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Landeskunde Geografie |
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| Schottland bei Nacht |
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Irgendwann einmal macht jeder Schottlandurlauber die Erfahrung:
Er schaut zum nächtlichen Sternenhimmel auf - und wundert sich über die nie zuvor gesehene Anzahl Sterne am nächtlichen Firnament.
Die Ursache dafür ist schnell erklärt: Die "Umweltverschmutzung durch Kunstlicht" ist über weiten Teilen Schottlands wesentlich geringer als über dem kontinentalen Mitteleuropa. Wer als Hobbyastronom vergleichbare Beobachtungsbedingungen vorfinden will, muss von Deutschland aus ziemlich weit reisen: Etwa auf die zentrale Hochfläche der Meseta in Spanien, ins nördliche Norwegen oder Schweden oder in die östlichen Landesteile Weißrusslands. Innerhalb Deutschlands gibt es nirgendwo mehr vergleichbare Bedingungen wie in Nordwest-Schottland und auf den vorgelagerten Inseln.
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| Relative Kunstlichintensität über Schottland |
Nahezu unbeeinträchtigte Bedingungen für Beobachtungen des nächtlichen Firnaments hat man auf Harris und den südlichen Inseln der äußeren Hebriden, im Norden der Insel Skye, auf den nördlichen Inseln von Orkney und Shetland sowie im nordwestlichsten Küstenstreifen des Festlandes etwa westlich einer Linie von Applecross nach Tongue. Nur mäßig beeinträchtigt - aber immer noch weniger als in Mitteleuropa - sind die Verhältnisse in den übrigen Teilen der Highlands bis hinunter in die Grampians.
Einzig die häufig durchziehenden Wolkenfelder beeinträchtigen hier das Vergnügen der Sterngucker.
Im übrigen Schottland, dem ganzen Süden, dem Central Belt und dem Küstenstreifen von Dundee über Aberdeen, Peterhead nach Inverness herrschen im Schnitt ähnliche Vorraussetzungen wie in Norddeutschland. Einzig das Zentrum Glasgow weist ähnliche Beeinträchtigungen durch Kunstlicht auf wie die europäischen Zentren London, Paris, die Randstat Holland oder Moskau und liegt damit über den Werten, die wir aus Deutschland kennen.
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| Relative Kunstlichintensität über Norddeutschland |
Es lohnt aber ein Blick auf die Details. Die sicherlich auffälligste Erscheinung, wenngleich nur wenige Reisende sie jemals erlebt haben, sind die hohen Lichtwerte im Bereich der Ölfelder in der nördlichen Nordsee. Sie erreichen vor allem im Süden Spitzenwerte, die noch deutlich über den Spitzenwerten des schottischen Festlandes liegen. Von ihnen gehen insbesondere Irritationen für die Zugvögel auf ihren Wegen von Nordskandinavien über die Britischen Inseln nach Mitteleuropa aus. Selbst die kleinen, küstennahen Fördergebiete im äußeren Moray Firth sind noch deutlich als Lichtinseln zu erkennen. Selbst das ganz neue Förderfeld Shiehallion westlich von Shetland, das eigentlich nur durch zwei gewaltige Förderschiffe markiert ist, ist gut zu erkennen.
Industrieanlagen, hier die großen Oil-Terminals von Sullom Voe im Norden Shetlands und Flotta im Süden der Orkney, zeichnen auch für die größeren Lichtinseln auf den Northern Isles verantwortlich. Die kleineren Lichtinseln markieren dort die Städte Lerwick bzw. Kirkwall. Sie bildeten sich erst in allerjüngster Zeit aufgrund einer einzigen Tatsache: der im großen Stil betriebenen Installation von solarbetriebenen Wegebeleuchtungen, die in den letzten Jahren in Massen von der Handelskette Safeway vertrieben wurden. Ganz Ähnliches gilt für die kleinen Lichtinseln an der schottischen Westküste: Stornoway, Portree, Ft William, Oban und Campbelltown.
Im Falle Thurso ist es weniger die Stadtbeleuchtung als vielmehr das Nebeneinander von Stadt und einer weiteren industriellen Großanlage in Form der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Dunreay und ihrer aus Sicherheitsgründen bedingten Ausleuchtung. Thurso selbst würde nur als kleinere Lichtinsel vergleichbar dem südwestlich gelegenen Wick erscheinen.
Letztlich ein Punkt, an dessen Erscheinung wir als Touristen ganz maßgeblich beteiligt sind: Die Lichtinseln entlang der A9, die seit einigen Jahren auch nächtens bestens ausgeleuchteten Touristikorte Perth, Pitlochry, Newtonmore und Aviemore.
(tsp/ws)
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