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Landeskunde Wirtschaft |
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| Crofting im heutigen Schottland |
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Unter 'crofting' versteht man die in Schottland traditionelle Form kleinbäuerlicher Nebenerwerbslandwirtschaft. Historisch betrachtet war es die dominante Wirtschaftsform der Highlands und Islands, kam aber auch in den Lowlands vor. Etwa 10 Prozent der "Landwirtschaftlichen Nutzfläche" Schottlands werden heute noch in dieser Form bewirtschaftet.
Die Gebiete, in denen sich das Crofting bis heute besonders stark erhalten hat, liegen in Shetland, den Western Isles, auf Skye und Tiree sowie in küstennahen Gebieten von Wester Ross und Sutherland, in Gebieten also, die mit der gleichfalls dort beheimateten Fischerei gut zu vereinbarende Nebentätigkeiten außerhalb der Landwirtschaft boten und bieten. Hier bildet Crofting bis heute das wirtschaftliche Rückgrat der ländlichen Gemeinwesen.
Weitere Gebiete mit mehr oder weniger Crofts in Streulagen sind neben Orkney die gesamte Ostküste der Highlands, die Westküste von Argyll sowie in kleinen Teilen die Inseln Mull, Islay und Jura.
Die typische Wirtschaftseinheit eines Croft besteht aus einer kleinen Acker- und Wiesenfläche von meist deutlich weniger als 10 Hektar, und einem Anteil bzw. Nutzungsrecht an extensiv genutzten Gemeinschaftsweiden, wobei es sich je nach Lage meist um Hügel-/Bergland bzw. Weiden in der Marchair handelt. Anders als etwa beim deutschen Begriff der "kleinbäuerlichen Landwirtschaft" kann der individuelle Anteil am Gemeinschaftseigentum bei einem Croft allerdings mehrere hundert Hektar betragen. Schließlich gehört zum Croft ein Anteil am Gemeinschaftseigentum 'peatland', aus dem traditionell der Brennstoffvorrat des Crofters in Form von Torf gewonnen wurde.
Traditionell am weitesten verbreitet ist die Grünlandwirtschaft in Verbindung mit Schafhaltung/-zucht. Nennenswerte Rinderbestände finden sich nur bei den Croftern weniger Gebiete wie z.B. auf Tiree, Uist, Shetland und in Teilen von Skye. Auf den ackerbaulich nutzbaren Flächen wurde überwiegend Heu, Grünsilage und Futtergetreide angebaut. Dabei ist der Ackerbau in den noch bestehenden Croftbetrieben drastisch rückläufig, zumal eventuel erforderliches Futter leichter durch Zukauf erworben werden kann.
Crofting ist eine sehr wertvolle Art der extensiven Landnutzung, die sehr verschiedene Arten von Wildlife-Habitats und eine reich gegliederte Kulturlandschaft erzeugt hat bzw. zu deren Erhaltung beiträgt. Crofting ist weitgehend unbeeinflusst von morderner Agrartechnik und bedarf eines deutlich geringeren Einsatzes von chemischen Düngern, kommt ohne Herbizide aus und kann leichter als jede andere Landwirtschaftsform weitgehend auf den Einsatz von Pestiziden verzichten.
Als wichtige Quelle der Existenzsicherung in benachteiligten ländlichen Gebieten, aber auch wegen unschätzbaren landschaftspflegerischen Leistungen, wird das schottische Crofting-Wesen nachhaltig durch die Zahlung hoher Subventionen gefördert. Als besondere Wirtschaftsform ist es durch eine umfangreiche Gesetzgebung geschützt. Über die Einhaltung der Gesetze und die besonderen Rechte der Crofter wacht eine eigene Behörde, die 'Crofter Commission'.
(tsp/ws)
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