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Landeskunde Geologie |
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| North-West Highlands Rock Route |
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Standardroute
Die Route ist das touristische Kernstück des North-West Highlands GeoPark. Sie ist als eine Art geologischer (Fern-)Lehrpfad für Radfahrer und motorisierte Touristen angelegt. An den einzelnen Stationen stehen Schautafeln mit Erläuterungen, die Landschaft und Geologie der Umgebung erklären. Jede Station steht dabei für sich. Man muss also nicht zwingend alle Stationen abgefahren sein, um einen Einzelbefund verstehen zu können. Der Gesamtzusammenhang wird allerdings nur in der Zusammenschau aller Stationen deutlich. Darum ist es empfehlenswert das Informationszentrum in Knockan Crag anzusteuern: Ob als Einführung zu Beginn der Tour oder ob als Zusammenfassung gegen Ende der Tour ist weniger entscheidend.
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| zum Vergrößern auf das Bild klicken |
Streckenverlauf und Stationen der Rock Route / Tour. Die Stationen sind nur näherungsweise ausgewiesen - Bitte auf die Beschilderungen an einzelnen Parkbuchten entlang der Strecke achten.
Die Rock Route führt entlang der Hauptverkehrsstraßen über knapp 90 Kilometer von Ullapool im Süden bis Rhinconich im Nordwesten. Hinzu kommen zwei Abstecher von etwa 8 bzw. 4 Kilometern zu den Stationen Nr. 3 (Stac Pollaidh) und Nr. 8 (Loch Assynt). Wenn man nur die Hinweistafeln an den einzelnen Stationen lesen und sich anhand derer einen groben Überblick über die Geländesituationen verschaffen will, wird daraus eine gute Tagestour.
Will man etwas tiefer einsteigen und auch mal ein paar Schritte ins umliegende Gelände tun, kann daraus leicht eine zwei- bis dreitägige Entdeckungsreise werden.
Nachstehend finden sich einige Kurzhinweise, was man an den einzelnen Stationen beobachten kann. Ein Fernglas ist dabei immer hilfreich! Die ausgewiesenen Koordinaten beziehen sich auf die Parkplätze bzw. Haltebuchten, bei denen sich i.d.R. Hinweistafeln zur Geländesituation befinden.
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| Deutlich sind im Hang über dem Ort trotz der Vegetation die Schrannen erkennbar, die der Gletscherstrom in den Fels gefräst hat. |
Station 1 - Ullapool, NH 130 940 (Stopping point)
Beim Blick über Loch Broom erkennt man leicht anhand markanter Geländekanten die Spuren, die die Gebirgsbildung und die einzeitlichen Gletscher hinterlassen haben. Die Berge, die man überall im Hintergrund sieht, wurden aus einem Gebiet rund 70 Kilometer westlich hierher "verworfen", bevor sie dann von den letzten Eiszeiten poliert wurden.
An den Ufern des Loch Broom erkennt man ferner leicht einige Terrassen als Zeugnisse früherer Meeresspiegelschwankungen; südlich Ullapool (etwa bis Leckmelm) verläuft die A 835 (T) zumeist auf einer solchen Terrasse.
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| Der Blick über den Westteil von Ullapool macht deutlich, dass der Ort hochwassergeschützt auf der Uferterrasse befindet. Sie erkennt man auch auf dem gegenüberliegenden Ufer des Lochs, wo sie teilweise von einem mündenden Bach bereits wieder erodiert worden ist. |
Station 2 - Strathcanaird, NC 157 036 (Stopping point)
In diesem nach Südwest streichenden Tal floss einst ein mächtiger Gletscher, der einerseits den Grund einebnete, andererseits die Berghänge in ihre heutige Form geschliffen hat. Deutliche Spuren davon erkennt man insbesondere an der Nordflanke des Tals.
Die Berge selbst blieben erhalten, weil sie einst eine mächtige Quarzitdecke vor der Kraft der Eismassen schützte.
Station 3 - Stac Pollaidh, NC 108 095 (Car Park)
Stac Pollaidh ist der Rest eines Härtlings, dessen Flanken die Eismassen zurechtgeschliffen haben. Der Sandstein ist aber nicht widerstandsfähig genug, um nach den früheren Angriffen der Eismassen den heutigen Erosionskräften zu trotzen. Sichtbare Anzeichen dafür sind sie mächtigen Schuttmassen an seinem Fuß. In 'geologisch' kurzer Zeit von wenigen tausend Jahren wird von dem markanten Berg nicht mehr als ein Schutthügel übrig sein.
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| Blick nach Westen über Inverpolly NNR zwischen Knockan und Elphin |
Station 4 - Elphin, NC 213 107 (Stopping point)
Schon bei der Annäherung an die Ortslage merkt selbst ein Laie, dass sich der Landschaftscharakter ändert. Ursächlich dafür sind die verschiedensten Gesteine, die hier auf kurze Distanz an die Oberfläche treten und 'ihrem' Gebiet ein jeweils ganz typisches Aussehen verleihen. Insbesondere die hier an die Oberfläche tretenden Kalkgesteine geben einen relativ guten Boden ab, auf dem sich teils satte Wiesen und Weidegründe entwickelten. Eingestreut sind immer wieder Härtlinge, die als kahle Rippen Kontraste setzen.
Die Station bietet gute Gelegenheiten, die unterschiedlichen Auswirkungen verschiedenartiger Gesteine für das heutige Landschaftsbild zu studieren. Dabei fallen die beiden wichtigsten Aspekte sofort auf: Entweder wandeln sich mit dem Gesteinswechsel aufgrund unterschiedlicher Härte der Gesteine die Formen und/oder es wechselt (selbst bei absoluter Formengleichheit) die Vegetation, weil die unterschiedliche chemische Zusammensetzung der Ausgangsgesteine Böden unterschiedlicher Güte erlauben.
Diese Vielfalt war mit ein Grund, warum im benachbarten Knockan Crag National Nature Reserve das zentrale Informationszentrum für den North-West Highlands GeoPark eingerichtet wurde (vgl. dazu das eigene Kapitel).
Station 5 - Bone Caves, NC 253 179 (Car Park)
Ein Eldorado für Paläo-Biologen, die in den Höhlen die Überreste von Schottlands 'verlorenen Tieren' der Nacheiszeit fanden: Braunbären, Eisbären, Wölfe, Lemminge, Rentiere u.am.
Die Höhlen selbst, die bis zu 2 Kilometer weit ins kambrische Kalkgebirge verzweigen, gehören zu den größten Höhlensystemen der britischen Inseln.
Hinweis:
Die Höhlen, deren Eingänge relativ leicht zu erreichen sind, wurden n i c h t als Schauhöhlen freigegeben und sollten auf keinen Fall betreten werden.
Station 6 - Stronchrubie, NC 249 207
Die Kräfte, die diesen Landschaftsteil formten, sind teils bis heute aktiv: Die von den Gletschern gebildeten Großformen (insbesondere hier auch die Talböden und deutliche Gletscherschrannen in den Hängen) werden von den zahlreichen kleinen Bächen und Flüssen laufend umgeformt.
Station 7 - Inchnadamph Hotel, NC 251 216 (Car Park)
Man sieht es dem Hotel nicht an, findet aber die Belege in den teils erhaltenen Gästebüchern. Es war das Standquartier aller großen schottischen Geologen, die im 19. Jahrhundert die Kernregion der Moine Thrust erforschten und damit naturwissenschaftliche Geschichte schrieben: Roderick Murchison, Archibald Geikie, Benjamin Peach oder John Horne - einmal zu wohnen, wo sie lebten und forschten, den Traum kann man sich hier als interessierter Hobbygeologe erfüllen.
In der Nähe des Hotels befindet sich das neu geschaffene Inchnadamph NNR (vgl. Station C in dr Beschreibung der Alternativstandorte).
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| Auf der Anfahrt zur Station 8: Blick vom Nordostufer der Lochs zurück auf Glas Bhein (li.) und Beinn Uidhe (re.). Gut zu erkennen ist die schützende Gneisdecke über dem Quarzit-Massiv des Glas Bhein. |
Station 8 - Loch Assynt, NC 203 260 (Stopping point)
Einige der ältesten Gesteine, aus denen die Hülle unseres Planeten gebildet ist, treten hier an die Oberfläche und verleihen der Region ihr charakteristischen Aussehen. Sie lagen "konserviert" unter jüngerem Gesteinsmaterial, das aber durch die Gletscher und nachfolgende Wassermassen weitestgehend abgeräumt wurde, so dass wir heute wieder eine Landschaft aus alten Gneisgebirgen sehen, wie sie schon einmal vor etlichen Mio. Jahren bestand.
Die Landschaft hier ist also - vereinfacht gesprochen - ein einziges, überdimensionales "Fossil".
Die Region Assynt ist Namenspatron und "Typoslokalität" für die Assyntische Gebirgsbildungsphase, die hier erstmals nachgewiesen wurde. Sie passierte zum Ende des Präkambriums (Wende vom Jungalgonkium zu Kambrium) und zählt zu den ältesten, sicher erwiesenen Faltungsphasen in Europa überhaupt.
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| Blick auf die "fossile" Grundgebirgslandschaft am Nordostufer des Loch Assynt |
Station 9 - Unapool, NC 238 323 (Stopping point)
Die Berge auf der gegenüberliegenden Seite des Loch Glencoul zeigen deutlich die Nahtstellen zwischen den beiden Teilen der Erdkruste, die sich hier übereinander schoben. Besonders deutlich sind sie am Stack of Glencoul auszumachen.
Das Tal, das heute durch das 'sealoch' geflutet ist, wurde durch die Eismassen der letzten Eiszeit ausgeräumt.
Station 10 - Kylestrome, NC 212 350 (Stopping point)
Der Blick zurück auf die Berge der Assynt-Region zeigt nicht nur ein beeindruckendes Landschaftspanorama. Mit dem inzwischen "geschulten" Auge erkennt man deutlich, wie sich die unterschiedlichen Gesteine bei der großförmigen Gestaltung des Landschaftsbildes bemerkbar machen.
Station 11 - Laxford, NC 233 486 (Stopping point)
Die Entstehung der Welt im "Zeitraffer" - räumlich gesehen. Auf kürzeste Distanz präsentieren sich Millionen von Jahren mit ihren in Struktur und Farbe unterschiedlichen Gesteinen. Ursprünglich horizontal liegende Gesteinspakete wurden mehrfach gefaltet, gebrochen und übereinander geschoben, was sich sehr gut an den Aufschlüssen beobachten lässt, die im Zuge neuzeitlicher Straßenausbauten entstanden.
Station 12 - Rhinconich, NC 246 503 (Stopping point)
Man schaue auf die Höhen der umliegenden Hügel und entdecke die mächtigen Felsbrocken (Erratische Blöcke, Findlinge), die gewaltige Gletscher vor mehr als 20000 Jahren über dutzende und hunderte von Kilometern hierher verfrachtet haben. Die teilweise kantige, nicht zugerundete Form der Blöcke erklärt sich aus der Tatsache, dass sie im Eis steckend und nicht mit dem Moränenmaterial unter oder am Rand der Gletscher transportiert wurden.
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| Erratische Blöcke, die als Fracht der Gletscherströme hierher transportiert und nach dem Abschmelzen des Eises auf der Oberfläche der Grundmoräne abgelagert wurden |
Die zwölf Standard-Stationen der Rock Route erschließen zwar alle wichtigen Standorte der Region, soweit sie für das Verständnis der geologischen Prozesse und Formen in der Region nötig sind. Sie zeigen aber längst nicht alle "Highlights", die der North-West Highlands GeoPark zu bieten hat. Darum nachstehend einige Hinweise auf 12 weitere Stationen. Sie liegen überwiegend etwas weiter abseits der offiziellen Route, einige sind auch nur nach mehr oder weniger langen Wanderungen durch offenes oder kaum gebahntes Gelände zu erreichen.
(tsp-WS/md/vs)
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