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Landeskunde Klima |
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| Wetter und Klima |
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Kaum ein Thema ist so mit Gerüchten belegt und Vorurteilen behaftet wie das "Wetter in Schottland". Dabei gibt es objektiv gesehen gar keinen Grund zur Klage.
Richtig ist und das wird auch aus der nachstehenden Karte deutlich, dass die bevorzugten Touristengebiete an der Westküste mehr Niederschlag verzeichnen als die Ostküste. Das ist eine zwangsläufige Folge der vorherrschenden Topographie und des dominanten Windregimes: Den vom Atlantik hereinziehenden Wolken stehen mit den Gebirgen in Küstennähe erstmals Hindernisse im Weg, an denen sie sich festsetzen können und abregnen.
Extreme Niederschlagsmengen finden sich aber nur in den Hochlagen und Gipfelregionen der Gebirge. Und: Es handelt sich um den Gesamtniederschlag, keinesfalls nur um Regen - Niederschläge aus Seenebeln und Wolken (ohne dass es zu Regenfällen kommt) sind dabei mitgerechnet. Sie allein können je nach Standort 10%, mancherorts bis zu 15% der Gesamtniederschlagsmenge ausmachen.
Ansonsten muss man sich klar machen: 1200 mm Niederschlag im Jahr finden wir auch in zahlreichen Urlaubsregionen in Deutschland: Im Harz etwa, im Thüringer Wald, im Schwarzwald wie in Teilen des Voralpenlandes. Noch etwas ist anzumerken: Hohe Niederschlagsmengen bedeuten noch lange nicht, dass überall Wasser im Überfluss vorhanden ist. Bedingt durch die stetigen Winde einerseits, den täglich lang andauernden Sonnenschein in den Sommermonaten verdunsten erhebliche Mengen auch gleich wieder. Große Mengen sind in den ausgedehnten Moorgebieten und Feuchtböden gebunden, somit nicht für eine unmittelbare Nutzung für Mensch oder Vieh verfügbar. Vor allem auf den kleineren Inseln vor der West- und Nordküste kann Nutzwasser ausgesprochen knapp werden, so dass die Vorräte in trockenen Sommern zurückhaltend bewirtschaftet werden müssen.
Der Tourist kann sich mit folgenden Gedanken trösten:
Regengebiete, die berüchtigten atlantischen Tiefausläufer, ziehen so schnell ab, wie sie gekommen sind. Dafür sorgen ein stetiger Wind und die vergleichsweise geringe Landmasse, über der sich kaum stationäre, stabile Wettersituationen entwickeln können. Mit Schauern ist darum immer und in relativ kurzen Zeitabständen zu rechnen, lange anhaltende Schlechtwetterperioden, ein typischer Landregen ist dagegen eher die Ausnahme.
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Jan. |
Feb. |
Mär. |
Apr. |
Mai |
Jun. |
Jul. |
Aug. |
Sep. |
Okt. |
Nov. |
Dez. |
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Tages- temp. |
2° |
3° |
6° |
9° |
13° |
16° |
17° |
16° |
14° |
10° |
6° |
4° |
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Nacht- temp. |
-2° |
-2° |
-1° |
1° |
3° |
6° |
8° |
8° |
6° |
4° |
1° |
-1° |
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Sonnen- stunden |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
5 |
4 |
4 |
3 |
2 |
1 |
>1 |
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Regen- tage |
20 |
19 |
18 |
18 |
16 |
16 |
19 |
18 |
18 |
20 |
20 |
21 |
|
Die relativ hohe nördliche Breite ist ursächlich verantwortlich dafür, dass die Sommersonne selbst in Schönwetterzeiten "nicht mehr die Kraft hat", Temperaturen hervorzubringen, wie wir sie selbst in Norddeutschland noch gewohnt sind. Im Binnenland gibt es sie, die Tage mit 20 und mehr °Celsius, auf den Inseln ist in der Regel mit 17 °Celsius das höchste der Gefühle erreicht. Auf den Inseln, an der Küste und in den Höhenlagen sorgt zudem der allgegenwärtige Wind, dass die wahrgenommenen Temperaturen deutlich (um 3 - 4 °Celsius selbst im Sommer) unter den tatsächlichen Lufttemperaturen liegen. Daran vermag auch die verlängerte Sonnenscheindauer leider nichts zu ändern.
Dass es dabei gravierende regionale Unterschiede gibt, verdeutlichen die nachstehenden Klimadiagramme. Ausgewählt wurden jeweils für die Region typische Stationen.
Dafür vermittelt der längere Sonnenschein ganz eigene Eindrücke: Abends um 23:00 Uhr eine Partie Golf auf den nördlichen Inseln zu spielen oder beim Tee vor dem Zelt die Zeitung zu lesen, das hat schon was.
Schließlich: Schottland ist auch im Winter eine Reise wert ... mit vielleicht einer Einschränkung - Extrem "Wetterfühlige", gar "Vorbelastete" mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sollten angesichts des extrem atlantische Reizklimas auf den Western und Northern Isles zur Frage der Sinnfälligkeit unbedingt vorher ihren Arzt konsultieren.
Optimale Reisezeiten (je nach eigenen Präferrenzen und Teilregionen mit leichten Schwankungen):
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| Ende Mai bis Ende Juni |
meiste Licht: |
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| Ende Mai bis Mitte Juli |
wenig Regen: |
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| Mitte Juli bis Anfang August |
höchste Temperaturen: |
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| Anfang Mai bis Mitte August |
relativ sturmfreie Zeit: |
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| August |
stabilste, wenngleich nicht beste Verhältnisse (Temperatur/Niederschlag): |
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| 2. Hälfte Mai und September |
relativ zum sonstigen Naturerlebnis (Frühjahrsblüte/Heideblüte): |
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(tsp/ws)
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