Whalewatching - das Beobachten der großen Meeressäuger - hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu einer Art Volkssport unter den Touristen entwickelt. Die Ursachen dafür ligen in folgenden Bereichen.
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Fast alle Bestände haben sich als Folge der Fangverbote (an die sich |
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allerdings nicht alle Anrainerstaaten des Nordatlantiks halten) deutlich erholt, so dass die Chancen, auch in relativ südlichen Gefilden, einen Wal zu sichten, merklich gestiegen sind. |
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Es scheint zumindest bei einigen Walarten ein verändertes Wander- |
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ungsverhalten zu geben (oder eine Rückkehr zu altem Wanderverhalten), das sie wieder häufiger in schottische Gewässer führt. |
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Spätestens mit dem Film Free Willy rückten die Wale, insbesondere |
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die Orkas, stärker in das Bewusstsein der breiten Bevölkerung und weckte eine entsprechende Nachfrage: "Einmal einen richtigen Wal sehen!" |
Doch was bekommt der Tourist normalerweise zu sehen oder vor die Fotolinse? Von den zwei großen Walgruppen (Zahn- und Bartwale) sind es fast ausnahmslos die kleineren Zahnwale, zu denen auch die Delphine gehören. Weit über 95% aller Touristensichtungen beschränken sich auf 'Schweinswale' und 'Grindwale' mit gelegentlichem Vorkommen von 'Weißschnauzen Delphinen'. Ganz gelegentlich kann er sich mal an einem 'Schwertwal (Orka)' erfreuen. Die englischen Namen der beiden häufigsten zu beobachtenden Arten machen deutlich, warum dem so ist: Die 'Harbour Porpoise' und die 'Pilot Whales' zeigen in der Regel wenig Scheu vor den Menschen, dringen bis in die Häfen vor und begleiten (pilotieren) ihre Fischereifahrzeuge.
Von den wesentlich größeren Bartwalen, die im Allgemeinen auch größere Wassertiefen bevorzugen, als der Kontinentalschelf vor der schottischen Küste sie bietet, entfallen die meisten Beobachtungen auf 'Zwerg- oder Minkwale', seltener auf 'Finnwale'. Alle anderen Vorkommen, die durchaus von "Spezialisten" beobachtet wurden, sind so selten, dass es ein ausgesprochener Glücksfall wäre, sie bei einer mehr oder minder zufälligen Ausfahrt anzutreffen. Zudem besteht der dringende Verdacht, dass es sich bei den dann doch zu beobachtenden Tieren um versprengte und verirrte Jungtiere oder kranke Alttiere handelt.
Doch woran erkennt der Laien, um welche Walart es sich handelt, die er gerade entdeckt hat? - zumal, wenn kein sachkundiger Führer dabei ist. Dazu sollen die nachstehenden Beschreibungen der wichtigsten vor Schottland vorkommenden Arten einige Ansatzpunkte liefern:
Schweinswal - Harbour Porpoise
55-65kg / 1,4-1,9m
Stromlinienförmiger Körper, markante dreieckige Rückenflosse etwas hinter der Körpermitte, durchgehend nahezu gleichförmige Rückenfärbung, tritt of in Gruppen auf.
Weißschnauzen Delphin - White-beaked Dolphin
180-275kg / 2,5-2,8m
Stromlinienförmiger Körper, markante "segelförmige" Rückenflosse etwa in Körpermitte, hinter der Rückenflosse zieht sich eine hellgraue bis weißliche Färbung bis auf den Rücken hoch.
Grindwal - Pilot Whale
1,5-3,0t / 4,0-7,0m
Stumpfer, kugelförmiger Kopf, auffällige, gerundete Rückenflosse beginnend etwa am Ende des 1. Körperdrittels, einheitliche Färbung, tritt in großen Gruppen (Schulen) mit bis zu mehr als 100 Tieren auf.
Schwertwal (Orka) - Killer Whale
2,6-9,0t / 5,5-9,8m
Stromlinienförmiger Körper, steil stehende, nahezu gleichschenkelige, große Rückenflosse, auffallende Färbung (blauschwarz-weiß), wobei sich weiße Flecken am Kopf und im Hinterteil die Flanke hochziehen, also auch oft über Wasser zu sehen sind.
Nördlicher Entenwal - Northern Bottlenose Whale
5,8-7,5t / 7,0-9,0m
Gestreckter, etwas plump wirkender Körper, markanter, hellerer, wulstartiger 'Buckel' über dem vorspringenden Maul, deutlich braun-graue Rückenfärbung.
Zwergwal - Minke Whale
5,0-10,0t / 7,0-10,0m
Kleinster Bartenwal, langestreckter Körper mit in Ruhe fast geradem Rücken, in der Mitte der Längsachse zieht sich die deutlich hellere Bauchfärbung bis auf den Rücken, markante, segeförmige aber kleine Rückenflosse, dahinter ein langestreckter Muskelkamm zur Schwanzflosse.
Buckelwal - Humpback Whale
25-30t / 11,5-15m
Einheitlich schwarzblaugraue Färbung des stromlinienförmigen Körpers, relativ unscheinbare Rückenflosse, markant: Besatz mit Seepocken insbesondere im Kopfbereich, markant auch: die langen, rundlich auslaufenden Bauchflossen, die auch schon mal gerne aus dem Wasser gehoben werden ('Winkbewegung').
Finnwal - Fin Whale
30-80t / 18-22m
Vor allem noch nicht ausgewachsene Tiere für den Laien kaum von Zwergwal zu unterscheiden, wichtigstes Merkmal: die fehlende helle Färbung des Mittelrückens und eine insgesamt dunklere Färbung, bei Alttieren: die Größe und der ausgeprägtere Muskelkamm vor der Schwanzflosse.
Blauwal - Blue Whale
110-120t / 21-27m
Wer je einen gesehen hat, der weiß, was er gesehen hat! Ansonsten: Die Größe, die einheitlich blaugraue Färbung, die sich so weit die Flanken hinunterzieht, dass die hellere Bauchfärbung praktisch nie zu sehen ist, ein deutlich ausgeprägter 'Höcker' im Bereich des Blaslochs und eine auffallend unscheinbare Rückenflosse.
Bleibt abschießend die Frage "Wohin fährt man in Schottland, wenn man Wale beobachten will?" Grundsätzlich bieten sich fünf "höffige" Reviere an:
Shetland
In den Gewässer um Shetland operieren mehrere Touranbieter ab Lerwick. Die eindeutigen Vorteile dieses Reviers: Man kann auch schon einmal größere Gruppen (Schulen) von Schweinswalen und von den Färöer herüberkommenden Grindwalen mit 20 oder mehr Tieren erleben. Auch gelegentlich vorbeiziehende große Bartenwale sind hier noch am ehesten anzutreffen. Dazu muss man nicht einmal hinaus aufs Meer, sondern bei Sumburgh Head, ander Südspitze von Shetland Mainland wurde ein Beobachtungspunkt mit entsprechenden Erläuterungstafeln eingerichtet. Zudem bieten die großen Seehundkolonien ab und an einem Orka die Gelegenheit zum ausgiebigen Mal.
The Minch
Auch im Seegebiet zwischen Lewis und der schottischen Westküste tauchen große Tiere der verschiedenen Arten immer wieder einmal auf. Hier operieren Touranbieter sowohl aus Stornoway/Lewis als aber auch vo den Festlandshäfen Gairloch und Lochinver.
Sea of the Hebrides
Das Seegebiet vor der Insel Mull bedienen Veranstalter von der Insel Mull, der gegenüberliegenden Festlandsküste aber auch Tourveranstalter ab/bis Oban. Es ist ein sicheres Revier zumindest für die Beobachtung von Schweinswalen, Grindwalen sowie gelegentlichen Delphinen und ab und zu ein Orka. Es ist allerdings das in dieser Hinsicht am besten erschlossene Revier und entsprechend nachgefragt und kostspielig sind die Angebote.
Moray Firth & Firth of Forth
Beide Nordseereviere sind ganz gut für die Beobachtung von Schweinswalen, seltener Grindwalen und gelegentlich von Delphinen. Alles andere wären ausgesprochene Glücksfälle.
(tsp/ws)
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