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Landeskunde Geologie |
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| Geologie der Southern Uplands |
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Es ist die Region, wo die verschiedenen Landmassen, auf denen einst England und Schottland lagen, aufeinanderstießen und dabei den alten 'Lapetus Ozean' schlossen.
Große Teile der 'Southern Uplands' bestehen aus Formationen des Ordoviciums und des Silur, die einst als Sand- und Schlammsedimente am Grunde des Lapetus Ozeans vor rund 490 bis 420 Mio Jahren abgelagert worden ware. Beim Zusammenprall der Teilkontinente (Caledonische Gebirgsbildung) wurden die Sedimente zusammengeschoben und am Rande des nördlich gelegenen Kontinents abgelagert.
Vor etwa 400 Mio Jahren (zu Beginn des Devon) drang ein mächtiger 'Granit Pluton' in die Southern Uplands ein, zu dem z.B. der sog. 'Criffell granite' gehört. An zwei Stellen werden die ehemaligen Vorgänge im Bereich der unter Schottland liegenden Erdkruste deutlich, die sich während der Gebirgsbildung ereigneten. Unter dem 'Solway' liegt die 'Iapetus Suture', die Stelle, an der sich das Ende des Lapetus Ozeans abspielte. Auf den Höhen der Region verläuft die 'Southern Uplands Fault', die die Kontaktzone zum 'Midland Valley' markiert. Sedimente des Karbon aus dem Midland Valley und aus südlicheren, englischen Ablagerungsgebieten überlagern dabei Teile der 'Southern Uplands'. 250 Mio Jahre alte Wüstenablagerungen aus dem Perm finden sich in einem flachen Becken in den Regionen um Dumfries und Loch Maben.
Das gesamte Gebiet ist bekannt für seine glazialen Ablagerungen (insbesondere 'Drumlins'), aber auch für seine Küstenformationen wie Salzmarschen, Sand- und Schlamm-Platen.
Das heutige Landschaftsbild ist ein Spiegelbild der tieferen geologischen Schichten, das durch glaziale Erosion und Sedimentation an der Oberfläche modifiziert wurde. Glaziale Erosion formte die Täler aus und glaziale Sedimentation gestaltete die Talzugänge und Vorländer. Die Höhen der Gebirge wurden insgesamt abgeschliffen, Übertiefungen aufgefüllt, wodurch das insgesamt relativ ausgeglichene Landschaftsbild entstand. Glaziale Detailformen wie Drumlins lassen sich dabei insbesondere in der Solway Niederung und in der Gegend um New Galloway sowie im ganzen Verlauf des Tweed beobachten (hier insbesondere Terrasen parallel zu den Eisströmen und Schmelzwasserrinnen).
Im gesamten Bereich des Solway Firth treten wiederholt aufgestiegene Meeresböden an die Oberfläche und bilden ein gutes Studienrevier für die Ursachen der Meeresspiegelschwankungen der letzten 14000 Jahre.
Siccar Point
1788 entdeckte James Hutton erstmals die geologische Bedeutung des Standortes, obwohl es nicht die erste 'unconformity' (Diskordanz') war, die er entdeckt hatte. Die nahezu senkrecht abtauchenden Gesteine des 'Llandovery Grauwacken' und Schiefer aus dem Silur werden von nahezu horizontal liegenden "roten Breccien" und Sandsteinen aus den Oberdevon und Unterkarbon überlagert. Da die Schichten großflächig vom Meer freigelegt sind, hat auch der Laie eine gute Chance, hier das Phänomen einer Diskordanz zu beobachten.
Dob's Linn
Dob's Linn bei Moffat liegt im Zentrum der Southern Uplands. Während der größte Teil der Southern Uplands aus Grauwacken des Silurs aufgebaut ist ('Gala Greywacke') tritt hier die aus Übergang vom Ordovicium zum Silur stammende 'Moffat Shale Group' hervor. Sie insgesamt über 100 Meter mächtige Schicht gliedert sich in insgesamt vier unterschiedliche Schichtpakete schwarzer bis graublauer Schiefer (Glenkiln, Upper & Lower Hartfell und Birkhill Shales).
Hier sammelte Charles Lapworth zwischen 1860 und 1870 Gesteinsproben und wertete sie hinsichtlich der enthaltenen Fossilien aus. Insbesondere mit Hilfe der enthaltenen 'Graptoliten' (unscheinbaren, kleinen röhrenförmigen Tierchen, deren Aussehen an ein Sägeblatt erinnert) konnte er erstmals die genauen Schichtabfolgen während des Übergangs vom Ordovicium zum Silur bestimmen. Graptoliten wurden als Ergebnis seiner Arbeiten zu den Leitfossilien dieses Zeitabschnitts, Dob's Linn (1985) zum 'Stratotyp', d.h. der international maßgeblichen Referenzzone für dieses Erdzeitalter.
Leadhills
Das Dorf Wanlockhead in den Leadhills war für mindestens 800 Jahre, wahrscheinlich aber sogar zurückreichend bis in römische Zeit ein Zentrum des Bleibergbaus. Von etwa 1600 bis 1950 wurde das größte Bleivorkommen Schottlands kommerziell ausgebeutet. Gefördert wurde
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Bleierz (Galena) für etwa 300000 Tonnen Reinmetall |
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Zinkerz (Sphalerit) für etwa 10000 Tonnen Reinmetall |
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gut 25 Tonnen gediegenes Silber. |
Bei Geologen und Mineralogen ist es aber geschätzt für sein reiches Vorkommen verschiedener Mineralien in den wichtigsten Blei-, Kupfer- und Zinkadern. Diese liegen in einer Grauwacken-Breccie und haben eine Mächtigkeit von rd. 1,0 bis 4,3 Metern. Leadhill ist Typuslokalität für Caledonite, Chenite, Lanarkite, Leadhillite, Macphersonite, Mattheddleite, Plattnerite, Scotlandite und Susannite. Ferner kommen vor Cerussite, Pyromorphite und das sehr seltene Veszelyit, ein Kupfer-Zink-Mineral. Insgesamt liefert das Vorkommen über 70 verschiedene Mineralien.
Gold und Silber wurden in der Vergangenheit zwar auch gefunden, spielen heute aber keine Rolle mehr; dennoch: Leadhil ist der schottische Standort für die alljährliche 'Gold Panning World Championships.'
Girvan to Ballantrae Coast
Seit seiner Entdeckung in der Mitte des 18. Jahrhunderts gab dieser Küstenabschnitt immer wieder Rätsel auf, die erst etwa 1970 gelöst werden konnten. Seitdem scheint erwiesen, dass es sich bei dem sogenannten 'Balantrae Complex' um einen Krustenblock zu handeln scheint, der bis in 40-50 Kilometer Tiefe hinabreicht. Einfach gesagt: Es ist ein Stück Ozeanischer Kruste mit daran hängenden Material des Erdmantels, das hier an die schottische Landmasse "angeklebt" wurde, als der Boden des 'Lapetus Ozeans' während der Kaledonischen Gebirgsbildung unter die Landmassen gedrückt und dabei in Teilen "umgestülpt" wurde. Vom vulkanischen Begleitgeschehen sind schöne Beispiele für die Form von "Kissenlava" erhalten.
(tsp/ws)
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