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North-West Highlands Knockan Crag
Knockan Crag NNR
Im Süden und Norden des NWHGP wurden zwei neue National Nature Reserves ausgewiesen: Inchnadamph im Norden, Knockan Crag im Süden. Knockan Crag wurde aus dem vorgenannten Grunde aus dem Inverpolly NNR ausgegliedert und inzwischen zum zentralen Informationsstützpunkt des NWHGP entwickelt.

So bietet Knockan Crag neben ausreichend Parkmöglichkeiten, Sanitäreinrichtungen und einer Freiluft Picknick-Area insbesondere drei voll ausgebaute Wanderwege (Rock Trailes) unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades, mit dem Rock Room ein personell nicht besetztes Informationszentrum und - erstmals im Rahmen eines NNR realisiert - Rock Art, eine Freiluftgalerie mit Großplastiken aus den verschiedenen Gesteinen der Region.

copyright Scottish Natural Heritage / Knockan Crag NNR
Der Rock Room - Außenansicht bei Annäherung vom Parkplatz

Der Rock Room ist kein Raum im herkömmlichen Sinne, eher ein geschickt im Gelände versteckter Unterstand, Wetterschutz und Info-Zentrum mit Schautafeln und interaktiven Displays. Er wendet sich mit seinem Informationsangebot insbesondere an Schüler und geologisch interessierte Laien, die hier in Form von Schautafeln alle wichtigen Informationen zur näheren Umgebung studieren können, bevor sie ins Gelände aufbrechen.

copyright Scottish Natural Heritage / Knockan Crag NNR
Der Rock Room - Beispiele des Informationsangebotes

Ganz neue Wege beschreitet man mit der Freiluftgalerie. Sie soll Laien animieren, sich auf einer ganz anderen Ebene mit dem Thema Geologie zu befassen. So sind denn in den Großplastiken alle wesentlichen Gesteine der Region repräsentiert.

Die unterschiedlichen Bearbeitungen von feinen Reliefplastiken im "weichen" Stein bis hin zu grob behauenen Quarziten stehen dabei für die unterschiedlichen Bearbeitungsmöglichkeiten in Abhängigkeit von den Materialeigenschaften. Die Plastiken sind auf Stationen entlang aller drei Trails verteilt - wenn man also alle sehen will, ergeben sich schon einige Kilometer Fußweg, die sich aber durchweg lohnen, zumal sich die Blicksituationen im Wiederholungsfall durch die zuvor im Blick gehabte Gesamtschau (Landschaft, Himmel, Wolken etc.) immer wieder ändert.

Die Großplastiken - wie auch die in Stein gehauenen Gedichtzeilen bei Poetry Quarry stehen dort aber nicht nur als Kunstwerke. Sie sind Teil des pädagogischen Gesamtkonzeptes und markieren Stationen, von wo aus es sich besonders lohnt, den Blick über die zu Füßen liegende Landschaft schweifen zu lassen. "Realbegegnung mit der Erdkunde" möchte man meinen, in der Landschaft das sehen und entdecken, was man zuvor nur in Büchern gelesen oder auf den Schautafeln des Informationszentrums erfahren hat.

copyright Scottish Natural Heritage / Knockan Crag NNR
The Globe von Joe Smith, eine der Großplastiken im Knockan Crag NNR (Standort: Around the World)

Beim Rock Room beginnen etwas abseits des Parkplatzes alle drei Trails, die das Nature Reserve fußläufig erschließen. Die Wege wurden sämtlich 2006 neu befestigt, wo nötig gegen Steinschlag gesichert und ausgeschildert. Sie sind nicht nur von unterschiedlicher Länge, sondern fordern den Spaziergänger durch ihr Profil in unterschiedlicher Weise.

Hinweis:
Das Ganze ist weit überwiegend eine Freiluftveranstaltung unter weitgehend naturbelassenen Bedingungen. Wie 2005 fast das ganze Jahr über nötig gewesen, kann es immer einmal passieren, dass einzelne Pfade ganz oder teilweise gesperrt sind, weil sie durch Steinschlag verschüttet oder durch Hangrutschungen verworfen wurden. Soweit keiner der neu eingestellten Ranger anwesend ist, der über die aktuelle Situation Auskunft geben kann, beachte man die Hinweise am Parkplatz und im Rock Room.

copyright tsp/ws

Quarry Trail
Die erste Hälfte des Quarry Trails ist Teil aller Wege. Es ist die kürzeste und einfachste Strecke, im gesamten Verlauf fast niveaugleich. Man kann den Weg gut in 20 Minuten ablaufen und hat dabei noch genügend Zeit, sich durch die in der Quarry präsentierten Gedichte auf die Landschaft einstimmen zu lassen.

copyright Scottish Natural Heritage / Knockan Crag NNR
...I don't remember The eagle going away. But I'll never forget The eagle-shaped space it left, stamped on the air.' (In everything von Norman MacCaig)

Thrust Trail
Er folgt im wesentlichen dem Quarry Trail, führt an dessen Wendepunkt aber über eine kurze Steigung mit Treppenstufen bis zu jener Stelle, an der man erstmals dem Hauptfeature des NWHGP - der Moine Thrust - im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nahe ist: Mit einer Handspanne kann man hier 500 Mio. Jahre Erdgeschichte abgreifen. So dünn ist hier die verbliebene Moine Thrust Plane (MTP), die "Schmierschicht" zwischen den 980 Mio. Jahre alten Moine Schists und den darunterliegenden Durness Limestones. Für den Thrust Trail sollte man etwa 30 Minuten veranschlagen, aus denen aber bei guter Witterung und Sicht sehr schnell sehr viel mehr Minuten werden können.

Crag Top Trail
Für den längsten der drei Wege sollte man sich mindestens eine Stunde Zeit lassen. Nach verlassen des gemeinsamen Teils mit dem Quarry Trail und dem Thrust Trail führt er über steilere An- und Abstiege deutlich über die Moine Thrust hinaus auf die Höhe des Deckgebirges, von wo man eine herrliche Panoramasicht über die ganze Region hat.
Der Pfad selbst ist gut ausgeschildert, aber weitgehend Naturbelassen. Festes Wanderschuhwerk und wegen der Länge auch Regenschutzkleidung sind darum angesagt.

copyright Scottish Natural Heritage / Knockan Crag NNR
Kunst als Landschaftsteil - Landschaft als Gesamtkunstwerk. Thrust von Frances Pelly (Standort: Crag Top)

Zu den ausgewiesenen reinen Laufzeiten muss man die Zeit hinzurechnen, die man im Rock Room verwendet, um den gesamten Zeitbedarf abzuschätzen. Die Präsentation ist didaktisch hervorragend aufbereitet und interessierte Laien verlieren sich hier schon einmal für eine halbe Stunde oder länger.


Was geschah in Knockan Crag?
Kurz gesagt: Vor rund 400 Millionen Jahren kollidierten hier zwei Erdplatten, der dazwischenlegende Ozean verschwand, der äußerste Nordwesten der Britischen Insel bekam ein Stück Festland angefügt, wodurch Schottland (und zeitgleich mit ihm Shetland, wo sich der Prozess gleichfalls erheblich auswirkte) seine bis heute vorhandene Grundform erhielt.
Im Detail lief dabei ein hochkomplexer Prozess ab, der die viktorianischen Geologen, allesamt Mitbegründer der Geologie als moderne Geowissenschaft, bei ihren Erklärungsversuchen an den Rand der Verzweifelung brachte. Sie ahnten zwar, dass hier etwas ganz "Sensationelles" zu entdecken war, konnten aber die Details nur zur Kenntnis nehmen, nicht aber so recht erklären. Alfred Wegener, der Begründer der Kontinentalverschiebungstheorie, sollte seine Ideen, den Schlüssel zum Verständnis, erst Jahrzehnte später zu Papier bringen.
Die Geologie schien Kopf zu stehen, das Law of Superposition (jüngstes Gestein liegt zuoberst, das älteste zuunterst, alle anderen fein säuberlich chronologisch sortiert dazwischen) schien außer Kraft gesetzt. Ausgeschlossen waren allerdings Datierungsfehler. Die verschiedenen Gesteine waren auch damals schon aus Vergleichsuntersuchungen hinlänglich bekannt und konnten relativ zueinander in eine ganz eindeutige zeitliche Abfolge hinsichtlich der Zeit ihrer Entstehung gebracht werden.
In der Zeit nach Wegener u.a. konnte dann der Sachverhalt schnell und bis heute gültig aufgeklärt werden (Geologen mögen dabei die nachstehenden Vereinfachungen bitte gar nicht erst zur Kenntnis nehmen):

copyright tsp/ws

Ausgangslage
Vor 500 Mio. Jahren sehen wir ein in sich stabiles System. Eine mächtige alte Kontinentalkruste (man muss sie sich als den östlichen Teil Nordschottlands vorstellen) grenzt an einen alten Ozean, dessen Wassermassen über einer wie üblich deutlich dünneren ozeanischen Kruste schwimmen.
Im Bereich der Kontinentalkruste bildeten sich zwar auch neue Gesteine und wurden durch die verschiedensten Prozesse umgeformt (zur Vereinfachung haben wir in der Graphik diese Details aber weggelassen), im Wesentlichen wurde aber Material erodiert und in den Ozean verfrachtet, wo es sich in mächtigen Sedimentpaketen ablagerte.

Phase 1
Vor etwa 430 Mio. Jahren kam dann Bewegung ins Spiel. Zwei Krustenteile begannen, sich aufeinander zu zubewegen (dargestellt ist nur das Geschehen auf einer Seite des Ur-Ozeans; vor der anderen driftenden Kontinentalplatte hat sich der ganze Prozess aber ähnlich abgespielt).
Da die dünne ozeanische Kruste in den Randbereichen durch die Sedimentablagerungen beschwert war, begann sie, natürlichen Schwächezonen im Mantelgestein folgend unter die kontinentale Kruste abzutauchen. Durch die Reibungskräfte wurden die Sedimente im Grenzbereich zwischen kontinentaler und ozeanischer Kruste zuerst gestaucht, später dann richtiggehend gefaltet.

Phase 2
Durch die anhaltende Bewegung wurden die Sedimente zu richtigen Küstengebirgen aufgefaltet.
Die immer weiter absinkende ozeanische Kruste wurde in der Tiefe des Erdmantels durch Druck und Temperatur aufgeschmolzen. Das aufgeschmolzene, unter hohem Druck stehende Material suchte und fand den Weg durch Klüfte an die Erdoberfläche. Von nun an begleiteten immer wieder Phasen heftiger Vulkanaktivitäten das Geschehen, wodurch große Materialmengen an die Erdoberfläche verfrachtet wurden.

Phase 3
Durch die anhaltende Kraft der Bewegung werden nach und nach die alten Sedimente (hier jetzt pauschal in grün zusammengefasst) von der ozeanischen Kruste mit in die Tiefe gerissen. Darüber abgelagerte jüngere Sedimente (hier jetzt in grau) erleiden nach und nach das Schicksal ihrer Vorgänger: Sie werden erst gestaucht, dann zu Küstengebirgen gefaltet, die höher waren als alles, was man heute in der Region an Gebirgen sieht - dann werden auch sie erodiert und ihre Reste regelrecht "untergepflügt".
Begleitet wird dieser Kreislauf, der etliche zigmillionen Jahre dauert, immer wieder von neuen Phasen vulkanischer Aktivität.

Phase 4
Von Südwesten her nähert sich unaufhaltsam die zweite kontinentale Platte und schiebt auf dem Mantelgestein schwimmend Reste der westlichen ozeanischen Kruste und allerlei Schutt ehemaliger Festlandsteile vor sich her (alles etwas dunkler eingefärbt als die bisher ausschließlich betrachtete Gegenseite).
Dann, irgendwann vor etwa 120 Mio. Jahren, krachen die beiden Kontinentalteile aufeinander.
Dabei passiert das, was die Geologen lange Zeit nicht auf der Rechnung hatten, da ihnen diese Vorgänge unbekannt und nicht vorstellbar waren. Durch die Wucht des Aufpralls rutscht der zuerst betrachtete Kontinentalteil unter den auf ihm liegenden Deckgebirgen, die nicht von den Vorgängen im Küstenbereich betroffen waren, einfach hinweg. Anders ausgedrückt: Das Deckgebirge bestehend aus den so genannten Moine Schiss wird nach Westen verworfen - immerhin über gut und gerne 70 Kilometer.
Es versiegelt dabei die schmale Nahtstelle zwischen den Krustenteilen, die als einziges noch von der Existenz eines ehemaligen Ozeans kündet, rutscht weiter und verbindet die beiden Kontinentalkrusten miteinander - ganz so, wie wenn man heute zwei Blatt Papier mit einem Streifen Tesafilm zusammenfügt. Fest miteinander verbunden driftet Schottland in seiner heutigen Form als ein zusammenhängendes Paket immer weiter von der nordamerikanischen Küste weg. Die treibenden Kräfte sind diesmal nicht die eines verschwindenden Ozeans, sondern die eines neu entstehenden Ozeans, des Atlantiks.
In Schottland selbst kehrt - geologisch betrachtet - nach und nach Ruhe ein. Der Vulkanismus als bisher ständige Begleiterscheinung kommt über einige Millionen Jahre zum Erliegen, über den Moine Schiss lagern sich vergleichsweise dünne Schichten terrestrisch, d.h. auf dem Festland und nicht in einem Ozean gebildeter Schichten ab.

Phase 5
In den letzten Jahrmillionen nagten dann Wind, Wetter und das Fließwasser der Bäche und Flüsse an diesem Befund. Sie trugen Erhebungen ab, verfrachteten das Schuttmaterial und lagerten es an anderen Stellen im neu entstandenen Atlantik wieder ab und formten so die Grundform der Landschaft, die wir als Besucher heute vor Augen haben.
Den Feinschliff besorgten dann die letzten Eiszeiten. Sie legten im Bereich Knockan Crag die heute sichtbare Situation frei. Betrachtet man den Befund im Detail, wird schnell deutlich, warum die viktorianischen Geologen 'confused' waren:
An einigen Orten (markiert mit A und A' ) trafen sie auf vertraute Sachverhalte, die mit allen Regeln und Gesetzmäßigkeiten der noch jungen Wissenschaft Geologie übereinstimmten: Jüngeres Material lag über älterem, das jüngste oben, das älteste unten. Am Standort B fanden sie etwas, das schon weniger häufig war: Altes Material lag auf engem Raum benachbart zu deutlich jüngerem, alles war offenbar mehrfach umgewandelt. Aber Ähnliches kannte man aus anderen Gegenden, wo etwa kontinentale Krusten gebrochen und ganze Bruchschollen gekippt worden waren.
Das wirklich alle Forscher verblüffende Ergebnis fanden sie am Standort C, der für Knockan Crag und das gesamte Gebiet entlang der Moine Thrust steht.

Sie fanden hier oberhalb der Verwerfungsebene der Moine Thrust am Rand des NWHGP

zuoberst sehr alte, präkambrische Moine Schists metamorphe Sand-
und Schlammsedimente, die vor rund 980 Mio. Jahren gebildet worden waren
über gleichfalls präkambrischen Lewis Gneisen, die vor gut 3 Mrd.
Jahren als älteste Gesteine auf heute britischem Boden entstanden.
Dies Paket lag über wesentlich jüngeren Formationen aus dem Kambrium und sogar aus dem Ordovicium wie z.B. den
Durness Limestones, bis zum mehr als 400 Metern mächtige, aber nur
gut 480 Mio. Jahre junge Kalksedimente - weitere, wesentlich dünnere Schichten von wenigen zehn Metern lassen wir hier einmal einfach weg
über den sogenannten Basal Quartzite & Pipe Rock, die immerhin nur
500 Mio. Jahre alt waren und mit den "versteinerten Wurmgängen" in den 'pipe rocks' Hinweise auf Vorkommen sehr früher tierischer Lebensformen gaben.
Darunter lagen dann wieder wesentlich ältere, präkambrische
Torridon Sandstones, grobkörnige rot-braune Sandsteine mit einem Alter von rund 1 Mrd. Jahre
gleichfalls wieder über präkambrischen Lewis Gneiss, gut 3 Mrd.
Jahren alt.
Für zusätzliche Verwirrung sorgten zudem die teils inselförmig, teils bandförmig zu findenden Eruptivgesteine und Vulkanite, die ganz offensichtlich aus verschiedenen Erdzeitaltern zu stammen schienen.

Hinweis:
Wir haben uns hier nur auf die 5 Grundtypen von Gesteinen reduziert, die auch ein "nur" interessierter Laie, der für 2 oder 3 Tage in der Region verweilt und mal "einen Stein zur Hand nimmt und genauer anschaut", schnell zu unterscheiden lernt.

Mit dem Wissen von heute und drei gleichgroßen, glatten Bauklötzchen läßt sich das Geschehen ganz einfach rekonstruieren: Zwei übereinandergestapelte Klötze repräsentieren den einen Krustenteil mit den darüberliegenden Deckschichten der Moine Schists, der dritte Klotz den anderen Krustenteil. Stößt man diesen ruckartig gegen den ersten, verschiebt diesen mit einem kräftigen aber nicht ungestümen Impuls, schiebt sich der Klotz unter dem obenliegenden hindurch, der obenliegende Klotz verharrt weitgehend in seiner Position, kommt dadurch auf beiden unteren zu liegen.

copyright tsp/ws

In der Fläche betrachtet zeigt sich dabei folgendes Bild, das aus Gründen der Übersichtlichkeit stark generalisiert wurde.

zum Vergrößern auf das Bild klicken

Östlich der Moine Thrust liegt bis heute das alte kontinentale Deckgebirge aus einer mächtigen Lage von Moine Schists. Hier wäre die oben beschriebene Situation nur durch aufwendige Tiefbohrungen nachzuweisen. Normalerweise hätte man davon ausgehen müssen, dass die darüberliegenden jüngeren Formationen restlos erodiert worden sind.

Westlich der Moine Thrust tauchen sie aber auf, nachdem das durch die Verwerfung entstandene Deckgebirge aus Moine Schists hier vollständige abgeräumt worden ist. Dass dies einst viel weiter nach Westen verworfen worden war, zeigt ein kleiner Rest, der rund um Durness erhalten blieb. Andere kleine Reste, die insbesondere in den Gipfelregionen einzelner Berge oder in Form von Konglomeraten, das sind durch andere "Bindemittel" wieder miteinander verklebte Erosionstrümmer am Fuß einzelner Berge, sind nachweisbar, aber zu kleinteilig, um sie in diesem Maßstab noch ausweisen zu können.

Deutlich sind auch die Spuren vulkanischer Aktivitäten aus verschiedenen Epochen, obwohl die beeindruckendsten Zeugen vulkanischer Begleitaktivitäten weit außerhalb der Region liegen: Der gewaltige Krater von Adnamurchan gehört dazu wie auch der mächtige Krater mit einem Durchmesser von 40 bis 60 Kilometern vor der Westküste Shetlands, dessen Ostrand in geringen Teilen in Eshaness erhalten blieb. Sogar verschiedene Formen vulkanischer Aktivitäten lassen sich selbst noch in dieser vereinfachten Darstellung ausweisen: Mal finden wir Reste ehemaliger Decken von Ergussgesteinen (Südosten), mal die Überbleibsel einzelner Schlote, die früher große Vulkane speisten (Mitte), mal die Gesteine aus ehemaliger Lava, die in den Kluftspalten der Gneismassen aufstieg, aber nicht die Oberfläche erreichte, sondern stecken blieben, in der Kruste erkalteten und heute, nachdem das umgebende Material erodiert wurde, als rippenförmige Härtlinge in der Landschaft zu erkennen sind.

Schließlich wird erkennbar, dass die Grenze zu den östlichen Moine Schists relativ deutlich ausgebildet ist (genauer gesagt die Moine Thrust Plane, die "Schmierschicht", auf der das ganze Paket verrutschte), dass aber in dem Trümmerfeld davor, in der sogenannten Kontaktzone zwischen den beiden kontinentalen Krustenteilen, im Untergrund, mehrere Bruch- und Faltungslinien verlaufen. Hier wurde beim Zusammenprall der Teilkontinente - in geologischen Dimensionen gesprochen - das Material regelrecht "pulverisiert".

Zwischen Loch Laxford, Foinaven und Ben Stack treten einige vulkanische Härtlinge streifenförmig an die Erdoberfläche (Dykes). Es handelt sich dabei um Kluftspalten in den massiven Gneispaketen, in die aufsteigende Lava eindrang und unterirdisch erkaltete. Solche von Südost nach Nordwest streichenden Schwächezonen finden sich auch in den südlicheren Gneisgebieten. Sie sind dort aber schwächer ausgebildet und größtenteils mit eiszeitlichen Ablagerungen bedeckt.

Diesen Schwächezonen folgten auch die Gletscher der letzten Eiszeiten. Im Kartenbild wird dies durch zwei Sachverhalte deutlich:

Form und Richtung der nicht abgetragenen Torridon Sandsteine und
Quartzite etwa im Bereich Suilven und Canisp
Form und Richtung der heutigen Binnenseen.

Loch Assynt, Loch Veyatie und andere folgen in ihrem Verlauf den Gletschertälern und eiszeitlichen Schmelzwasserrinnen.
Besonders deutlich wird dies auch östlich des Loch Sionascaig: Der Gletscher hat eine deutliche Rinne in den Torridon Sandstein gefräst, früher die Schmelzwässer, heute die der Bäche sammeln sich im tiefergelegenen, ausgeräumten Gneisgebiet nordwestlich davon.

Etwas anders die Situation im äußersten Nordwesten: Hier verlaufen die faltungsbedingten Schwächezonen überwiegend von Südwest nach Nordost, was gleichfalls im Verlauf der ausgeräumten Täler zwischen den Höhen aus Torridon Sandstones deutlich wird. Dies ist aber das Ergebnis wesentlich älterer Vorgänge, namentlich der Eiszeiten des Tertiärs. Die letzten, wesentlich schwächeren Eiszeiten haben dagegen nur Spuren im Deckgebirge der Torridon Sandstones hinterlassen. Sie verlaufen nahezu rechtwinklig zu der vorgeprägten Geländesituation wie auch im Südteil des Parks in nordwestlicher Richtung. Besonders gut zu beobachten ist dies im Hinterland von Sandwood Bay (Strath Shinary/Sandwood Loch).


(tsp/ws/md/vs)

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