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Die Bevölkerung Schottlands
Anhand der nachstehenden vier Karten zur Verteilung, Entwicklung der Einwohnerzahlen, Altersstruktur und Herkunft wollen wir einige Hinweise zur schottischen Bevölkerungsstruktur geben. Die dazu herangezogenen Daten entstammen alle den Ergebnissen der letzten Volkszählung von 2001, wie sie von SCROL - Scotland's Census Records OnLine veröffentlicht wurden.

copyright tsp/ws

Bevölkerungsverteilung
Abweichend von sonst üblichen Formen haben wir uns für eine Darstellung nach Einwohnergrößenklassen auf der Basis der absoluten Bevölkerungszahlen entschieden. Sie spiegelt ein etwas differenziertes Bild wieder als die Darstellung der Einwohnerdichte (allein 28 der 32 Unitary Authorities haben eine Bevölkerungsdichte von maximal 6 Einwohnern pro Hektar!).
Etwa ein Fünftel der gesamten schottischen Bevölkerung von insgesamt 5062011 Einwohnern Schottlands lebt in den beiden Großstädten Glasgow und Edinburgh, ein weiteres Fünftel in den angrenzenden Counties Fife, North und South Larnakshire. Zusammengerechnet leben also etwa 40 Prozent der Einwohner auf nicht einmal 10 Prozent der Fläche Schottlands.
Die absolut geringsten Einwohnerzahlen weisen die drei Island Coucils von Orkney, Shetland und den Western Isles auf. Unter Berücksichtigung ihrer geringen Fläche muss man aber festhalten, dass sie immer noch etwas dichter besiedelt sind als die Highlands oder Argyll & Bute, die den Durchschnitt der Bevölkerungsdichte aufgrund der großen Flächen drstisch herunterdrücken.

copyright tsp/ws

Bevölkerungsentwicklung 1991-2001
Größter Verlierer war die Region der Western Isles. Sie verloren in den 10 Jahren zwischen den letzten beiden Volkszählungen mit fast 10,5 Prozent mehr als jeden zehnten Einwohner. Mit weitem Abstand aber immer noch deutlichen Verlusten folgen auf der Verliererseite die Councils von Inverclyde, West Dumbartonshire und Glasgow sowie die Shetland Inseln.
Im Falle der Clyde-Region machen sich dabei einerseits die Folgen der wirtschaftlichen Umstrukturierung der gesamten Region deutlich, andererseits kam es zu kleinräumigen Bevölkerungsverlagerungen in die benachbarten Gebiete von East Renfrewshire und Stirlingshire, die einen nicht unerheblichen Teil ihrer Zugewinns aus Abwanderungen aus der Clyde-Region erzielt haben.
Spitzenreiter auf der Gewinnerseite waren Edinburgh und East Lothian sowie vor allem West Lothian, dessen Einwohnerzahl im Vergleichzeitraum um deutlich mehr als 10 Prozent stieg.

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Alterstruktur
Die durchschnittlich jüngste Bevölkerung lebt in einem schmalen Streifen, der sich von Glasgow über North Lanarkshire und West Lothian (jüngste durchschnittliche Bevölkerung überhaupt) bis nach Edinburgh erstreckt. Vergleichbar günstige Werten erreichen neben Clackmananshire aber auch noch die Stadt Aberdeen und das Hinterland.
Die Ursachen dafür liegen auf der Hand: Der gesamte Midland Belt und die Region Aberdeen sind zum einen die wirtschaftlich stärksten Regionen, zugleich beherbergen sie aber auch die mit Abstand größten Hochschulstandorte des Landes.
In den an den Midland Belt angrenzenden Counties sinkt das Durchschnittsalter drastisch ab: Hier wird ein Phänomen deutlich, dass für andere Agglomerationsräume Europas als "Pensionärsgürtel" beschrieben worden ist: Wirtschaftlich durchweg abgesicherte Familien mit Haushaltsvorständen in der zweiten Lebenshälfte verlassen die trubeligen Städte, bleiben aber in ihrer Nachbarschaft.
Die deutlichsten Anzeichen für eine Überalterung zeigen die Western Isles, deren Bevölkerung das höchste Durchschnittsalter aufweist: Sie ist im Schnitt 5,5 Jahre älter als die Bevölkerung in West Lothian. Das sieht auf den ersten Blick nicht so dramatisch aus, ist aber statistisch gesehen ein sehr beachtlicher Wert, mehr als zweimal so groß wie die Spanne zwischen dem Durchschnittsalter der schottischen Männer (37 Jahre) im Vergleich zu schottischen Frauen (39 Jahre).

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Abstammung
Die Frage nach der Abstammung der Bevölkerung zeigt das überraschendste Ergebnis. Normalerweise wäre zu erwarten gewesen, dass es gerade die ländlich strukturierten Gebiete sein müßten, die die höchsten Anteile an gebürtigen Schotten aufweisen - ein Bild, wie ihm annähernd die Western Isles gerecht werden.
Dennoch läßt sich das geradezu umgekehrte Bild am Beispiel der schottischen Verhältnisse relativ leicht erklären. Der wirtschaftlich attraktive Midland Belt ist halt auch für junge Schotten interessant, die die Zuwanderungen von außerhalb Schottlands kompensieren. Gerade sie aber gehen nicht direkt in die Zentren wie Glasgow und Edinburgh, sondern in die angrenzenden Regionen.
Im Umkehrschluss heißt dies aber auch: Wandern Schotten aus den ohnehin einwohnerschwachen ländlichen Gebieten ab, dann genügen Zuzüge von "wenigen Dutzend" Engländern, Deutschen oder Skandinaviern, die ein B&B auf Skye oder in Argyll betreiben oder einen Job in den Basisbetrieben der Erdölindustrie am Dornoch Firth finden und sich dort niederlassen, um den Anteil gebürtiger Schotten in weiten Regionen zu drücken.


(tsp/ws)
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