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Die Bevölkerung Schottlands - Bewohnte Inseln
Die amtliche Statistik weist auf der Basis der letzten Volkszählung von 2001 insgesamt 55 bewohnte Inseln in Schottland aus. Doch wie in den meisten Fällen, wenn man sich allein auf die amtliche Statistik verläßt, ist man im wahrsten Sinne des Wortes "verlassen".

Tatsächlich gab es 2001 - und gibt es bis heute - bis zu 80 bewohnte Inseln. Die Differenz erklärt sich aus der Systematik der amtlichen schottischen Statistik, nach der "eine bewohnte Insel" nur dann eine bewohnte Insel ist, wenn sie gleichzeitig selbständige Verwaltungsgemeinde, eigenes Civil Parish oder wenigstens ein eigenständiger, statistischer Zählbezirk ist bzw. nicht ausschließlich von einer "Anstaltsbevölkerung" bewohnt wird (Militär, geistliche Orden etc.). Dadurch fallen bis zu 25 "bewohnte Inseln" durch das Berichtsraster.

Regional lassen sich die Inseln in folgende vier Gruppen zusammenfassen:

Shetland und
Orkney, beide der schottischen Nordküste vorgelagert, und
Eilean Siar (die Western Isles oder Äußeren Hebriden)
Bei der vierten Gruppe handelt es sich um die politisch
unselbständigen Inseln, die der Westküste unmittelbar vorgelagert sind, insbesondere um die Inneren Hebriden von Skye bis Islay sowie die Inseln im äußeren Firth of Clyde (im weiteren Sinne auch als Arran Islands - nach der größten Insel) bezeichnet. Verwaltungstechnisch gehören diese Inseln zu den Regionen Highland und Strathclyde bzw. zu den Unitary Authorities Highland, Argyl & Bute sowie North Ayrshire.

Die ersten drei Inselgruppen bilden jeweils für sich eigene Verwaltungseinheiten, Unitary Authorities (Island Councils).


Seit St Kilda und einige andere, kleinere Inseln in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts von der Zivilbevölkerung geräumt wurden, ist die Zahl der bewohnten Inseln mit etwa 75 bis 80 nahezu konstant geblieben. Es gab aber immer wieder Versuche, einzelne aufgelassene Inseln erneut zu besiedeln (z.B. Vementry/Shetland durch eine Kommune in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts), doch dauerhafter Erfolg war bisher nur den Klostergründungen auf Holy Island (Buddhisten) und Papa Stronsay (röm. kath. Orden) beschieden.

Allen Inseln gemeinsam ist, dass sie noch einmal deutlich weniger dicht besiedelt sind als das schottische Festland. Dabei gibt es - immer nur auf Basis der bewohnten Inseln - innerhalb der Inselgruppen ganz deutliche Unterschiede: Eilean Siar ist etwa so dünn besiedelt wie die Highlands, aber selbst die bevölkerungsreichsten Inseln der Inneren Hebriden und im Clyde erreichen über alle betrachtet nur gut die Hälfte der Bevölkerungsdichte ganz Schottlands. Für einige der Inseln - etwa Egilsay, Graemsay und Wyre in Orkney - können wir begründet annehmen, dass sich ihre Bevölkerungszahlen seit den Tagen der Wikinger nicht wesentlich verändert haben. Andere - etwa Skye und weitere Inseln der Inneren Hebriden - haben insbesondere durch die Highland Clearances und zeitlich etwa parallel verlaufende Wirtschaftskatastrophen (Kartoffelpest) in der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert teils drastische Einschnitte in der Bevölkerungsentwicklung erlebt. Einer der regionalen Entwicklungssituation "angepasst positive" Entwicklung zeigen nur einige (durchweg per Damm oder Brücke mit den jeweiligen Mainlands verbundene) Inseln in Orkney und Shetland als "Ausweichstandort" für die nächstgelegenen Zentren Kirkwall, Scalloway und/oder Lerwick.

Bevölkerungsdichte der bewohnten Inseln
Region Einwohner pro qkm
Durchschnitt über alle Inseln 21
davon Eilean Siar 9
Shetland 16
Orkney 20
übrige Inseln 33
Schottland insgesamt 65
Schottland Minimum (Highland) 8
Schottland Maximum (Glasgow) 3493

Noch ein wesentlicher Unterschied wird anhand der Statistik sofort deutlich: Die Bevölkerung der Inseln ist überaltert. Die gut zwei Jahre Unterschied im durchschnittlichen Lebensalter scheinen auf den ersten Blick vernachlässigbar. Bezieht man aber das unterschiedliche Durchschnittsalter auf die heute durchschnittliche Lebenserwartung aller Schotten, werden die Unterschiede schon deutlicher: Der durchschnittliche Festländer hat noch gut rund 10% mehr an durchschnittlicher Lebenserwartung "vor sich" als der Insulaner. Die Ursache hierfür liegen wesentlich in zwei Gründen: Viele Insulaner verlassen im erwerbsfähigen Alter (oftmals mit Familie und insbesondere Kindern) die Inseln, kehren aber selbst (oder ihre Kinder) im Rentenalter auf ein "Altenteil" auf den Inseln zurück. Extreme Beispiele: Auf der "Rentnerinsel Lismore" hat der Durchschnittsbewohner die durchschnittliche Lebenserwartung zu annähernd 70% durchlebt, auf der Shetlandinsel Trondra, einem "Ausweichstandort für junge Familien" aus den Zentren Scalloway und Lerwick erst zu 45%.


(tsp/ws)
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