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Oh! my Love's in Germany - Geschichte eines Liedes und seines Schöpfers
Oh! my Love's in Germany
Oh, my love's in Germany, Send him hame, send him hame,
Oh, my love's in Germany, Send him hame.
Oh, my love's in Germany,
Lang leagues 0' land and sea
Frae Westrey and frae me, Send him hame, send him hame.
Oh, my love's in Germany, Send him hame.
Oh, weary fa' the war, Send him hame, send him hame,
That tysed my love sae rar, Send him hame.
Oh, were he hame again,
How blythe we'd be and rain,
But he's rar ayont the main, Send him hame, send him hame.
Oh, my love's in Germany, Send him hame.
Oh, wad some birdie say, Send him hame, send him hame,
To my sodger far away, Send him hame.
How lonely sighs his May,
Conntin' year and month and day,
For oh! her heart is wae, Send him hame, send him hame.
Oh, my love's in Germany, Send him hame.


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'Oh! my Love's in Germany' ist eine der 'Ancient Orkney Melodies', die durch die Sammeltätigkeit von Colonel David Balfour of Balfour [and Trenaby - 1811-1887] überliefert wurde. Als die Sammlung erstmals von Ballantyne, Hanson & Co. 1865 in Edinburgh publiziert wurde, machte Colonel Balfour folgende Anmerkungen zu dem Lied:

"Die vielen Versionen, die sich von dem Lied bis heute in der mündlichen Tradition in Orkney erhalten haben, seine vielfältigen lokalen Bezüge und der Name 'Germany Thomas', bestärken mich in meinem Glauben an die ungebrochene örtliche Überlieferung, dass es sich bei dem Author um Colonel Thomas Traill of Holland, Orkney, handelt. Er begründete in dieser Grafschaft eine bedeutende Familie, war aber als Offizier von Rang unter Gustav Adolph allgemein bekannt als 'Germany Thomas', so wie die klagende Dame, seine Frau, als Mariota oder May Craigie bekannt war."

Howie Firth, der Herausgeber des Nachdrucks der Sammlung Colonel Balfours, macht in seinem Vorwort folgende Anmerkung:

" ... Versteckt in der Sammlung taucht mit dem Lied 'Oh, my Love's in Germany' ein Beispiel von besonderer Tiefe auf. Das Lied ist in Schottland gut bekannt, zumal die Melodie von Burns für sein 'Ye Jacobites by Name' übernommen wurde. Balfour sagt dazu aus, dass das Lied von Colonel Thomas Traill of Holland, Papa Westray, komponiert und getextet worden ist, der um das Jahr 1630 auszog, um sich den Truppen des Schwedenkönigs Gustav Adolph in Deutschland anzuschließen.

Zu den Punkten, die Balfour anmerkt, gehört auch, dass die Melodie den Namen 'Germany Thomas' trägt und es ist in diesem Zusamenhang sehr interessant, einmal einen Blick auf die Anmerkungen zu werfen, die Ernest Marwick seiner Sammlung klassischer orkadischer Verse beigegeben hat. Er zitiert aus einem Büchlein, das 1883 von Dr William Traill of Woodwick veröffentlicht worden ist; er sprach gleichfalls davon, dass der Name 'Germany Thomas' bei den Traills of Holland noch gut in Erinnerung war. Colonel Traill's Ansehen als "Liedermacher" rührt ganz wesentlich von einem Song her, den Dr Traill gleichfalls wiedergibt, und der den Titel 'Till All the Floods Run Dry' trägt. Es ist die älteste von mehreren verschiedenen Fassungen eines Liedes, das von Robert Burns aufgegriffen und in seinem Lied 'The Red, Red Rose' verarbeitet worden ist. Nach den Ausführungen von Dr Traill galt es in der Familie als gute Tradition, dass besagter 'Germany Thomas' den Originaltext verfasst hatte:

Farewell, farewell, my dearest dear
Now farewell for a while,
Tho' I must go, I'll come again,
If 'twere ten thousand mile.

Ten thousand mile, my dearest dear,
Through Flanders, France and Spain,
My heart can never be at ease,
Till I see thee again.

Die Worte scheinen in der Tat auf den Abschied eines Soldaten zu passen, der in den 30-Jährigen-Krieg zieht. Das Schweden des 17. Jahrhunderts bot den Schotten vielfältige militärische und wirtschaftliche Chancen. Orkney hatte in den Jahren von 1623 bis 1636 eine Reihe sehr schlechter Ernten; dadurch kam es zu vermehrten Auswanderungen, deren ganzes Ausmaß etwa durch die Zahl von 78 Familien deutlich wird, die Hugh Marwick zwischen 1613 und 1650 als zugewanderte Neubürger allein für die norwegische Stadt Bergen nachweisen konnte.

Der schwedische König Gustav Adolph hatte in seinen Diensten nicht weniger als 34 schottische Obristen und 50 Oberstleutnante, von denen viele während der großen Rekrutierungskampagne 1629 bis 1631 angeworben worden waren. Zu den Veteranen aus schwedischen Diensten, die später nach Schottland zurückkehrten, um ihre militärischen Karrieren meist sehr erfolgreich fortzusetzen, gehören auch die Gebrüder Leslie, Alexander und David. James King, 1589 auf der Orkney Insel Hoy geboren, trat 1615 in schwedische Dienste, wurde 1632 Oberst und zwei Jahre später Generalmajor.

In schwedischen Diensten unter Gustav Adolph scheint es gemessen an der Bevölkerungszahl der Orkney eine überproportional große Gruppe Kommandeure gegeben zu haben, zu der neben weiteren Mitgliedern der Familie King eben auch der besagte Colonel Thomas Traill of Holland von Papa Westray gehörte. Weit weg im fernen Deutschland weilte er in seinen Gedanken aber bei seiner Frau in Orkney:

Oh! all our friends we ne'er shall please
They look with angry eye;
But I will love thee faithfullie
Till all the floods run dry.

Till all the seas run dry, my dear,
And the rocks melt with the sun,
I still will love thee faithfullie,
Till all these things be done.

... "

Nach seiner militärischen Karriere im 30-Jährigen-Krieg kehrte 'Germany Thomas' auf seinen Besitz in Orkney zurück. Den Rest seines Lebens verbrachte er auf seinem Estate, der Holland Farm (das ist die 'Farm auf dem hohen Land') auf der Insel Papay Westray. Holland Farm war damals (und ist bis heute) die größte Farm auf Papa Westray. Als Laird of Papa Westray und als einer der reichsten Orkadier seiner Zeit kontrollierte er weite Teile der nördlichen Inseln von Orkney: Papay Westray, Westray und North Ronaldsay. Zusammen mit seiner Frau Mariota hatte er später fünf Kinder: George, Patrick, Thomas, William und Elizabeth. Ihre Nachkommen bestimmten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nachhaltig das wirtschaftliche und politische Geschehen in Orkney - ohne je wieder einen musikalisch oder dichterisch vergleichbar bedeutenden Spross hervorgebracht zu haben.


(tsp/ws)
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