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Übersicht über die Verbreitung der Sprachen
Sprachlich gliedert sich Schottland in zwei Sprachgebiete: Gaelic und Scots. Beide Sprachen gehören zur indo-europäischen Sprachfamilie.

Das Scottish Gaelic gehört neben dem Irish Gaelic und dem Manx (heute ausgestorben) zum sogenannt Goidelic oder q-keltischen Zweig der keltischen Sprachen (im Gegensatz zum Brythonic oder Cymric des p-keltischen Zweigs, zu dem das Walisisch, Cornish (ausgestorben) und das Bretonisch gehören).

Das Scots gehört zu den (West-) Germanischen Sprachen wie das English, aus dem heraus es sich ab etwa dem 11. Jahrhundert entwickelt hat. Ausgehend vom Old English hat es dabei Sprachelemente aller im Gebiet des heutigen Schottlands lebender Volksgruppen aufgenommen einschließlich des aller Wahrscheinlichkeit nach nicht indo-europäischen Piktish, das sich zumindest in etlichen Eigennamen erhalten hat.

Beiden heutigen Sprachformen ist gemeinsam, dass sie in einer Vielzahl von Dialekten extistieren, die nicht codifiziert, d.h. zu einer für den jeweiligen Landesteil allgemeingültigen Hochsprache standardisiert sind, was ihre Verwendung im täglichen Sprachgebrauch - etwa auch als Parlaments- und Rechtssprache - deutlich behindert bzw. bisher unmöglich gemacht hat. Verkehrs- und Amtssprache ist aus diesem Grunde allein das Englische.

copyright tsp/ws

Das Gälisch war einst die Sprache der Highlands während das Scots auf die Lowlands beschränkt war (darum oftmals auch als Lowland Scots bezeichnet, obwohl es das Gegenstück, ein Highland Scots, nie gegeben hat). Seit dem 15. Jahrhundert befindet sich das Gälisch aber auf einem permanenten Rückzug, so dass es heute praktisch auf die Western Isles, Teile der Inneren Hebriden und kleinere Sprachinseln an der Westküste beschränkt ist. Demgegenüber breitete sich das Scots seit dem 12. Jahrhundert immer weiter nach Norden und Osten aus, bis es schließlich die Northern Isles erreichte und das dort gesprochene Norse absorbierte.

Im Gegensatz zum Gälisch, dessen Status als eigenständige Sprache unbestritten ist, gibt es bis heute einen Gelehrtenstreit darüber, ob das Scots überhaupt eine eigenständige Sprache oder "nur" ein Dialekt des Englisch ist. Wichtigste Unterscheidungsmerkmale sind jedoch: Das Scots hat die "große englische Lautverschiebung" am Übergang vom Alt-Englisch zum Mittel-Englisch nicht mitgemacht, Lautbildungen mittel Diphtonge sind wesentlich stärker erhalten geblieben, es hat bei einer Vielzahl von Lehnwörtern ein weitgehend eigenständiges Vokabular, in viel stärkerem Maße unregelmäßige Pluralbildungen und unregelmäßige Verben. Bezieht man die zeitlich gesehen letzte Stufe des Scots, das Insular, mit ein, bestehen zudem beachtliche grammatikalische Unterschiede in der Zeitenbildung und Zeitenfolge gegenüber dem Englisch (I am been... / Iwas been ... etwa im Gegensatz zu I have/had been ...).

copyright tsp/ws

1991 sprachen noch 69.510 Schotten gälisch, genauer gesagt 69.510 Schotten älter als drei Jahre hatten die Frage "Können sie gälisch schreiben und lesen?" mit "ja" beantwortet. Zehn Jahre später waren es nur noch knapp 60.000 Schotten. Das waren jeweils knapp 1,4 bzw. 1,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Vergleichszahlen für den "Scots speaking" Bevölkerungsteil wurden nicht erhoben.

Regionalisierungen lassen sich auch nur auf Basis der 1991er Daten durchführen. Danach lebten mehr als zwei Drittel der gälisch sprechenden Bevölkerung allein auf den Äußeren Hebriden und rund 7% in der Region Highlands, wo aber nur noch zwei Parishes auf Skye einen gälisch sprechenden Bevölkerungsanteil von mehr als 50 % erreichten.

Region Gälischsprechende (Bevölkerungsanteil)
Borders 460 (0.45%)
Central 1.612 (0.61%)
Dumfries & Galloway 515 (0.35%)
Fife 1.477 (0.44%)
Grampian 2.491 (0.50%)
Highland 14.713 (7.39%)
  davon Skye & Lochalsh 4.715 (41.16%)
davon Kilmuir (73.2%)
Snizort (52.5%)
Lochaber 1.988 (10.52%)
Inverness 3.476 (5.77%)
Ross & Cromarty 2.812 (5.82%)
Lothian 4.206 (0.59%)
Strathclyde 18.283 (0.83%)
davon Argyll & Bute 4.583 (7.23%)
Glasgow City 6.300 (0.96%)
Tayside 2.479 (0.66%)
Orkney 92 (0.48%)
Shetland 105 (0.47%)
Western Isles 19.546 (67.23%)
total 65.978 (1.34%)

Die restliche, gälisch sprechende Bevölkerung konzentrierte sich im Wesentlichen auf den Großraum Dun Eideann (Edinburgh) = 3.089 gälisch sprechende Einwohner, die sich im Wesentlichen durch die Aktivitäten des Lehrstuhls für Gälische Sprache an der dortigen Universität erklären lassen.

Zu beiden Sprachen bleibt abschließend anzumerken, dass sich in den klassischen Auswandererzielgebieten der Schotten Sprachinseln erhalten haben, die teils eine ganz erhebliche Sprecherzahl erreichen. So schätzt man, dass allein in der nordirischen Region rund 50.000 einsprachig Ulster-Scot sprechende Menschen leben, während im kanadischen Mittelwesten Sprachinseln mit 3000 und mehr einsprachig Scottish gaelic sprechenden Bewohnern existieren.


(tsp/ws)
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