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Castles - Allgemeines und Wissenswertes
Schottland gilt als typisches Burgenland. Im Vergleich mit anderen europäischen Regionen, wo die (befestigte) Stadt als das Siedlungs- und Landschaftsbild prägende Element stärker im Vordergrund steht (Alentejo, Murcia, auch Toscana u.a.) ist das auch durchaus berechtigt. Darum reisen viele Touristen wegen der Burgen (und Herrensitze) nach Schottland - und weil dem so ist, soll hier ein Informationsangebot entstehen, das möglichst umfassend ist.

Die Liste versucht darum (im Laufe der Zeit) ein weitgehend vollständiges Bild der bis heute erhaltenen Burgenlandschaft Schottland zu geben.

Dem sollen auch die ausgewiesenen Links Rechnung tragen. Ausgewählt wurde - soweit verfügbar - zu jedem Objekt der Link, der z.Zt. die alles in allem umfassendste Information bietet. Trotzdem kommt dabei eine Sammlung sehr unterschiedlicher Informationsangebote zu Stande: Sie reicht von Hotelseiten mit Bildern und etwas historischer Info, über "Familien-/Clanseiten" mit Hinweisen zu den Sitzen der Clanchiefs und "private Castle-sites" bis hin zu Seiten von NTS, HS oder RCAHM mit mehr oder weniger ausführlichen Erläuterungen zur Baugeschichte, Besitzverhältnissen, historischer Bedeutung etc.

Außer den hier genannten gibt es noch zahlreiche Castles, die nur noch durch Straßen oder Gemarkungsnamen überliefert sind (z.B. Castle Street in Kirkwall, die an das vergangene Castle der gleichnamigen Stadt erinnert). Von diesen vergangenen Castles, die ansonsten durch nichts mehr identifizierbar und deren Namen durch (+) gekennzeichnet sind, wurden hier nur solche aufgenommen, die als ehemalige Reichsburgen und/oder Königsburgen von besonderer Bedeutung sind. Sie werden hier nachrichtlich genannt, weil sie immer wieder einmal in der historischen Literatur zum schottischen Königsreich auftauchen.

Castles im Sinne dieser Liste sind "fortified houses and strongholds": Burgen und wehrhafte Familiensitze wie dies auch in den verschiedenen Objektbezeichnungen und Namen deutlich wird: Castle, Tower, Palace, House, Hall, Ha.

Bei den Objekten, die mit Tower bezeichnet werden, handelt es sich durchweg um Bauten, die im Kern auf "Norman Towerhouses" oder ihre frühen schottischen Weiterentwicklungen (L-, Z- und T-shaped towers) zurückgehen. Towers als Teil komplexerer Burganlagen (z.B. Elphinstone Tower, Stirling Castle) und vergleichbare Anbauten und Nebengebäude wurden in dieser Liste nicht gesondert berücksichtigt. Die Liste enthält zwei nur noch in den Fundamenten erhaltene Objekte (The Wirk und Cubbie Roo's Castle), deren Stellung umstritten ist, die aber als wikingerzeitliche Gebäudereste häufig als "Vorläufer" der "Norman Towerhouses" bezeichnet werden, also der typischen hochmittelalterlichen Burgbauten und Herrensitze, die von den aus Nordfrankreich eingewanderten Adligen normannischer Abstammung eingeführt wurden.

Bei den hier genannten "Houses" handelt es sich zum einen um mittelalterliche Burgen und Schlösser, die von Anfang an so bezeichnet wurden, zum anderen um die modernen Namen einiger Landsitze, in die im Kern auf ältere Burgen und Schlösser (castles) zurückgehen, von denen sich zumindest deutlich identifizierbare Reste beim Umbau bzw. den neuzeitlichen Erweiterungsbauten erhalten haben. Reine "Manor" oder "Country Houses", wie sie etwa seit dem 18. Jahrhundert entstanden, sind nicht enthalten. Reine Neubauten von Manor/Country Houses des 18./19. Jahrhunderts wurden nicht aufgenommen, auch wenn sie aus "Imagegründen" von Anfang an von ihren Erbauern als "Castles" bezeichnet wurden. Aufgenommen wurden aus der Gruppe von "de facto Neubauten" nur solche Objekte, die im Kern ältere Substanz von Landadelssitzen erhalten haben und vom Bauherrn zum Stammsitz von Familien erhoben wurden, auch wenn die Vorgängerbauten (wie beim Balfour Castle als Sitz des Balfour of Balfour) nicht in allen Fällen typische Castles waren.

Schließlich wurden in die Liste einige "Palaces" aufgenommen, d.h. einige bischöfliche, gräfliche/herzogliche oder königliche Residenzen, auch wenn bei ihnen der ursprüngliche Charakter einer Wehranlage zu Gunsten der Funktion als Repräsentationsbau (Earl's Palace, Kirkwall) bzw. als Jagd- oder "Lust"schloss in den Hintergrund tritt bzw. überwiegend durch Umbaumaßnahmen in der Renaissance verloren gingen.

Nicht aufgenommen wurden alle eisenzeitlichen, späteisenzeitlichen und frühhistorischen Wehrbauten und -anlagen (forts, hilltop forts, ringforts, duns, brochs, semi-brochs, mottes) auch wenn ihr topographischer Standort mit Namensbestandteilen wie "Castle", "Dun" oder "Fort" verbunden ist. Besonders unter den "Towers" sind aber etliche gelistet, die auf solche Vorgänger zurückgehen bzw. ältere "motte and bailey castles" ersetzten. Ausgeschlossen wurden auch reine Militärstützpunkte des modernen Militärsystems ab etwa Mitte des 17. Jahrhunderts wie "Fort William", "Fort Charlotte" o.a.

Ansonsten ist zur Liste der "Castles" anzumerken: Castles, bei denen die Bezeichnung "Castle" traditionell vor dem eigentlichen Namen steht (Castle Fraser) bzw. deren Namen mit einem zwischengeschobenen "of" bezeichnet wird (Castle of Mey), wurden alphabetisch nach dem "substantivum regens" einsortiert: Castle Fraser also unter "F", Castle of Mey unter dem Buchstaben "M". Verschiedene Schreibweisen eines Namens wurden durch Klammerzusätze kenntlich gemacht, ebenso verschiedene Namen eines Objektes, wobei das Objekt nach Möglichkeit immer unter dem bekannteren Namen geführt wird. Im Zweifelsfall wurde Namensausweisung in der historischen bzw. architekturhistorischen Literatur der Vorrag eingeräumt vor der genealogischen Literatur. Der einzige Fall, der aufgrund dessen vielleicht etwas Verwirrung stiften könnte, ist die Ausweisung von Girnigoe Castle statt Sinclair Castle (oder Castle Sinclair).

Bei den Standorthinweisen wurde auf die alten Counties zurückgegriffen, um eine etwas stärkere Differenzierung und leichtere Orientierung zu erlauben (in vielen Fällen steht der Bezeichnung "-shire" der Name der nächstegelegenen größeren Stadt voran). Bei Inselstandorten wurde der jeweilige Name der Insel gesetzt.


(tsp/ws)
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