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| Bildungswesen - Hochschulstandorte |
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Die Frage "Was?" man studieren will, hat sich für den weitaus größten Teil der Interessenten im Vorfeld erledigt. Sie kommen in aller Regel als Austauschstudenten nach Schottland, zur Recherche im Zuge der Vorbereitung der Abschlussarbeiten oder als Graduierte: In all diesen Fällen wird die Wahl des Faches und der Kurse durch die bereits für das Studium in Deutschland gewählte Fächerkombination beschränkt.
Für viele Schüler und Studenten, die sich nicht so im Dschungel der Fördermöglichkeiten auskennen, ist auch die Wahl des schottischen Studienortes weitgehend durch bestehende Partnerschaften im Rahmen der EU-Erasmus-, -Sokrates- u.a. -programme vorherbestimmt. Fast alle Partner fühlen sich an die Patenschaftsabkommen gebunden, eine Beratung über "free-mover-Programme" wie das des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) finden i.d.R. nicht statt.
Die regionale Auswahl scheint auf den ersten Blick auch nicht besonders groß: Die weit überwiegende Zahl der Hochschulen liegt im Midland-Belt, genauer gesagt in den Städten Glasgow und Edinburgh. Südlich davon gibt es so gut wie nichts, nördlich davon nicht sehr viel. Von dem Wenigen ist die Traditionsuniversität von St Andrews fast ausschließlich für Studenten der Partneruniversitäten auf dem Kontinent erreichbar, die Angebote der beiden Universitäten von Aberdeen sind nur sehr eng begrenzt, weil beide Universitäten stark von Studenten aus dem schottischen Norden bis hinauf nach Shetland (nicht zuletzt wegen der günstigen Erreichbarkeit mit den Fähren nach Aberdeen) bevorzugt werden.
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Doch ein weiterer Blick auf die Übersicht macht auch die neuere Standortentwicklung deutlich. Das Scottish Agricultural College unterhält traditionell zwei 'sub campus' in Aberdeen und dicht bei Edinburgh, um den besonderen regionalen Ausbildungsbedarfen Rechnung zu tragen. Andere Universitäten sind diesem Modell gefolgt und haben in der jüngeren Vergangenheit Institute und Fachbereiche regional ausgegliedert. Wer z.B. als 'post graduate' maritime Umwelttechnik an der renomierten Hariot Watt University, Edinburgh, studieren will, wird sich wundern, wenn er sich auf dem sogenannten 'Orkney Campus' im International Centre for Island Technologies ICIT wiederfindet. Einen zweiten Campus baut diese Universität seit einigen Jahren erfolgreich in den Borders auf, wenngleich auch dieser noch nicht den offiziellen Status eines 'sub campus' hat.
Einen ganz anderen Weg geht Schottlands jüngste Universität - The Millenium Institute, UHI University of the Highlands and Islands. Über eine Vielzahl von Colleges und Partnerinstitutionen, die bis zur Gründung der UHI nur im Bereich 'further education' aktiv waren, bietet die UHI Universitätskurse auf dem Niveau von 'higher education courses' an.
Zum einen soll die UHI wohnstandortnahe Ausbildungsangebote auf höchstem, vollakademischem Niveau bieten, zum anderen sollen die Lehr- und Forschungspotentiale der Regionen effektiver genutzt werden. So halten alle beteiligten Colleges neben disziplinübergreifenden Basisangeboten regionaltypische Spezialkurse und -Ausbildungen vor: Meeresbiologie und Fischereitechnik auf Shetland, Archäologie in Orkney, gälische Sprache und Kultur auf Skye.
Ganz entgegen der britischen Tradition wird die UHI nie einen Universitäts-Campus bzw. nur einen virtuellen Campus haben; dafür wird sie aber einen alten Traum von Sir Thomas of Urquhart aus der Mitte des 17. Jahrhunderts realisieren und mit über 100 Bildungsstützpunkten unterhalb der College-Ebene eine echte Volks-HOCH-Schule sein.
(tsp/ws)
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