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 Kultur Literatur & Dichtung [ zurück ]
Die Highland-Saga von Diana Gabaldon
O Caledonia! Stern and wild,
Meet nurse for a poetic child!

Aus The Lay of the Last Minstrel von Sir Walter Scott


Als 'Tartan Myth' bezeichnet die britische Literaturwissenschaft eine literarische Ausrichtung, deren Repräsentanten Elemente schottischer Volkskunde und Kultur in ihren Werk verarbeiten und damit bewusst oder unbewusst dazu beigetragen haben, das heutige Schottlandbild - mit allen geläufigen Klischees und historischen Fehlsichten - im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu prägen. Der Begriff selbst wurde nicht willkürlich gewählt: Der Tartan - zumindest das vielfältige gestaltete Tuch moderner Prägung - wurde erst durch diese literarische Tradition zu dem, was er heute ist - einer Art nationalem Symbol. Myth steht im Begriff dafür, dass sich vielfältige Elemente und Motive einer pseudofolkloristischen Tradition aus ihrem ursprünglich literarischen Kontext lösten und als Mythos - weniger als Urglaube denn als Aberglaube und historisch falsche Vorstellung - begannen, ein eigenständiges Leben zu führen.

In der an mündlicher Überlieferung so reichen Tradition wie der britischen steht der 'Tartan Myth' nicht alleine. Er ist aber neben dem 'Arthurian Myth' - dem Kreis der Sagen und Phantasien rund um die Figur des König Arthurs und seiner höfischen Gesellschaft - diejenige Tradition, die in der jüngsten Zeit eine besonders starke Wiederbelebung erfuhr. Ursächlich dafür ist das literarische Schaffen zweier amerikanischer Autorinnen - und ihrer Epigonen: Marion Zimmer-Bradley, die mit ihren "Nebeln von Avalon" für die jüngste Erfolgsgeschichte des 'Arthurian Myth' steht und Diana Gabaldon, die mit ihrer "Outlander" Serie einen vorläufigen Höhepunkt des 'Tartan Myth' markiert.

Die Entwicklung des 'Tartan Myth' reicht weit in die schottische Geschichte zurück. Manche sehen die Ursprünge in den Werken des Poeten Blind Harry, ca.1440-1492, und insbesondere in seinem Werk "The Life and Heroic Actions of the Renowned Sir William Wallace, General and Govenor of Scotland". Allerdings wollen heute etliche Literaturwissenschaftler die Darstellung des Höhepunktes der englisch-schottischen Auseinandersetzungen als einen Sonderfall behandelt wissen. Als politische Kampfschrift hat dieses Heldenepos dessen ungeachtet fast alle namhaften schottischen Dichter der Vergangenheit beeinflusst, namentlich aber Sir Walter Scott und Robert Burns, wobei die offensichtlichen Ungereimtheiten und Fehler der Darstellung weitestgehend unkorrigiert blieben.

Losgelöst von dieser politischen Dimension liegen die Anfänge des 'Tartan Myth' in den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts. Als James Macpherson 1760 seine erste Gedichtsammlung "Fragments of Ancient Poetry" veröffentlichte, behauptete er, dass die Sammlung ganz wesentliche Bruchstücke einer verloren geglaubten Dichtung und Erzähltradition enthielte. Mit seiner zweiten Gedichtsammlung "Fingal" begründete er dann den Ruf des Ossian, jenes sagenhaften Kriegerdichters und Sohnes von Fingal aus dem 3. Jahrhundert. Dem gelehrten Europa bot sich mit diesen uralt geglaubten Texten eine kulturpolitische Sensation, die in allen Sprachen und von einem Goethe ebenso gefeiert, wie von einem Napoleon verehrt wurde. Zweifel kamen erst mit Macpherson's dritter Veröffentlichung "Temora", 1763. Macpherson geriet schnell in Misskredit - etwas zu Unrecht, wie die jüngere Forschung erwies, denn Macpherson's Werk war kein reiner Fake, enthielt in einigen Teilen tatsächlich Originaltexte, in anderen mehr oder minder freie Nachdichtungen mündlich überlieferter, alter Volksdichtung.

Der Name des Autors verschwand, aber Ossian stand in der Welt und zeigte Wirkung. Die Romantik des Ossian prägte vor allem keinen geringeren als Sir Walter Scott, der von sich selbst behauptete, er hätte ohne irgendwelche Gewissensbisse ganze Gesänge des Ossian ('cantos') als Eigendichtung nachempfinden und nachdichten können. Scotts Ruhmeszug begann mit dem Versepos "The Lady of the Lake", 1810, von dem innerhalb eines Jahres 20000 Exemplare verkauft wurden. Sein Roman "Waverly" machte ihn zum ersten Bestsellerautor moderner Prägung und lockte Tausende an den Loch Katrine, Loch Lomond und andere Schauplätze seiner Abenteuer und Romanzen.

Scotts Wirken beeinflusste praktisch alle Lebensbereiche des gebildeten Bürgertums: Sein Abbotsford House prägte maßgeblich die Architektur des schottischen 'Baronial Style', Motive seiner Romane lieferten den Stoff für die Libretti zahlreicher Opern und Maler ließen nach seinen Wortgebilden immer romantischere oder wildere schottische Landschaften entstehen. Scott prägte das Image Schottlands als Land von 'love and romance', wie es bis heute von der Touristikwirtschaft weltweit vermarktet wird.

Scotts Wirken beschränkte sich allerdings nicht nur auf die Literatur und Künste. Anlässlich des Staatsbesuchs von König Georg IV. im August 1822 überwachte Scott als "Zeremonienmeister" das Besuchsprogramm und die Ausgestaltung der Feierlichkeiten. Er kreierte den ganzen Mythos um die Hochlandbräuche und -kleidung, die Kraft seiner Autorität als altes Brauchtum akzeptiert wurden. Mit der königlichen Visite war der Kilt als "Nationaltracht" geboren. Der Hochländer und seine alten Traditionen schlechthin, besonders aber seine Tänze und selbst die 'Highland Games' wurden von Scott teilweise stilisiert übernommen, teilweise schlicht erfunden und in den Mittelpunkt der Zeremonien gestellt - wo sie zum Wohle der Tourismusindustrie bis heute verblieben.

Die industrielle Revolution verlangte in immer stärkerem Maße nach einer gebildeten Arbeitnehmerschaft. Für mehr als ein halbes Jahrhundert bis etwa 1890 bestimmten die außerordentlich populären 'Whistle-Binkie Pamphlets' das literarische Massengeschehen: 'Love-and-Romance'-Literatur im Stile von Scott für den kleinen Mann, die die sozialen und politischen Realitäten der Zeit ignorierte oder verzerrte: vor allem die Highland Clearances und die massive Urbanisierung im Midland Belt. Die Probleme der Urbanisierung nutzten nachfolgend die 'Kailyard Writer' ("Gartenlauben"-Literaten) aus, die dem Elend der Städte ein bewusst sentimentales Bild der heilen Welt des dörflich-ländlichen Lebens entgegenstellten - und dabei das von Scott vorgezeichnete Sittengemälde der 'traditional highland family' verfestigten.

Wie den Romanen von S.R. Crocket, John Warson und dem wohl bekanntesten J.M. Barrie (der später mit Peter Pan zu Weltruhm gelangen sollte), kann man ihnen grundsätzlich den Vorwurf machen, dass sie das Leben der Umwelt ignorierten, ihre eigene Welt verniedlichten oder gar verkitschten. Die heile Welt ihrer Dramen drehte sich um den Pfarrer, das alltägliche dörfliche Geschehen mit Hochzeit und Beerdigung, Familienzuwachs und Herz-Schmerz-Abschied. Die Städte, das waren große schwarze Löcher fernab des Geschehens, in denen allenfalls überflüssig gewordenen Charaktere auf Nimmerwiedersehen verschwanden.

Der 'Kailyard Dream' fand ein ziemlich abruptes Ende, als 1901 "The House With The Green Shutters" von George Douglas Brown erschien. Ähnlich ernüchternd wirkte John MacDougall Hay's "Gillespie" von 1914. Die schottische Literatur schien auf den Boden der schottischen Realität zurückgefunden zu haben.

Die nationalistische Bewegung der 1930er Jahre brachte dann eine Wiederbelebung des 'Tartan Myth', vielleicht sogar mehr, eine kleine Tartan-Revolution. So unterschiedlich der politische wie der literarische Ansatz der beiden Hauptvertreter - Hugh MacDiarmid und Compton Mackenzie war - in der Wirkung waren sie innerhalb der jeweiligen Lager ähnlich.

Hugh MacDiarmid war ursprünglich angetreten unter dem Motto 'No traditions - Precedents!'. Der radikale, national geprägte Sozialist prangerte einerseits die kulturelle Bevormundung durch die Engländer an, was ihn als Kritiker der in seinen Augen "verlogenen schottischen Tradition" aber nicht hinderte, der schottischen Gesellschaft mit dem Hauptwerk 'A Drunk Man Looks at the Thistle' ein entlarvendes Spiegelbild ihrer selbst vorzuhalten. Als Mitbegründer der 'Scottish rennaissance' und Verfechter des 'synthetic Scots', einer modernen gemeinschottischen Hochsprache als Instrument der eigenen Identitätsfindung, scheute er sich andererseits nicht, den Finger in eine offene Wunde zu legen: die totale Vernachlässigung der gälischen Kultur und Sprache als eine der wichtigsten Wurzeln der schottischen Kultur. Für ihn war dies ein schlagender Beweis für die "Einseitigkeit" wenn nicht gar "Verlogenheit" der schottischen Brauchtumspflege insgesamt. Damit und mit dem gleichzeitigen Scheitern seiner Bemühungen um eine moderne, "gesamtschottische Einheitskultur" wurde er ungewollt - oder aus später Einsicht gewollt (man mag darüber streiten) - zu einem entscheidenden Motor des modernen 'Scottish gaelic revival'. Die 'Gaelic Community' hat dies bis heute nicht annähernd gewürdigt, obwohl sie gerade dadurch zum wichtigsten "Zulieferer" des modernen 'Tartan Myth' wurde, was man ganz getrost als die wohl wichtigste Ursache für das Überleben der schottisch-gälischen Sprache auch in Folge des immensen internationalen Interesses an ihr bezeichnen darf.

Ganz das Gegenteil war Compton Mackenzie. Seine 'ëfinely observed comedy of Scottish life and manners' in seinem Hauptwerk "Monarch of the Glen" richtete sich gezielt an ein Publikum, das in "seinem Schottland" ein Land kalkulierbarer Gefühle und Romanzen sehen wollte. Mehr noch: Mit seinen in den Highlands angesiedelten Romanen "Hunting the Fairies", "Monarch of the Glen", "The Rival Monster" und "Whisky Galore" internationalisierte er den 'Tartan Myth' und verpasste Schottland und den Schotten das bis heute international gültige Image: 'Struggling for life with love and romance in a rough but enchanting landscape'.

Mackenzie war der erste moderne Autor, der den 'Tartan Myth' nicht nur thematisch pflegte, sondern der alle damit verbundenen Elemente nutzt, um einen internationalen Markt von Lesern, die genau das und nichts anderes lesen wollten, zielgerichtet zu bedienen. Wie andere Autoren des 20. Jahrhunderts wob Mackenzie im Gegensatz zu den frühen Protagonisten am Motivteppich des 'Tartan Myth' nicht mehr mit, beutete aber wie kein anderer vor ihm den entwickelten Motivset für sein Werk aus.

Die Welle von Mackenzies Erfolgen schwappte weniger nach Europa, dafür aber um so stärker über den großen Teich und traf dort auf die Nachkommen schottischer Auswanderer, die ein geradezu idealtypisches Marktbild boten: Eine breite Leserschaft in einem Land ohne eine eigene, besonders große historische Tradition, eine Leserschaft aber, die sich ihrer kulturellen Herkunft bewusst war, wenngleich die über lange Zeit andauernde Entfremdung Etliches abgeschliffen und verklärt hatte. Die Botschaft traf auf offene Ohren und nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich daraus eine breite 'back-to-the-roots'-Bewegung, vor allem in der amerikanischen und kanadischen Bevölkerung schottischer Abstammung, aber auch in Australien, Neuseeland und anderen klassischen Auswandererzielen der Schotten.

Während der 'Tartan Myth' bis heute wie ein Schatten auf einigen der bedeutendsten schottischen Autoren und ihrem Werk liegt (neben den bereits genannten, wären hier aufzuführen Neil Munro, George Douglas Brown, Neil M. Gunn oder Iain Crichton Smith) war es nur eine Frage der Zeit, bis der US-amerikanische Literaturbetrieb den 'Tartan Myth' für sich entdecken und vermarkten würde. Nach einigen unbedeutend gebliebenen Vorgängern kann man die Folgeentwicklung nicht besser beschreiben, als es der BBC-Literaturkritiker Carl MacDougall einmal gemacht hat: "Americans await the latest tartan bodice ripper from Diana Gabaldon whose "Outlander" series clearly delivers what her market expects from a Scottish novel".

Literarisch betrachtet ist es ein sehr kurzer, direkter Weg von Mackenzie zu Gabaldon: Auch Gabaldon fügt wie Mackenzie dem Motivmuster keine neuen Elemente hinzu. Wie Mackenzie beutet sie das vorhandenen Motivset nur noch aus. Im alleinigen Unterschied zu Mackenzie müsste man hinzufügen: Gabaldon nutzt das vorhandenen Motivset "gnadenlos" aus.

Das "gnadenlos" ist dabei in erster Linie auf folgenden Umstand zu beziehen. Keiner der Protagonisten des 'Tartan Myth' - abgesehen von Blind Harry und schon mit Einschränkungen James Macpherson - hat je behauptet, Historisches zu dokumentieren oder historische Romane zu schreiben. Alle bewegten sich auf der Ebene "Fiktion", sei es in Versform oder Prosa. Selbst ein Sir Walter Scott, den man als grundsätzlich sehr gewissenhaften Rechercheur sehen muss und der die Masse der Einzelelemente des 'Tartan Myth' etabliert hat, wagt diesen Schritt nicht. Er nannte zwar hier und da Einzelbelege (vgl. den Text zum Stichwort 'Fiery Cross' an anderer Stelle dieser Seite), sah sich aber nie als Volkskundler oder als ein Autor, der vorrangig Volkskunde und Brauchtum in literarische Formen goss.

Ganz anders Gabaldon: Sie insistiert für ihr literarisches Werk auf dem Begriff der 'historic novel'. Auch wenn der Begriff in der englischsprachigen Literaturwissenschaft anders - freier - belegt ist als etwa im deutschsprachigen Kontext, bleibt der Anspruch auf die Vermittlung eines historisch korrekten Welt- und Gesellschaftsbildes im Kern bestehen.

Gabaldon jedoch greift tief in die Klamottenkiste des 'Tartan Myth', mischt munter Elemente gälischer Mythologie, wie das Zeitreisemotiv, mit sozialen und familialen Traditionen von Lowland- und Highlandfamilien. Wie in der Kailyardliteratur entstammen ihre Helden dem gehobenen Bürgertum bzw. dem Landadel, erleben das Alltagsschicksal kleiner Leute allenfalls exkursweise in überzeichneten Ausnahmesituationen. Der Unterschied im Werk Gabaldons zu den klassischen schottischen Autoren des 'Tartan Myth' reduziert sich einzig auf ein Element. Das zentrale Element der 'romance' schottischer Autoren "entgleist" bei ihr zur pointierten Beschreibung sexueller Abenteuer - Ausfluss des Zeitgeistes einerseits, maßgeschneidert auf die Phantasiewelten ihrer bigotten amerikanischen Gesellschaft andererseits.

Das alles wäre ohne Ende diskutabel. Gabaldon selbst ging aber einen Schritt weiter, in dem sie versuchte sich nicht nur als Literatin, sondern als auch Sachbuchautorin zu profilieren. Es war dies ein Versuch, der letztlich gescheitert ist und der vielleicht auch den relativen kommerziellen Misserfolg ihres Werkes in schottischen Landen erklärt: Wer sich auf einen Eric Linklater, einen der unumstritten bekanntesten schottischen Historiker und den wohl profiliertesten schottischen Vertreter des Genres "historischer Roman" des 20. Jahrhunderts als Freund und Gewährsmann beruft, ohne allein schon aufgrund der Lebensdaten eine reelle Chance des Zusammentreffens gehabt zu haben, der stellt sich selber zur Disposition.

Viele Verehrer und Verehrerinnen von Gabaldon bestehen folglich darauf, klar zwischen den Romanen und dem zugehörigen Sachbuch bei der Bewertung ihres bisherigen Werkes zu trennen. Die Frage ist nur: Kann man das?

Die Frage ist relativ einfach beantwortet, wenn man einmal folgenden Gedankengang zu Ende führt: Wie realistisch (hier: schottisch) empfunden ist ein fiktiver Roman, der sich des wichtigsten Merkmals nationaler und kultureller Identität - der Sprache (hier: Gälisch) - als Stilmittel bedient, wenn Hinweise auf Fehler im Sprachgebrauch, ergänzt um Anmerkungen eines "Fachberaters", auf der Ebene des Sachbuches abgetan werden mit (hier frei zusammengefassten) Bemerkungen wie "… das ist alles nicht so wichtig … es ist eh alles nur dekoratives Beiwerk zur Vermittlung von Stimmung …" ?

In diesem Sinne sei eine letzte Betrachtung erlaubt. Man vergleiche abschließend einmal über die Grenzen literarischer Mythen hinweg Zimmer-Bradley und Gabaldon. Zimmer-Bradley war eine echte Vertreterin des 'Arthurian Myth'. Soweit es die Zeit heute noch zulässt, hat sie die Saga sauber recherchiert, modern nacherzählt u n d dem Ganzen eine neue Betrachtungsebene hinzugefügt: Sie erzählte die Arthus-Sage aus der speziellen Sichtweise einer Frau … und hat damit nicht nur einen fantastischen Roman geschaffen, sondern weit darüber hinaus gewirkt bis hinein in völlig neue Ansätze der historischen Forschung. Gabaldon läuft dagegen Gefahr, sich mit ihrem "Sachbuch" im Vergleich dazu schlichtweg zu diskreditieren.

Erfolg - Welterfolg zumal - schafft Neid und Neider, aber er stellt einen Autor oder eine Autorin nicht über alle Kritik. In diesem Sinne bleibt nach allen erforderlichen Abstrichen Folgendes festzuhalten: Betrachtet man Gabaldon als Autorin im Kontext des 'Tartan Myth', dann ist sie - gemessen am Werk jener, die diesen Mythos begründeten - eine Autorin, die mit der Geschichte, Natur und Kultur des Landes recht oberflächlich umgeht, die Brauchtum und Tradition so weit reduziert, wie es für die Vermarktung ihrer modernen Gartenlauben-Romanzen gerade noch erforderlich bzw. dienlich ist.

Literarisch betrachtet beackert Gabaldon mit viel Fleiß den 'kailyard', richtiger: ihren eigenen kleinen 'planticrue' abseits der 'kailyards' ihrer Schwestern Hedwig Courts-Mahler und Rosamunde Pilcher. Mit Schottland, gar dem Schottland zur Mitte des 18. Jahrhunderts hat das gerade noch soviel zu tun, wie die Tatsache, dass es in Schottland 'kailyards' und 'planticrues' gibt. Ansonsten ist ihr Schottland reine Dekoration, reine Makulatur. Mit der wachsenden Zahl der Bände scheint sie es begriffen zu haben und hat den Fortgang der Outlander-Series mehr und mehr auf heimisches Terrain verlagert, das für uns Europäer - und somit auch ihre Schotten - weniger leicht durchschaubar ist.


(tsp/ws)
Mit Dank an die DG-Fans TH, MK und UV für die Überwindung zum Korrekturlesen … ;-)
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