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Landeskunde Geologie |
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| North-West Highlands Rock Route |
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Ergänzende Stationen im NWHGP
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| zum Vergrößern auf das Bild klicken |
Streckenverlauf und Stationen der Rock Route / Tour. Die Stationen sind nur näherungsweise ausgewiesen - Bitte auf die Beschilderungen an einzelnen Parkbuchten entlang der Strecke achten.
Bereits bei der Anfahrt nach Ullapool passiert man einige geologisch und geomorphologisch höchst interessante Stellen. Dies gilt insbesondere, wenn man über die A 832 von Gairloch kommend anreist. Wir beschränken uns nachstehend allerdings auf einen Hinweis zu 2 Positionen (Strath More und Corrieshalloch Gorge / Falls of Measach), die man auch bei der Anreise via 835 (T) passiert bzw. mit einem nur sehr kurzen Abstecher erreichen kann.
Stationen A - Strath More, NH 196 785
Den besten Überblick - über Ullapool hinaus bis zu den Höhen des Coigach - über das charakteristische Gletschertal mit seinem u-förmigen Profil hat man von einer Ausweichstelle an der A 832 etwa 2 Kilometer westlich der Straßenkreuzung von Braemore. Im Tal fließt der Fluss Droma, der sich im oberen Teil des Tals durch die Grundmoräne tief in das anstehende Gestein geschnitten hat. Seine Schuttfracht hat er im Mündungsbereich in das Loch Broom abgelagert. Dadurch entstand eine ausgedehnte Mündungsebene, deren Oberfläche deutlich über dem Meeresspiegel liegt: ein Hinweis auf die langsame aber stetige und bis heute andauernde Hebung des Geländes nach dem Abschmelzen der Eismassen.
In der Folge hat sich die Droma dann wieder in diese Mündungsebene eingeschnitten, wobei charakteristische Terrassen entstanden.
Im Bild ferner zu erkennen: Auf den Seitenmoränen des letzten Gletschers und auf den Schuttflächen der Mündungsebene haben sich Böden entwickelt, die für eine Gras- und Buschvegetation ausreichen und heute vielfach weidewirtschaftlich genutzt werden. Die kargen und zudem sehr sauren Böden, die sich auf dem anstehenden Gestein nach der Eiszeit entwickelt haben, tragen dagegen nur Vegetationskleid aus Heide. Die unterschiedliche Verbreitung der Vegetation hat hier also andere Ursachen als an der Station L - Loch Eriboll.
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| Strath More - Mündungsebene der Droma vom Loch Broom aus gesehen |
Corrieshalloch Gorge National Nature Reserve, NH 200 780 (Cark Park)
Der River Droma folgt im Wesentlichen einer subglazialen Schmelzwasserrinne, die ihrerseits in einer geologischen Schwächezone liegt. Dabei fällt er bei den Falls of Measach in eine beeindruckende Klamm, die gut 1,25 Kilometer lang und rund 60 Meter tief ist. Vom Parkplatz an der A 832 (Dundonnell Road) erreicht man mehrere Aussichtspunkte; den bequemsten Blick hat man dabei von der Hängebrücke über die Klamm. Der Abstieg in die Klamm ist möglich, in der Klamm gibt es aber keine gebahnten Wege. Der Abstieg sollte aber nur mit sachkundiger Führung und / oder nach genauer Wetterbeobachtung erfolgen: Der ganz "ansehnliche" Bach kann sich je nach Niederschlag im Einzugsbereich binnen Minuten in einen reißenden Gebirgsbach verwandeln, der dann den ganzen Boden der Klamm ausfüllt, gewaltige Schuttmassen und Felsblöcke versetzt oder auch schon einmal einen ausgewachsenen Baum in den See spült.
Alle übrigen der nachstehenden Alternativstandorte liegen innerhalb des North-West Highlands Geoparks, sind aber fast alle nur mit größeren Abstechern und / oder längeren Fußwegen erreichbar.
Station B - Ben Mór Coigach, NC 093 042 (Gipfel des Ben Mór Coigach)
Das von mehreren Gletschern zurechtgeschliffene Sandsteingebirge des Coigach Massivs beherrscht die Blicksituationen im südlichen Teil des GeoParks. Durch die ständige Windeinwirkung sind die Täler und Höhen von jedwedem größeren Pflanzenwuchs freigefegt, so dass ein Landschaftsbild vorherrscht, das stark an die arktische Tundra erinnert.
Das ganze Gebiet ist durch mehrere Wanderwege bis in die Gipfelregionen erschlossen; abseits der Pfade behindern aber zahlreiche eingestreute, kleine Moorflächen die Bewegungsmöglichkeiten.
Station C - Inchnadamph National Nature Reserve and the River caves, car park bei NC 251 216, track ab NC 251 218
Das 1300 Hektar große National Nature Reserve ist von herausragender Bedeutung für die Geologie und Geomorphologie der Region. Bei einer Wanderung durch das Tragigill Glen kann man eine Vielfalt an Kalksteinformationen beobachten, wie sie typisch für alle Karstgebiete sind: Eingänge zu kleinen und größeren Höhlen, versickernde Bäche, die dann in unterirdischen Gängen weiterfließen, nackter Fels (limestone pavements).
Im Untergrund verbirgt sich ein Höhlensystem, größte Höhlensystem Schottlands, ohne dass Schauhöhlen erschlossen sind (vgl. oben Station 5).
Eine weitere Besonderheit des Reservats ist die kalkliebende Vegetation in Verbindung mit einem windbedingten Kleinwuchs.
Den Zugang zum Reservat erreicht man bei der Brücke an der A 837 unweit des Inchnadamph Hotels. Obwohl an einigen kritischen Stellen die Pfade durch Holzstege gesichert sind, hat das Gelände einige Tücken, zumal es unerfahrene Wanderer beim ersten Augenschein zum munteren Draufloswandern verführt.
Station D - Suilven und Canisp, NC 153181 (Gipfel des Suilven im Caisteal Liath) & NC 203 181 (Canisp)
Dass der Suilven (rechts im Bild) - auch The Scottish Sugarloaf genannt - etwas ganz besonderes auf den Britischen Inseln ist, wird schon daran deutlich, dass es für diese morphologische Großform keinen englischen Begriff gibt: Der Suilven ist ein 'Inselberg', wie es auch im Englischen heißt. Rund um das Massiv herum wurde die mächtige Deckschicht aus Torridon Sandsteinen bis auf das darunterliegen Grundgebirge aus Lewis Gneis erodiert - allerdings nicht wie bei den meisten Inselbergen auf dem Kontinent durch Fließwasser, sondern durch zwei eiszeitliche Gletscherströme, die nördlich und südlich das Massiv umflossen.
Im Gegensatz dazu ist der nördlich gelegene Canisp (links im Bild) ein Sporn, der über seine Ostflanke eine Verbindung zum Deckgebirge hat.
Beide Massive sind über das zentrale Gletschertal (Glencanisp) sowohl von Lochinver als auch von Knockan aus gut zu erwandern - 'weather permitting' und vorausgesetzt man hat die nötige Erfahrung im 'hillwalking'.
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| Blick auf Canisp und Suilven aus Nordwesten (A835 kurz vor Lochinver) |
Station E - Eas a' Chual Aluinn, layby bei NC 240 292, Wasserfall bei NC 280 277
Genau auf der Grenze zwischen den kambrischen Quarziten und den tiefer liegenden Gneisen bildet ein kleiner Bach den mit rund 200 Metern Höhe höchsten Wasserfall der Britischen Inseln - allein, im Sommer mangelt es ihm häufig an ausreichendem Wasser, um den Touristen ein eindrucksvolles Bild zu bieten. Den besten Fernblick auf ihn hat man bei einer der Bootstouren, die in Kylesku angeboten werden. Ansonsten erreicht man ihn zu Fuß ab der Ausweichbucht am Loch Gainmhich. Der Pfad entlang Loch Glencoul ist weitestgehend ungeebnet und nicht befestigt, der Aufstieg zur Höhe kann witterungsbedingt rutschig sein.
Selbst wenn der Bach nur wenig Wasser führt - der Ausblick von der Höhe entschädigt allemal und ist zudem ein nahezu optimaler Punkt, um in Ruhe zu beobachten, wie sich die Formen der benachbarten Höhen in Abhängigkeit vom Gestein unterscheiden (Fernglas!).
Station F - Kylesku to Drumbeg Road, (B 869: Unapool bei NC 232 314, Lochinver bei NC 099 235)
Das Gebiet, durch das die Straße führt, ist gekennzeichnet von einem kleinräumigen Nebeneinander von sanft geschwungenen Hügeln, felsigen Graten und einer Unzahl kleiner Seen - ein typisches Landschaftsbild glazial überformter Lewis-Gneis-Regionen. Der östliche, erste Teil der Strecke und vor allem das Binnenland zeigen dabei ein "besonders raues, wildes" Landschaftsbild. Bei der Tour entlang der Straße wird der Blick immer wieder beherrscht vom Quinag, einem aus Torridon Sandsteinen geformten Bergmassiv.
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| Typische Szenerie bei Drumbeg. Eiszeitliche Ablagerungen sind für die eher ausgeglichenen Formen verantwortlich, die Gesteine des Grundgebirges setzen die "rauen" Akzente |
Station G Old Man of Stoer, Lighthouse bei NC 004 330, Old Man of Stoer bei NC 017 353
Im Unterschied zum höher gelegenen Hinterland wird die Halbinsel bei Stoer aus relativ weichen Torridon Sandsteinen geformt. Ganz deutlich wird dies, wenn man von einer der Ausweichstellen an der B 869 auf die beinahe "lieblich" anzuschauende Halbinsel mit ihren ruhigen, von den Eismassen nivellierten Formen hinunterschaut. Vor allem aber die durch die Erosion des Meeres geprägten Küstenformen mit zahlreichen Steilkliffs, Höhlen und Stacks wie dem Old Man of Stoer zeichnen ein deutlich anderes Bild als die Gneisgebiete der Umgebung.
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| Selbst beim Blick vom Vogelparadies Handa Island aus auf die Halbinsel beim Point of Stoer ist die stark gegliederte Sandstein-Kliffküste mit dem Old Man gut auszumachen |
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| Im Vordergrund auf der nivellierten Oberfläche der Torridon Sandsteine die Siedlung Culkien, im Hintergrund die aus Gneisen aufgebaute, stark gegliederte Eilean Chrona |
Station H - Scourie Bay, NC 148 448 (Car Park)
Im Gebiet der Scourie Bay bietet einige beeindruckende Blicke auf Landschaftsteile, die fast vollständig aus Lewis Gneisen (teils gefaltet) aufgebaut sind. Zwischen den Gneismassen ziehen sich jüngere 'dykes' hindurch. Dabei handelt es sich um Tiefengesteine, die in die Spalten der gefalteten Gneise eingedrungen und dort langsam erkaltet sind. Dadurch wurden sie besonders hart. Ein solcher Dyke verläuft quer durch den Mittelgrund des Bildes. An der Stelle, wo während der letzten Eiszeit der Gletscher auflag, ist er deutlich bogenförmig erodiert.
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| Scourie - Die querlaufenden Dykes haben die späteiszeitlichen Schmelzwässer gestaut. Dadurch wurden verstärkt Schuttmaterialien abgelagert, auf denen sich vergleichsweise gute Böden bildeten, die heute eine bescheidene aber auskömmliche Landwirtschaft erlauben. |
Station I - Foinaven and Arkle, NC 316 507 (Gipfel des Foinaven: Ganu Mor) & NC 302 462 (Gipfel des Arkle)
Die spektakulären Hügel von Foinaven und Arkle werden von kambrischen Quarziten gebildet, die auf dem Grundgebirge aus Lewis Gneis aufliegen. Es sind die Quarzite, die das Aussehen der Berge prägen. Erosionsprodukte aus den Quarziten bilden an der Schichtgrenze mächtige, kegelförmige Schutthalden, die sich weithin sichtbar als ein helles 'Band' abzeichnen. Das Gebiet ist durch mehrere Pfade erschlossen, aber insbesondere im Bereich der aktiven Schutthalden ist erhöhte Vorsicht geboten (Steinschlag, Rutschungen).
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| Das charakteristische Schuttband aus verwitterten Quarziten im Bereich Arkle/Foinaven |
Station J - Cape Wrath, NC260748 (Lighthouse), NC271735 & NC292727
Besonders die Torridon Sandsteine etwa 2 Kilometer östlich sowie unmittelbar südwestlich des Caps bilden beeindruckende Kliffküsten. Folgt man nicht stur dem Pfad quer durch das militärische Sperrgebiet, sondern wandert entlang der Küste, kann man in enger Nachbarschaft beobachten, wie die verschiedenen Gesteine (Quarzite, Durness-Kalke, Sandsteine und Gneise) auf die Erosionskräfte des Meeres reagieren und welche Kleinformen sich dabei bilden.
Hinweis: Als militärisches Sperrgebiet nur zeitweise zugänglich. Größere Teile des Militärgeländes wurden in jüngerer Zeit vom Community Council erworben und sollen systematisch erschlossen werden. Zweitweise Minibus-Shuttle zum Lighthouse, was zumindest für einen Weg zu empfehlen ist.
Station K - Smoo cave, NC 419 672 (Höhle)
Diese Kalksteinhöhle mit ihrem 30m weiten Eingang öffnet sich in eine schmale Festlandsbucht. Schottlands einzige Schauhöhle ist durch einen Holzpfad erschlossen, der bis zur zweiten Kammer, Allt Smoo, führt, in die (manchmal) ein Wasserfall stürzt. Im Sommer geführte Touren inkl. Bootstour auf einem Höhlensee und bis dicht an den Wasserfall.
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| Eingang zur Smoo Cave |
Station L - Loch Eriboll, NC430590 (Loch Eriboll)
Loch Eriboll ist ein überraschend tiefes 'sea loch', das in früheren Zeiten gerne von der Marine als Ankerplatz und Schutzhafen aufgesucht wurde. Die Ostseite des Lochs wird von kambrischen Kalken gebildet (Durness Formation), das Westufer besteht aus kambrischen Quarziten. Die Ausgangsgesteine führen zu unterschiedlichen Bodengüten, was sich leicht anhand der Vegetation beobachten lässt: Grasland auf dem Ostufer, Heide auf dem Westufer.
Die Kalke der Region wurden bergmännisch abgebaut und in zwei großen 'lime kiln' auf der durch einen 'tombolo' mit dem Festland verbundenen Insel Ard Neackie gebrannt und über See verschifft.
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| Ard Neackie mit den Kalköfen (li.) und den Schutthalden der Kalkbrennerei |
Hinweise:
Ein ausführlicher Wanderführer mit Details zu den hier genannten Stationen war bei Erscheinen des Artikels seitens SNH bzw. der GeoPark-Verwaltung noch in Arbeit.
Stopping Point = Haltepunkt der Route als erweiterte 'lay-by' oder als 'car park' mit Erläuterungstafeln zum Standort.
Lay-bys = die üblichen Ausweichbuchten, heute meist etwas erweitert aber mit nur geringem Parkraum. Bitte den nachrückenden Verkehr beachten, die Straße und den Parkraum nicht über Gebühr blockieren oder gar behindern.
Car Park = Parkplätze mit größerem Parkraum, an denen man sein Auto auch mal einen halben Tag stehen lassen kann, um zu einer Wanderung aufzubrechen.
(tsp-WS/md/vs)
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