VisitScotland
Geschichte
Zeittafel
Geschichte in Themen
Berühmtheiten
Landeskunde
Allgemeines
Geologie
Geografie
Klima
Flora
Fauna
Bevölkerung
Wirtschaft
Soziales
Regionen
Allgemein
Süden
Inseln
Städte
Reise
Allgemeine Infos
An- und Einreise
Verkehrsmittel
Reise-ABC
Sehenswürdigkeiten
Touren
Impressionen
Fotografien
Reiseberichte
Letters from Scotland
Bild des Monats
Desktopbilder
Webcams
Kultur
Volkskunde
Sprache
Literatur & Dichtung
Musik
Architektur & Kunst
Sport
Kulinarisches
Touristisches
SchottlandCommunity
zum Forum
zum Fotoalbum
zum Chat
Shop
Allgemein
aktuelle Fernsehtipps
Veranstaltungskalender
Linkliste
News
Postkarten
Gästebuch
Partner
Statistik
Teach Scotland
Werbung
Newsletter
Sie möchten über Aktuali-
sierungen informiert wer-
den? Tragen Sie hier ihre
Emailadresse ein.
 Landeskunde Geologie [ zurück ]
Timeline - Aus der Kinderstube von Mutter Erde
Lasst uns zu Beginn ein wenig über unvorstellbare zeitliche Dimensionen spekulieren.

Vor etwa 15 Milliarden Jahren machte es "Bäng!" und mit diesem Urknall entstand (aus dem Nichts?) unser heutiges Universum. Von unserer Erde war weit und breit keine Spur. Viel später erst "konzentrierte" sich in einigen Punkten Materie.

Lange, lange Jahre war auch unsere Erde ein solcher undefinieren Materiehaufen. Leblos, materiell nicht fassbar, mehr als 10 Mrd Jahre lang.

copyright tsp/ws

Geologisch greifbar wird unsere Erde erst mit einer Epoche, die Präkambrium genannt wird und vor etwa 4,6 Mrd. Jahren beginnt - und schon sind wir mitten in Schottland, zumindest in Nordschottland. Schottland lag damals dicht vor Grönland und Nordamerika, alles zusammen auf Äquatorhöhe. England war weit weg. Präkambrisches Material finden wir heute an der Oberfläche auf den ganzen Western Isle (Lewis Gneise) und mit den Torridon Sandsteinen entlang der nordwestschottischen Westküste. Sie sind ebenso stark metamorphorisiert (d.h. durch wesentlich jüngere Prozesse, durch Druck und Hitze modifiziert) wie die nur wenig jüngeren Dalradian und Moine Sandsteine des Nordwestens und Nordens.

Im darauf folgenden Kambrium (570 - 510 Mio Jahre BP) blieb die Lage Schottlands erst einmal unverändert. England lag viele tausend Kilometer weiter südwestlich, auf einem anderen, viel kälteren Kontinent. Kambrische Sand- und Kalksteine, die sich in einem warmen Flachwassermeer bildeten, finden wir in einem Streifen, der sich von Südwest nach Nordost durch die südlichen Higlands zieht und dann noch einmal in jenem "Flickenteppich" entlang der Moine Thrust in den Nordwest Highlands (Durness Limestones).

Im anschließenden Ordovicium (510 - 439 Mio Jahre BP) kommt verstärkt Bewegung ins Spiel. Die Platten, auf denen Schottland und England liegen rücken aufeinander zu, stoßen schließlich zusammen. Der ehemals zwischen ihnen liegende Lapetus Ozean verschwindet, sein ehemaliger Meeresboden schiebt sich unter den Plattenrand von England und Wales. In Schottland jedoch wird er stellenweise auf das Festland geschoben, so dass wir wenige Reste dieser Uralt-Gesteine heute noch in den südwestlichen Uplands (bei Ballantrae) finden. Beim Aufeinanderprallen der beiden Platten wirken die alten Dalradian Sedimente wie eine Knautschzone, werden gefaltet: In der Folge entstehen die Gebirge der Grampians.

Nur schwer läßt sich das folgende Zeitalter des Silur (439 - 408 Mio Jahre BP) vom Ordovicium trennen. Gesteine beider Alter finden sich darum oft auch in enger Gemengelage. Im Silur aber kommt die Kaledonische Gebirgsbildung zu Abschluss, der rege Vulkanismus, der die Prozesse der letzten 100 Mio Jahre begleitet und das Basis-Material für viele Inseln vor der Westküste Schottlands produziert hat, kommt zum Erlöschen.

Im Devon (408 - 362 Mio Jahre BP) "ertrank" das Gebiet der britischen Inseln in den Wassermassen unzähliger Flüsse. In Schottland ergossen sie sich aus den jungen Gebirgen von Nord und Süd ins Midland Valley, Teil eines entstehenden Süßwassermeeres wie das weiter nördlich gelegene Orkney Bassin. Aus ihrer Sandfracht entstanden dicke fluviatile und maritime Sandsteinpakete, die reich an Fossilien sind. Sie finden sich überall in den nordwestlichen Highlands. Vom wieder stärkeren Vulkanismus der Zeit, zeugen bis heute die Granithärtlinge im westlichen Midland Valley und nördlich davon. Auch Ben Nevis, der höchste Berg Schottlands, entstand als solch eine unter der Erdoberfläche abgekühlte Granitmasse.

copyright tsp/ws

Das Zeitalter des Karbon 362 - 290 Mio Jahre BP) ist von einem dramatischen Anstieg des Meeresspiegels gekennzeichnet, dessen Ursachen (wahrscheinlich Ende einer Eiszeit) bis heute nicht ganz zweifelsfrei geklärt sind. Im Unterkarbon bilden sich dicke Kalksteinsedimente, im Ober Karbon folgen Sandsteine - beides konzentriert sich in Schottland auf das Gebiet des Midland Valley. Das Ende der Epoche verzeichnet wiederum stärkere Plattenbewegungen, in deren Folge es zur herzynischen Gebirgsbildung (von Harz!) kommt. Arthur's Seat in Edinburgh ist der wohl bekannteste Zeuge für die Vulkantätigkeit der Epoche.

Im Perm (290 - 245 Mio Jahre BP) bewegt sich die gesamte Kontinentalmasse langsam aus den Breiten des Äquators gen Norden. Fast alles Leben kommt zum Erliegen, die festländische Welt wird zu einer unvorstellbaren Wüste und zum Ende des Zeitalters sind 96% aller Lebewesen ausgestorben. Zeugen dieser gewaltigen Naturkatastrophe finden sich in Schottland nur in sehr kleinen Flächen fossiler Wüstendünen auf den Arrans sowie bei Burghhead und Hopeman östlich von Inverness.

Die gesamte Kontinentalmasse dreht sich während der anschließenden Trias (245 - 208 Mio Jahre BP) weiter und wandert unaufhaltsam nordwärts. Überall regt sich neues Leben und als Winzlinge erscheinen die ersten Dinosaurier. In den wenigen Resten von Triasmaterial in Schottland (Südwesten, insbesondere auf Arran, sowie östlich von Edinburgh) haben sie allerdings noch keine Spuren hinterlassen.

No Jurassic Park in Scotland?! Während des Jura (202 - 145 Mio Jahre BP) lag ganz Schottland unter Wasser. Nichts da von der Sauriervielfalt andere Gebiete, vereinzelte Nessies vielleicht. Doch während Nessie wohl weitestgehend der Phantasie entspringt, gibt es in den minimalen Resten jurassischen Materials Spuren ihrer auf dem Lande lebenden Verwandten: auf Skye!

Die Kreidezeit (145 - 65 Mio Jahre BP) hat, so scheint es in Schottland gar nicht stattgefunden. Nichts hat sich an vorzeigbaren Resten erhalten. Dennoch ist es eine wichtige Phase. Wieder stiegen die Meeresstände deutlich an und zum Ende der Epoche beginnen die europäischen und die amerikanischen Platten wieder auseiander zu driften. Doch der Teil, auf dem sich Schottland befindet, verbleibt diesmal bei Europa. Westlich von Schottland künden erste vulkanische Aktivitäten von der Geburt eines neuen Ozeans, des Atlantiks.

Um so heftiger gehen die Aktivitäten im Tertiär los (65 - 1,6 Mio Jahre BP). Im Süden Europas entstehen die Alpen, doch die alten Gebiete nördlich der herzynischen und Kaledonischen Gebirgszüge bleiben davon weitgehend unbeeinflusst. Umso imposanter das Geschehen im Nordwesten Schottlands: Begleitet von starken vulkanischen Aktivitäten driftet Amerika rasch westwärts und in den Zwischenraum öffnet sich der Nordatlantik. Große Vulkane prägen das Bild an der schottischen Westküste. Von Arran bis St Kilda entsteht eine bogenförmige Vulkankette, im Zentrum der gewaltige Krater von Ardnanmuchan. In mehreren aufeinanderfolgenden Phasen entstehen das moderne Mull und Skye. Nordwestlich von Orkney wandert ein Plattenteil entlang der Walls Fault rasch nach Nordost, nimmt den Rand eines der gewaltigen Krater mit und "klebt" alles an die Westküste Shetlands, das damit auch seine heutige Form erhält - Es ist, als ob sich die einige hundert Millionen Jahre zurücklegende Enstehung der britischen Insel en miniature wiederholt.

Das Quartär, die vorerst letzte Entwicklungsstufe, gliedert sich in das Pleistozän (1,6 Mio Jahre - 18000 BP) und das Holozän (18000 - heute). Das Pleistozän ist die Phase der letzten globale Eiszeit, die die Erde erlebte. Allerdings war es keine durchgängig gleichbleibend kalte Zeit, sondern auf den britischen Inseln Verzeichnen wir einen siebenfachen Wechsel von Kalt- und Warmzeiten, in denen ganz Schottland mehr oder minder mit Eis bedeckt waren - mit einer Ausnahme. In der letzten Kaltphase war das Festland unter einem dicken Eispanzer, Shetland und seine nähere Umgebung lagen gleichfalls unter einer Eiskappe, der dazischenliegende Teil der heutigen Orkney-Inseln von South Ronaldsay hinauf bis etwa Fair Isle war jedoch eisfrei. Trotzdem war noch soviel Wasser in den polaren Eiskappen und regionalen Gletschern gebunden, dass der Meeresspiegel um bis zu rund 120 Meter tiefer lag als heute. Vielfältig sind die Spuren, die die Eiszeit(en) in Schottland hinterlassen haben. Die Eismassen formten engere Flusstäler zu den heutigen breitausladenden Glens, Härtlinge wie der Castle Rock in Edinburgh wurden "stromlinienförmig" zurechtgeschliffen und im Großraum Inverness finden sich langestreckte "Erdwälle" (Esker oder Os/Oser), die als Ablagerungen unter dem Eis entstanden und so bis heute den Verlauf einzelner Gletscherzungen markieren. In Caithness und auf Orkney weiteten die Gletscher tertiäre Flusstäler zu "muldenartigen" Flachtälern, den Dales, und in Delting/Shetland landeten tonnenschwere eratische Gesteinsblöcke aus Süd- und Mittelnorwegen.

Im Holozän waren dann all die Prozesse wirksam, die - betrachtet man ganz Schottland und nicht nur eine einzelne Region - bis heute wirksam sind. In erster Linie sind dies Vorgänge, die die Morphologie der Küsten bestimmen. Abrasionen, Abtragungen an Kliffs mit typischen Erscheinungsformen wie Höhlen, Gloups und Stacks, Sedimentierungen, Anlandungen von Sand, Muschelbruch und Kies im Bereich der Ausgleichsküsten mit Nehrungsbildungen, Tomboli und der Wattentstehung. Der rasche - bis heute anhaltende - Anstieg des Meeresspiegels in der Nacheiszeit sorgte dabei für immer neue Angriffspunkte. Vergleichsweise gering ist die Zahl geologischer Prozesse und Formgestaltungen im Binnenland, Blockmeere am Rand der Granitmassen Shetlands, Solifluktionsböden und andere, vom Permafrost des frühen Holozäns abhängige Formen, oder küstennahe Dünenbildungen.


(tsp/ws)
Suche
News
Body of man found on Arthur's Seat
POLICE had to draft in mountain ... [more]
Homes evacuated amid tyre blaze in Glasgow
A MAJOR fire at a tyre storage ... [more]
Wetter
mehr Schottlandwetter

Werbung

Thistle of Argyll

Werbung

Werbung

Werbung

Werbung
Impressum | Kontakt | Hinweis
© 2003 - 2009 by webdesign by s@ndkes & Team SchottlandPortal - All rights reserved