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| The Battle of Bannockburn - Der zweite Tag der Schlacht |
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Man kann es kaum anders sagen, aber als die Engländer am nächsten Morgen aufwachten, muss sie schier der Schlag getroffen haben. Sie sahen ihr gesamtes Heerlager von den Schotten zwischen Pelstream Burn und Bannock Burn eingekesselt.
Die Ufer beider Bäche waren versumpft, für Fußtruppen mit Mühe, für die leichte Reiterei kaum und für die schweren Panzerreiter überhaupt nicht passierbar. Den einzigen Ausweg durch die Niederung hatte Bruce mit drei seiner Divisionen versperrt. Auf dem linken Flügel, den stärksten englischen Verbänden gegenüber stand der bis dahin überhaupt noch nicht geforderte Douglas, auf dem rechten Flügel stand der wohl kampferprobteste Schotte, Roberts Bruder Edward. Die Mitte hielt der stark angeschlagene Randolph mit seinem Verband, abgesichert durch die Division Roberts in seinem Rücken.
Weit zurück, von den Höhen der Oberterrasse des Forth das gesamte Schlachtfeld überblickend, stand Keith mit der schottischen Reiterei, etwas abseits, aber auch noch auf den Höhen, lag der Tross. Soweit ist die Ausgangslage klar. Was die Engländer anbelangt, kann man davon ausgehen, dass sie auf der verbleibenden Fläche ihres Lagers kaum genügend Raum hatten, um sich mit allen Kräften gegenüber den Schotten als geordnete Verbände aufzustellen.
Im Prinzip war mit dieser Ausgangslage eine Niederlage der Engländer unvermeidlich, ganz so, wie es Seton vorhergesagt hatte. Doch noch einmal sollte für einen kurzen Moment die Lage für die Schotten kritisch werden. Edward befahl seine Bogenschützen über den Pelstream Burn und ließ sie von dort aus die schottische Flanke unter Feuer nehmen. Für die maximal mit Lederwesten geschützten Schotten eine ungeheuere Gefahr.
Keith erkannte die Bedrohung und stürzte sich mit der gesamten schottischen Reiterei auf die englischen Bogenschützen. Er machte mit ihnen das, was die englischen Panzerreitern mit den schottischen 'shiltrons' vergeblich versuchten: Er ritt sie in einem einzigen Sturmangriff einfach nieder.
Die eingekesselten Engländer kämpften mit dem Mut der Verzweifelung - aber ihre Anführer, insbesondere Gloucester und Hereford ergingen sich in nicht enden wollenden eifersüchtigen Streitereien darüber, wer das Kommando über den englischen Gegenangriff führen sollte. Hereford war gerade auf dem Wege zum König, um sich über die seiner Meinung nach lächerlichen Ansprüche Gloucesters zu beschweren, als der König selbst mittels Trompetensignal den Gegenangriff der Panzerreiter befahl. Gloucester stürmte los, vergaß aber seinen Wappenrock über die Panzerung zu ziehen: Die letzte in vorderer Linie verbliebene Führungskraft war als solche für die Truppe nicht mehr identifizierbar. Der Angriff traf die schottischen 'shiltrons' mit unvermuteter Wucht. Der rechte schottische Flügel, dort, wo Gloucesters Männer denen von Edward Bruce gegenüber standen, wankte auf einmal. Einige 'shiltrons' brachen ein, aber mit letzter Mühe konnte die Linie gehalten werden.
Auch Robert hatte die Größe der Gefahr eines möglichen Durchbruchs auf dem linken Flügel erkannt und verstärkte darum dort die angeschlagenen Douglas Einheiten. Der monatelange Drill der schottischen Verbände zeigte allmählich Wirkung. Nach und nach stabilisierten sich die schottischen Linien.
Danach rückten die Schotten auf breiter Front vor und schnürten die Engländer immer stärker ein.
Für Edward wurde die Situation immer gefährlicher, so dass er schließlich dem Drängen seiner Berater nachgab und sich Richtung Stirling Castle absetzte. Doch Mowbray stand zu seiner Abmachung mit den Schotten, die Burgbesatzung verhielt sich neutral. Edward musste über Stirling hinaus abziehen.
Als Sir John Airth den mit seiner Eskorte abrückenden König sah, war dies das Signal für ihn, mit den 'small forces' von den Höhen herab in die Niederung ziehen. Für die Engländer war dies ein zweiter Schock an diesem Tag. Einerseits sahen sie ihren König, wie er sein Heil in der Flucht suchte, dann sahen sie da einen neuen schottischen Verband auf sie zukommen. Es war nicht der johlende, undiszipliniert durcheinanderlaufende Tross früherer Tage. Aufgrund des disziplinierten Vormarsches mussten sie ihn für eine zweite schottische Armee halten, zumal sie aus der Distanz die tatsächliche Bewaffnung nicht einschätzen konnten.
Unter den führungslosen Engländern brach Panik aus. Alle suchten nur noch ihr Heil in der Flucht. Diejenigen, die in kleinen Gruppen über den Pelstream Burn entkamen, wurden auf der Stelle von Keith's Reiterei aus rasch wechselnden Stellungen heraus angegriffen und aufgerieben.
Am Ende war die englische Armee vollständig geschlagen, so vollständig wie keine vor oder nach ihr. Von den adligen Panzerreitern konnten einige wenige gefangengenommen werden, um sie später gegen Lösegeld freizupressen. Über dem Fußvolk der englischen Armee entlud sich der ganze Zorn der Schotten, der sich in den Jahren der Freiheitskriege bis zu diesem Tag aufgestaut hatte. Die Engländer wurden - wie die Chronisten berichten - bis weit in die Nacht wie junge Hunde oder Wildschweine durch die Ebene gejagt und Mann um Mann niedergemacht.
(tsp/mk)
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