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Gordon Setter
copyright tsp/jk
Gordon (Bolero's Barbarossa) von Jeanine Krock
Gordon Setter sind die schottischen Verwandten ihrer meist bekannteren Jagdkollegen aus Irland und England. Alle drei Rassen gehören zur Gruppe der Vorstehhunde.

Die schottischen Setter verfügen über große Ausdauer, sind beweglich und flink. Ihr ausgeprägter Instinkt und ihre Intelligenz erleichtern die Ausbildung enorm, allerdings sollte man nie vergessen, dass diese Rasse selbstbewusst genug ist, um auch mal eigene Entscheidungen zu treffen. Sofern gut erzogen, konzentrieren sie sich jedoch voll auf ihre Bezugsperson. Gehen sie ihrer Leidenschaft, der Jagd, nach, entwickeln Gordon Setter vielfältige Talente.

Nicht jagdlich geführte Gordons sollten unbedingt mit entsprechenden Spielen und Übungen gefördert werden, da sie sich ansonsten schnell langweilen und ihr wunderbarer Esprit allmählich verkümmert.

Alle Setter kommen bestens mit Artgenossen aus, so auch die schwarz-roten Highlander. Gordons sind würdevolle, generell gutwillige und freundliche Tiere, die sich Fremden gegenüber nie feindselig, sehr wohl aber reserviert geben. Viele lassen sich von Besuchern nicht gerne streicheln und, obwohl keine klassischen Wachhunde, schlagen sie mit sehr tiefer Stimme durchaus an, wenn Fremde sich ihrem Revier nähern.
Ihre Familie ist ihnen besonders wichtig, sie mögen Kinder und brauchen eine souveräne, liebevolle, aber auch konsequente Bezugsperson. Gordon Setter sind außerordentlich sensible Tiere, Streit in der Familie, ein lautes Wort bei der Erziehung, all das kann auch ein ausgeglichenes Tier für Stunden verstören. Sie ziehen sich dann zurück und müssen "den Schreck" erst einmal verarbeiten. Sie sind für die ausschließliche Zwingerhaltung, zumal als Einzeltier, ungeeignet.

Wahrscheinlich erwartet man nichts anderes von einem schottischen Hund, aber es ist dennoch bemerkenswert, wie robust Gordon Setter sind. Sie habe keine Probleme mit schwierigem Terrain oder Stoppelfeldern, brauchen wenig Wasser und lieben zu jeder Jahreszeit ein Bad in reißenden Flüssen, Bächen oder Seen. Ihr seidiges Fell reinigt sich danach fast wie von selbst. Sieht man einen Gordon frei laufen, erinnern sein raumgreifender Trab und der gestreckte Galopp an die Eleganz eines Vollblüters.
Anders als andere Vorstehhunde, kreisen Gordon Setter ihre Beute gerne ein, anstatt ihr vorzustehen. Die Anlage dazu wird durch ihre enge Verwandtschaft zum Collie erklärt und ist unter Jägern weniger beliebt. Gordon Setter arbeiten etwas langsamer und bedächtiger als ihre Verwandten und suchen etwas weniger weit, dafür jedoch zäh und ausdauernd.
Das schwarz-braune Fell passt sich besonders im Herbst perfekt der Landschaft an, sehr zum Leidwesen mancher Besitzer, die ihren Hund auch deshalb schon gelegentlich aus den Augen verloren haben. Im Feld zeigen Gordon Setter eine systematische Galoppsuche mit hoher Nase. Soll der Hund zum Jagdgehilfen werden, bedarf es einer bereits im Welpenalter individuell angepassten, mit Konsequenz und Überlegung durchgeführten Ausbildung.

Britische Gemälde mit Jagdszenen aus dem 17. Jahrhundert zeigen Hunde, die den heutigen Settern sehr ähnlich sind. Einige der Tiere hatten bereits ein schwarz-rotes Fell. Ob der 4. Duke of Gordon (1743 -1827, Gordon Castle Fochaber) diese Farben bevorzugte, oder doch lieber schwarz-weiße Hunde mochte, die man draußen in den Highlands besser sehen konnte, wird nicht mehr zu klären sein. Man geht jedoch davon aus, dass er den Grundstein zur Rasse des heutigen Gordon Setters gelegte hat, die allerdings erst seit den 1920er Jahren seinen Namen trägt. Ursprünglich waren Jagdhunde mit der typischen Farbgebung unter dem Namen Black&Tan Setters bekannt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Gordon Setter in Großbritannien weit verbreitet, bald darauf brachten britische Diplomaten einige Tiere nach Deutschland und später wurden sie besonders im Raum München so beliebt, dass man sie auch unter dem Namen "Münchener Setter" kannte. Nach dem zweiten Weltkrieg existierte diese Rasse in Deutschland nur noch vereinzelt. Seit einiger Zeit wird jedoch wieder verstärkt Wert auf die jagdlichen Eigenschaften der Gordons gelegt und nur mit Hunden, die eine entsprechend bestandene Prüfung vorweisen können, darf offiziell gezüchtet werden. Wie bei vielen Jagdhunderassen lehnen nicht wenige Züchter die Abgabe ihrer Tiere an Nicht-Jäger sogar grundsätzlich ab.


Noch mehr Wissenswertes:
Wenn Ihr Gordon Setter durchnässt nach Hause kommt, reiben Sie ihn gründlich ab und entfernen getrocknete Schlammschichten mit einem Metallkamm. Diese Rasse hat, anders als beispielsweise Golden Retriever, kein dichtes Unterfell und die Hunde trockenen deshalb relativ schnell. Natürlich sollten sie in diesem Zustand nie Zugluft ausgesetzt werden, oder lange liegen/sitzen müssen. Setter sind ideale Begleiter für Jogger oder Radfahrer, letzteres sollte man allerdings erst nach dem ersten Lebensjahr trainieren. Sie haben einen ausgeprägten Jagdtrieb und Leinenführigkeit bleibt bei vielen Gordon Settern ein lebenslanges Problem.

Wöchentliches Kämmen und Bürsten entfernt abgestorbenes Haar und Kletten, zudem beugt es Verfilzungen des Behangs an Beinen, Brust und Bauch vor. Setter brauchen kein Schaumbad, ihr Fell sollte sich im Normalfall nach einem Ausflug in den nächstgelegenen Teich oder Bach selbst reinigen und der Sprung in die Wanne eine Ausnahme bleiben. Die Sohlenballen kann man übrigens im Herbst/Winter vorbeugend mit einer Speziallösung (Tierarzt fragen) behandeln. Das Fell zwischen den Zehen wächst dicht und bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit. Außerdem sollte man regelmäßig den Zustand der Ohren und Augen prüfen.

Hunde aus einer guten Zucht (VDH) sind in der Regel bestens sozialisiert, dennoch ist der Besuch einer Welpenschule zu empfehlen. Sehen Sie sich vor dem Kauf bereits einige Anbieter in ihrer Umgebung an. Für die Gehorsamsausbildung eines Gordon Setter sollten Sie keine reinen Schutzhundeplätze besuchen. Erkundigen Sie sich nach den Erfahrungen des Hundetrainers mit Jagdhunden. Dies erspart Ihnen später Enttäuschungen.

Gute Züchter helfen nach Abgabe eines Welpen gerne, falls der Hundebesitzer einmal nicht weiterweiß. Viele bieten Hundegeburtstage, Sommerfeste, Herbstspaziergänge oder auch Trainingswochen an. Und falls sich ihre Lebensumstände einmal ändern sollten, dann haben sie ja hoffentlich eine Klausel in Ihrem Vertrag, die Ihnen ermöglicht, den Hund an den Züchter zurückzugeben.

Rüden haben idealerweise eine Widerristhöhe von 66 cm, Hündinnen 62 cm. Je nach Größe liegt ihr Gewicht zwischen 25 und 30 kg. Die gewünschte Farbe wird als ein tiefglänzendes Rabenschwarz, ohne Rotschimmer, mit kastanienrotem, leuchtendem Brand bezeichnet. Wirklich erwachsen werden Gordon Setter erst mit zwei bis drei Jahren, sie haben eine Lebenserwartung von etwa 14 Jahren.


(tsp/jk)
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