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Schottlands Binnengewässer
Die Binnengewäser bedecken rund 2 Prozent der Landesfläche. Darunter fallen rund 30.000 Seen und mehr als 10.000 Flüsse und Bäche.

Dazu zählen einige der spektakulärsten Gewässer auf den Britischen Inseln: Loch Lomond, mit 71 Quadratkilometern der flächenmäßig größte, Loch Awe mit 41 km der längste, Loch Morar der tiefste mit 310 Metern Wassertiefe und Loch Ness mit rund 7452 Kubikkilometern der See mit dem größten Volumen alles Seen auf den Britischen Inseln.

Der River Tay ist mit einem durchschnittlichen Durchfluss von 194 Kubikmetern pro Sekunde der größte Fluss - und zugleich mit 188 km der längste. Ihm folgen der Länge nach die Flüsse:

Spey (177 km)
Clyde (170 km)
Tweed (154 km)
Dee (154 km)
Don (132 km)
Forth (106km,
von denen hier nur die Kilometer Hauptstrom gezählt sind, nicht die zusätzlichen knapp 80km Tidengewässer).

Alles in allem liegen rund 91% der Süßwasserreserven Großbritanniens im Landesteil Schottlands. Sie sind für die Trinkwasserversorgung ebenso wichtig wie für die Stromerzeugung. Ihr wohl größter Wert liegt in der Bedeutung als Landschaftselement und entscheidender Faktor für die touristische Attraktivität Schottlands im Algemeinen, der Highlands im Besonderen.

copyright tsp/ws

Ein Blick auf die Kartenskizze macht zwei weitere Details deutlich:

Die meisten und wichtigsten Flüsse liegen östlich der Wasserscheide Atlantik-Nordsee und entwässern in die Nordsee. Ein Fakt, den der Tourist allzu oft übersieht und vor allem Hinsichtlich seiner Bedeutung für Hobby-Angler unterschätzt.

Viele der bedeutenden Binnenseen liegen im Oberlauf der Gewässer. Oftmals handelt es sich dabei um geflutete glaziale Schmelzwasserrinnen und Zungenbecken-Seen, die man in Kenntnis der 'Glazialen Serie' Mitteleuropas (vor allem des deutschen Voralpenlandes) eher im Mittel- bzw. Unterlauf der Flüsse vermuten würde (vgl. Starnberger See, Ammersee).

Die schottischen Binnengewässer sind durchschnittlich sehr sauber - heute selbst die Unterläufe des Clyde und des Forth, die in der Vergangenheit einmal so etwas wie Industriegassen mit entsprechender Gewässerbelastung darstellten. Viele Hochlandgewässer sind geradezu "rein", um nicht zu sagen "steril", da sie von 'oligotrophen', d.h. nährstoffarmen, anmoorigen Oberflächengewässern der Nachbarschaft gespeist werden. Die manchmal resultierende, extrem braune Färbung des Wassers und selbst der gelegentlich sichtbare Schaum sind keine "Verschmutzung" im eigentlichen Sinne, sondern resultieren allein aus der Schwebstoffeintragung aus den umgebenden Mooren und der rein mechanischen "Zerstörung" organischen Materials (Eiweiße) durch die Fließgewässer.

Camper in freier Natur sind trotzdem gut beraten, wenn sie dem Bach in der Nachbarschaft einigen Metern bachaufwärts folgen, um auszuschließen, dass nicht irgendwo ein Schafskadaver am Ufer liegt, durch das lokal begrenzt die Qualität des Wasser beeinträchtigt sein kann.


(tsp/ws)
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