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| The Battle of Bannockburn - Der erste Tag der Schlacht |
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Genaugenommen ging es bei der Schlacht eigentlich nur um die Frage: Wer bekommt Stirling Castle - die Schotten oder die Engländer? Zum damaligen Zeitpunkt befand sich die Burg wieder einmal in englischer Hand und Bruce war mit der gesamten schottischen Streitmacht angerückt, um sie einzunehmen. Doch dazu sollte es noch nicht kommen. Es gab die üblichen Übergabeverhandlungen zwischen dem Burgkommandanten Mowbray und Edward Bruce, der für die Schotten sprach. Beide schlossen eine Übereinkunft: Sollte die Burg nicht bis zum 24. Juli von den Engländern entsetzt werden, würde Mowbray sie angesichts der übergewaltigen schottischen Streitmacht kampflos übergeben. Sollte es zur Schlacht um die Burg kommen, wäre dies eine Angelegenheit zwischen den beiden Heeren, die Burgbesatzung würde sich in diesem Falle neutral verhalten - ein absolut für die Zeit übliches 'gentlemen agreement', um unnötige Opfer auf beiden Seiten zu vermeiden.
Edward II hatte sein Heer bei Wark in den Borders (bei Coldstream) zusammengezogen und erreichte nach insgesamt viertägigem Marsch am Vorabend der Schlacht das sichere Falkirk. Entsprechend der Vereinbarung zwischen Mowbray und Edward Bruce hatte er noch zwei Tage Zeit und gönnte seinen Truppen in Falkirk eine längere Ruhepause, bevor er am nächsten Morgen in geschlossener Marschformation weiter vorrückte.
Derweil hatten sich die Schotten im New Park eingerichtet. Die Verbände der beiden Bruce Brüder standen breit aufgefächert beidseids der Römerstraße und sicherten nach Süden, von wo der Angriff der englischen Armee zu erwarten war. Soweit das Gelände für die englische Reiterei eh unpassierbar war (steile Terrassenkante, versumpfte Uferzone des Bannock Burn und der Bach selbst), hatten sie das Vorfeld durch Hunderte getarnter Stolpergruben und spitze Eisenhindernisse unpassierbar gemacht. Hinter ihnen stand als Reserve die Division unter dem Kommando von Douglas, nochmals etwas weiter zurückgezogen Keith mit der Reiterei. Praktisch auf sich gestellt stand am weitesten zurückgezogen der Verband Randolphs, der die Schotten nach Norden sicherte. Die 'small forces' lagerten im Schutz der dichter werdenden Wälder westlich des Coxet Hill.
Doch die Engländer kamen nicht über die befestigte Hauptstraße, sie hatten The Way für ihren Anmarsch gewählt. Als die Engländer nahe genug heran waren, um die Situation zu erkennen, hatten sie folgende Alternativen: Die Schotten direkt anzugreifen oder sie an der östlichen Flanke zu umgehen, um sie dann aus dem Rücken anzugreifen. Edward fühlte sich stark genug, um beides gleichzeitig zu wagen. Mit der Hauptmacht der Reiterei unter dem Kommando der Earls of Gloucester und Hereford griff er die Schotten frontal an. Ein starker Verband aus Panzerreitern von immerhin 700 Rittern (etwa ein Drittel der Streitmacht) umging unter dem Kommando von Clifford und de Beaumont die Schotten auf der Flanke, um sich im Bereich der Wegegabelung von Römerstraße und The Way zwischen den Schotten und Stirling Castle festzusetzen. Edward selbst zog mit der Infantrie in die Niederung, um sich für die Nacht zwischen Bannock Burn und Pelstream Burn einzurichten.
Als die englische Hauptstreitmacht vorrückte, zogen sich die beiden Bruce-Brüder mit ihren Einheiten hinter die Stolperfallen zurück. Die Engländer ritten blind hinein. Die Panzerreiter waren mit einfachsten Mitteln weitgehend ausgeschaltet. Es entspann sich ein erbitterter Kampf Mann gegen Mann, doch die schottischen Linien hielten. Als sie langsam die Oberhand gewannen, blieb Gloucester und Hereford nach schweren Verlusten nichts als der Abzug. Die Bruce-Brüder schonten ihre Kräfte und setzten den Flüchtigen nicht nach.
Etwas anderes bereitete ihnen mehr Sorgen als die bisherigen eigenen Verluste. Sie sahen den Zug Cliffords und de Beaumonts und konnten nicht einschätzen, ob dies die Vorbereitung für einen Flankenangriff der Engländer war, oder ob sie Mowbray, der zu Verhandlungen mit seinem König von Stirling Castle gekommen war, nur zurück zur Burg eskortierten. Robert war vor allen Dingen entsetzt darüber, dass Randolph sie unbehelligt ziehen ließ, statt sie anzugreifen.
"Ane rose from thy chaplet has falden." Eine Rose ist aus Deinem Rosenkranz gefallen - so wird The Bruce mit seiner Kritik an Randolph zitiert. Eine Anspielung auf die Tatsache, dass Randolphs Bereitstellungsraum rund um eine kleine Kapelle, die St Ninian's Chapel lag. Etwas salopp formuliert wollte er wohl zum Ausdruck bringen: "Junge, Du bist beim Beten eingepennt! Sieh zu, dass Du das wieder in Ordnung bringst". Das musste man einem Randolph nicht zweimal sagen. Mit allem, was er zur Verfügung hatte, warf er sich den Engländern entgegen und stellte sie - ganz ohne Unterstützung durch die Reiterei oder andere Verbände. Im Gegenteil: Als die Situation kritisch wurde und Douglas ihm zu Hilfe eilen wollte, wurde dies von The Bruce untersagt. Die genauen Gründe sind nicht überliefert, aber einiges spricht dafür, dass der nüchterne Stratege Robert The Bruce diesen Vorgang als Nagelprobe seines militärischen Konzeptes ansah. Entweder seine Kalkulation vom eigenverantwortlichen Kommandeur und der selbständig operierenden Verband ging auf oder nicht. Wenn ja, war alles in Ordnung, wenn nein, wäre der Verlust von Randolphs Einheit schlimm genug - aber angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit der Engländer weitere Truppen zu riskieren, hätte den Gesamt-Erfolg der Schlacht in Frage gestellt.
Der späte Nachmittag sieht dann Randolph als Sieger mit vergleichsweise geringen Verlusten. Mit nur einem Gefallenen auf der schottischen Seite, spielen die Chronisten Randolphs Verluste offensichtlich herunter, überhöhen den Sieg: Cliffords Verband von 700 Panzerreitern war nahezu aufgerieben, Clifford selbst, eine der wenigen Persönlichkeiten in der englischen Armee mit erkennbaren Führungsqualitäten, ist bei diesem Einsatz gefallen.
Beide Seiten verzichten für den Rest des Tages auf weitere Kampfhandlungen.
Dass die schottischen Verluste so gering nicht gewesen sein können, veranschaulicht ein Vorgang, von dem die Chronisten detailliert berichten: Bis in die späten Abendstunden hinein berät sich der König mit seinen Heerführern, die ihn mehrheitlich geradezu bedrängen, von der weiteren offenen Feldschlacht abzusehen und wieder zum bewährten Guerilla-Kampf zurückzukehren. Zu welcher Alternative Bruce selbst tendierte, ist nicht überliefert.
Überliefert ist dagegen, dass just zur Stunde der Entscheidung ein Deserteur aus dem englischen Heer im schottischen Lager erscheint: der schottische Adelige Sir Alexander Seton, der seinen Seitenwechsel für die Schotten dadurch akzeptabel macht, dass er detailliert den Zustand der englischen Armee am Ende des ersten Kampftages beschreibt. Die Truppe ist angesichts der enormen Verluste total demoralisiert und faktisch führungslos, der König selbst ratlos. Ein schneller und konsequent geführter Angriff der Schotten am nächsten Morgen würde ein rasches und siegreiches Ende bedeuten. Er war davon so überzeugt, dass er seinen Kopf dafür verwetten wollte.
Wir wissen nicht, ob und wenn ja in welchem Maße die Ausführungen Setons die Entscheidung von Robert The Bruce beeinflusst haben. Überliefert ist dagegen, dass noch in der Nacht im schottischen Lager verbreitet wurde, dass der nächste Morgen mit einem Vormarsch der Schotten beginnen würde.
(tsp/mk)
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