. Sein Lebenswerk schien abgerundet und gesichert:
Schottland war geeint und unter einem König größer als je zuvor in der Geschichte, die Engländer konnten mit gelegentlichen Ausfällen nach Northumberland und bis hinunter nach York in Schach gehalten werden, ein Thronfolger war ihm in fortgeschrittenen Alter geboren worden. Es herrschte eine Zeit relativen Friedens, jedenfalls eine Zeit ohne große Schlachten.
Glücklicherweise blieb es ihm erspart, erleben zu müssen, wie seine Nachfolger wieder alles aufs Spiel setzten.
Robert The Bruce wollte immer, so wie es seine Getreuen in der Declaration of Arbroath angeboten und beschworen hatten, an einem Kreuzzug teilnehmen. Auch dieser Wunsch ging insofern in Erfüllung, als Sir James Douglas das einbalsamierte Herz des Bruce auf einem Kreuzzug mitführte. Es ist aber typisch für Douglas und dem zaudernden schottischen Hochadel insgesamt, dass dieser Kreuzzug dann nicht ins heilige Land, sondern nur nach Spanien ging, um dort gegen die Sarazenen und Moslems zu kämpfen.
Die schottische Romantik machte Bruce zu dem schottischen Freiheitskämpfer schlechthin. Ihn aber als bloßen, wenngleich überdurchschnittlich erfolgreichen Haudegen zu sehen, ist grundlegend falsch. Er war ebenso ein weitsichtiger Politstratege und umsichtiger Landesvater. Wir erfahren im unmittelbaren Zusammenhang mit der Schlacht z.B. explizit nichts über die Schotten, die noch auf Seiten der Engländer bei Bannockburn gekämpft hatten. Die Tatsache aber, dass wir nichts erfahren, wertet die moderne Geschichtsschreibung allgemein dahingehend, dass The Bruce den Vorgang als innerschottische Angelegenheit unter den sprichwörtlichen Teppich der Geschichte kehrte, Pardon gewährte und über alles den Mantel seines königlichen Schweigens breitete.
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| Zeitgenössische Darstellung (Ausschnitt) |
So sehen wir denn führende Vertreter vieler dieser Familien in den Jahren nach Bannockburn wieder an seiner Seite: Comyns etwa, die ihn erbittert bekämpft hatten, weil er einen der ihren als Mitbewerber um den Thron hatte ermorden lassen, MacDougalls, die sich als rechtmäßige Erben des Kingdom of the Isles hinter die Campbells zurückgesetzt sahen oder MacKnabs.
Die Militärreform von Bruce und die Schlacht von Bannockburn machten allen Schotten der Zeit klar, wozu sie tatsächlich in der Lage sind, wenn sie geschlossen handeln. Sie markieren den offiziellen Startpunkt einer Entwicklung, die zum Ende des Jahrhunderts erstmals eine schottische Nation erkennen lässt. Diese Entwicklung nicht nur angestoßen, sondern nachhaltig gefördert zu haben, ist der eigentliche Verdienst des Robert The Bruce.
... und es erscheint wie ein neuerlicher, genialer Treppenwitz der Geschichte, den die Engländer allerdings so schnell nicht begriffen haben. Als 1603 Königin Elizabeth I von England kinderlos stirbt, sieht man mit James VI am Beginn des Vereinigten Königreiches einen Nachkommen eben des Mannes, der Jahrhunderte zuvor Schottland geeint hatte, an der Spitze des Reiches.
(tsp/ws/mk)
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